Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1881)
- Date
- 1881-02-22
- Page
- Seite 124 (sequence 8)
- Language
- German
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124 das Wort Antisemiten gestrichen, dann werde er selbst ganz; tischen" Parteiführer treten als Verfechter der Rechtsgleichbestimmt die Adresse nicht unterzeichnen; denn sie hätte dann; heit, der Humanität und gegenseitigen Duldung auf, während weder Hand noch Fuß. Wir können nicht verschweigen — j die antisemitischen Parteiführer das Gegentheil thun. Lessing so führte Redner aus — was uns bewegt. Jene Angriffe als das eminente Haupt und als den lautersten Herold jener sind gegen das Sittliche und mehr noch gegen das Religiöse feiern, ist daher keine „Herabwürdigung", sondern die Anergerichtet. Ruppel ist weder auf sittlichem noch bürgerlichem kennung seiner wahren Verdienste! Redact.) Gebiete eine bedeutende Person, aber er steht mit an der - Brandenburg a. d. H., Ans. Februar. (Privatmitth.) Spitze der Bewegung und ist Redacteur eines Blattes, das! In Fällen, wo es schwer ist, eine Satire nicht zu schreiben, mit zu der unseligen schleckten Presse gehört, welche die wo fast jede zu berichtigende Thatsache an und für sich eine antisemitische Bewegung schürt. Greift diese Bewegung! Satire darstellt, gereicht die Erfüllung der Referentenpflicht weiter um sich, dann müssen eine Menge verdienter Ele-, Bielen nicht gerade zu einem Vergnügen, das sie sich je eher, mente aus unseren Reihen scheiden. Ich kann nicht dulden, z desto lieber gönnen mögen. Zu dieser Klaffe von Referenten daß Männer, die sich bewährt haben, die im Besitz aller! zählt auch Ihr Berichterstatter, den Sie deshalb entschuldigen bürgerlichen Rechte sind, um ihrer Confession willen ausge-! wollen, wenn er folgende Notizen nicht „brühwarm" gebracht, schloffen werden. Jene Angriffe müssen nicht allein zurücki Den Jahresbeginn hat Herr Stöcker in der alten Kurgewiesen , sondern auch mit ihrem richtigen Namen genannt! und Hauptstadt Brandenburg durch einen Bortrag über inwerden, weil die Bewegung, welche die Angriffe geschleudert,! nere Mission inaugurirt, dabei aber seine „Judenfrage" nicht sich gegen Gesetz und Verwaltung wie auch gegen unsere j einmal berührt. Er kannte eben das Terrain nur zu gut. Waisenpsiege richtet. Sie ruft auf allen Seiten Spaltung j Obgleich hier für den „Stöckersport" jener Frage nur hervor, zündet überall das Feuer der Zwietracht an, und! ein sehr winziger Boden günstig ist, versucht man zuweilen darum müssen wir ihr offen entgegentreten. Nachdem noch! doch, wenigstens auf diesem den fast todtgehetzten Klepper zu eine Menge Redner für und gegen die Streichung des Wortes! tummeln. So wurden u. A. auch hier in einigen Kreisen „Antisemiten" gesprochen, wird die Streichung mit überwie-. Flugblättchen verbreitet, in denen die „Berl. Börsenzeitung", gender Majorität abgelehnt und darauf der Adreffen-Entwurf j die sich über das Weihnachtsfest in eigenthümlicher Weise der Commission mit allen gegen etwa 20 Stimmen angei ausgelassen hatte, als ein Judenblatt bezeichnet war. Annommen. Die Minorität erklärte jedoch, daß sie nicht im! gesichts der sittlichen Entkräftung, die in jenem Flugblättchen Princip gegen die Adresse sei, sondern nur dagegen gestimmt! zur Schau gestellt wurde, mußte es Manchem scheinen, als habe, weil das Wort „Antisemiten" darin geblieben sei. Die! ob die Bespöttelung christlicher Feste den Juden einen Hoch- Ueberreichung der Adresse an Herrn Dr. Eberty wurde der! genuß bereite. Es wurde daher zur Steuer der Wahrheit Commission übertragen.!im Sprechsaal des „Brandenb. Anzeiger, Zeitung für West- DreSdr«, 11. Februar. (Privatmitth.) Die Antisemiten > Havelland u. Zauch-Belzig" hervorgehoben, daß, wie bereits hatten hier die Nachricht verbreitet, der Cultusminister habe in andern Blättern constatirt und den Verbreitern der Flugdie Abhaltung einer Lessingfeier im Polytechnicum verboten, und erregte dies eine große Sensation. Es erwies sich aber bald, daß dies völlig erfunden, daß ein Gesuch um Erlaubniß gar nicht an das Ministerium gekommen sei, weil das Polytechnicum keine Räumlichkeit dazu besitzt, und daß das Cultusministerium eine Lesfingfeier im Gymnasium zu Meißen, welches bekanntlich Lesfing besucht hat, sofort gestattete. (Bei der ersten Nachricht erlaubte sich die Germania den Zusatz: blättchen bekannt wäre, der Eigenthümer und sämmtliche Redacteure der „Berl. Börsenzeitung", sowie der Verfasser des Weihnachts-Artikels Christen seien. Höchst charakteristisch waren auf der Rückseite der Flugblättchen Zeitungen empfohlen, die — unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erscheinen. Der Zweck heiligt die Mittel. Die Jnterconfessionalität des Sports erwies uns in jüngster Zeit ein etwa 30jähriger Reitkünstler, der sich hier „Die Schuld für diese mißliche Situation fällt auf diejeni-! Blumenfeld nannte. Er gab vor, daß seine Familie um gen, welche den großen Dichter und Kritiker zu einem semi-! einen Renz in sp« sich vermehrt habe, ersuchte verschiedene tischen Parteiführer degradirt haben." Ist es schon ver- Mitglieder unserer Gemeinde, sich an der Circumcisionsfeier wunderlich, daß Lessing jetzt für die „Germania" ein großer! zu betheiligen, und bat zugleich um ein Darlehen, das er Dichter und Kritiker ist, während sie jüngst noch Dühringinach der ersten Vorstellung, welche er mit seiner in einem zustimmte, der Lesfing die Eigenschaft des Dichters, Kritikers! nahen Dorfe liegenden Truppe geben würde, zurückzahlen und Denkers absprach: so vergißt sie ganz und gar, wie sie wolle. Aber er befand sich hier in psr-tibus infidelium. es ist, die noch vor wenigen Wochen Luther, Goethe, Kant, Einer unserer Vorsteher, Herr S. Oppenheim, forderte ihn Fichte, Friedrich den Großen u. s. w. zu antisemitischen auf, sich zu legitimiren, worauf er das gewünschte Darlehen Parteiführern wirklich „herabgewürdigt" hat. Die „semierhallen solle, und — den feschen Reiter sah man niemals