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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-02-22 · Heft 8 (22.2.1881) · p. Seite 120

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 8 (22.2.1881)
Date
1881-02-22
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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120 aber außer sich geschlossenen Ueberzeugung zu erlangen, und 1,300,000 Seelen an, so ergiebt sich, daß die Juden den nicht das Judenthum als ein offenes Feld zu betrachten, durch I 27. Theil der Bevölkerung bilden, während sie zur Armee welches alle Philosopheme und alle Bekenntnisse hindurch-; den 35. Theil stellen. Erwägt man jedoch, daß die Juden strömen und Etwas mitnehmen könnten. Hieran schlösse sich > fast durchweg Städtebewohner sind, so ergiebt sich, daß dieeine Wiederbelebung der jüdischen Literatur in demselben j gelben unbedingt ein stärkeres Contingent als die christlichen Geiste und zu deren Förderung alle diejenigen ihre Kräfte Städtebewohncr zur Armee abgeben, indem sich die Proporanstrengen, welche an der Erhaltung und Entwickelung des tion der tauglichen Städtebewohner zur Landbevölkerung, Judenthums einen lebendigen Antheil nehmen, so daß dieselbe! welche doch immer den stärksten und kräftigsten Menschennicht aus Mangel an Mitteln versieche. Die Reform des Uschlag liefert, in Oesterreich wie 2 zu 3 verhält. (Was Gottesdienstes und des formalen Lebens wird noch lange j werden Stöcker und Consorten und die „Germania" dazu ein Bedürfniß bleiben. Aber man muß sich hüten, dieselbe! sagen, daß die Juden in Oesterreich so reichlich ihre Blutdurch allzu großen Wechsel, durch immer erneute Umgestal-1 (teuer zahlen?) _ _ tung eher schädlich als nützlich zu machen. Eine positive Religion muß ihren Bekennern auch mit einer gewissen Festigkeit der Formen entgegentreten; sie wird dadurch mehr Anziehungskraft ausüben, als durch ein immersortiges Schwanken ihrer Erscheinung. Wir haben hier nur andeuten wollen, was Männer von Geist und Herz weiter verfolgen mögen. Ja, das Judenthum Bonn, 17. Februar. Serbien und Rumänien. Mau berichtet aus Belgrad vom 10. Februar. In der Debatte, welche sich in der Skuptschina anläßlich der Berathung des § 9 über die Qualification der Richter entwickelte, ergreift Abgeordneter Balterovics, Sohn eines aus muß alle Segel aufspannen, nicht um, wie lächerlicher Weise Frankfurt am Main eingewanderten deutschen Professors unsere Gegner uns insinuiren, auf Eroberung und Herrschaft' für Architektur an der Hochschule, das Wort. Er warnt daauszugehen, sondern um sicher sein Schiff mit seiner Bemannung! vor, daß den Juden das Recht, als Richter angestellt zu über den wogenden Ocean des allgemeinen Culturlebens zu! werden, gewährt werde, indem er auf die Gefahren hinweist, führen. (Es folgt noch ein Zusatzart. in nächster Nummer.)! welche von den Juden hier wie in Deutschland drohen, wo _ i eine gerechte Bewegung gegen die Juden platzgriffe. Abge- Aus Röbmen im Februar! ordneter Oserovits (Jude) erwiderte, daß es traurig sei. daß _ . . . ."! Balterovics nur dischlecht-» und nicht diguten Eigen- 3uiltn in düerrttchlschen Ännkd. schäften der Dentschen nach Serbien verpflanzen wolle. Der Bei der am 31. December 1880 durch Organe der Serbe sei niemals vom Geiste der Intoleranz beseelt ge- Heeresverwaltung vorgenommenen Zählung der activen wesen. Redner wies auf die Verfassung hin, welche die österreichischen Armee wurden unter 271,474 Personen des | Rechte allen Bürgern gewährt. (Beifallsrufe auf mehreren Präsenzstandes 7652 Juden gezählt. Betrachtet man, daß i Bänken.) Stach Oserovics trat Minister-Präsident Pirotbei dem gegenwärtigen Friedensstande bloß der vierte Theil! schanac in die Debatte ein. Er constatirte die schöne, Server Armee nur drei Jahrgänge, unter Waffen steht die 1 bien von jeher auszeichnende Toleranz gegen Andersgläubige Dienstzeit beträgt in Oesterreich 12 Jahre, nämlich 10 Jahre und bewies, daß alle Bürger ohne Glaubensunterschied ihre Linie und 2 Jahre Landwehr), so ergiebt sich, die obige Zahl! Pflicht dem Staate gegenüber erfüllten. Er trat für das als Wurzel genommen, die respectable Summe von 30,600 Recht aller Bürger, auch der Juden ein, alle öffentlichen Soldaten jüdischer Religion für die österreichische Feldarmee, j Stellen nach Maßgabe ihrer Befähigung zu bekleiden. (All- Hierbei sind noch die seit dem Jahre 1868 zur Landwehr; gemeiner langanhaltender Beifall.) Der Antrag Balterovics' direct eingestellten Mannschaften, welche in Friedenszeiten bloß! wird abgelehnt. Der Antrag war Gegenstand des Unwillens alljährlich auf einige Wochen zu den Waffenübungen eingej in und außer dem Parlamente. zogen werden und deren Anzahl in Oesterreich-Ungarn, ge-; Aus Bukarest wird vom 9. Februar berichtet: Sämmtring angeschlagen, mindestens 6000 Mann beträgt, nicht in- > liche bisher von der Deputirtenkammer in Berathung gebegriffen. Es befinden sich daher gegenwärtig fast ebenso j zogenen Jndigenatsgesuche israelitischer Landesbewohner viele Juden in der österreichischen Armee als die Provinzen! wurden abschlägig beschieden, darunter auch das Jndigenats- Oberösterreich und Tyrol inclusive Vorarlberg zusammen! gesuch des zu Wien promovirten Mediziners vr. Rosenthal, Mannschaften stellen, denn erstere Provinz steht mit 4637! obgleich dessen Familie seit Generationen im Lande ansässig und letztere mit 3693 im Mannschaftsstande der activen ist und die Jndigenats-Commission sich für dessen Aufnahme Armee. Nimmt man die Gesammtbevölkerung Oesterreichi in den Staatsbürger-Berband aussprach. Ist dies nicht Ungarns mit 35 Millionen, die Zahl der Juden mit wahrhaft eine Ironie auf den Berliner Vertrag? Wehe den

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