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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-02-15 · Heft 7 (15.2.1881) · p. Seite 108

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 7 (15.2.1881)
Date
1881-02-15
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 thümern ab, sondern von dem Grade der Förderung von Kunst und Wiffenschaft, von der Charactertüchtigkeit und von der Theilnahme an den großen Aufgaben der Menschheit. — Redner hatte seiner trefflichen Trauerrede den herrlichen Text Michach C. 6. V. 8 zu Grunde gelegt und in Anwendung auf diesen bescheiden vor seinem Gott wandelnden ächten Israeliten einen tiefen Eindruck aus die sehr zahlreiche Trauerversammlnng gemacht. Mögen die schönen Eigenschaften und Tugenden des Verblichenen in seinen Nachkommen zum Segen für Israel und die Menschheit forterhalten bleiben! Man schreibt uns aus Schievelbein (nach dem dortigen „Anzeiger"): Am Donnerstag den 2. d. M. fand das Wort an: „Es werde Licht" und zeigte die Macht dieses Wortes an der Geschichte des Judenthums, und ermahnte die Gemeinde, hier an dieser Stätte das wahre Licht zu suchen. Nach den Umzügen mit den Thorarollen bestieg Herr Prediger Rackwitz die Kanzel und hielt die Festpredigt. Er legte derselben das Wort: „Wie heilig ist diese Stätte, hier ist nichts anderes denn Gotteshaus und hier ist die Pforte des Himmels", zu Grunde. Die ebenso klaren, wie aus der Tiefe seines um das Wohl der Gemeinde bewegten Herzens strömenden Worte machten auf alle Hörer einen ergreifenden Eindruck. Hierauf sang Frau Prediger Rackwitz ein ihr vom Componisten, dem Königl. Musikdirector Herrn Lewandowski in Berlin, von dem auch alle übrigen herrhier die feierliche Einweihung der neuerbauten Synagoge lichen Weihegesänge, eigens für diesen Tag gewidmetes, ebenstalt. Es waren außer vielen Gliedern benachbarter Ge- - so schönes wie schwieriges Solo. Hierauf bestieg Herr Dr. meinden erschienen der Herr Abtheilungsdirigent Oberregiej Bogelstein die Kanzel. Derselbe knüpfte seine Rede an das rungsrath Böttcher, Herr Regierungsbaurath Döbbel, Herr! Bild vom goldenen Leuchter und zwei Oelbäumen zu seiner Regierungsrath Metz als Vertreter der Königlichen Regierung! Seite aus Secharja 4 an, und schilderte mit hinreißender zu Cöslin, der Erbauer des neuen Gotteshauses, Herr Bau-! Beredsamkeit, in fein durchdachter Rede und in meisterhafter inspektor Funk, die Rabbiner Dr. Bogelstein aus Stettin,! Diction die sittliche Ausgabe der Menschen, nach Erkenntniß Di. Goldschmidt aus Colberg und der Prediger der israeli- und Wahrheit (Oelbaum zur Rechten) und nach Frieden mit tischen Gemeinde zu Belgard, außerdem von hier der Magistrat und die Stadtverordneten, der Kreisausschuß, die Spitzen sämmtlicher Civil- und Militär-Behörden und zwei Gott und Menschen (Oelbaum zur Linken) zu trachten, wie beides aber nur geschehen könne in rechter Gottesfurcht und diese ihr Licht empfange von dem Leuchter in der Mitte. Geistliche anderer Bekenntnisie. Um 11 Uhr nahm die Feier Er ging hierbei auf die geschichtliche Entwickelung des Judenin der alten Synagoge ihren Anfang. Nach Verlesung thums näher ein und erinnerte daran, wie in Preußen die einiger Psalmen hielt Herr Prediger Rackwitz die Abschiedsrede^ Israeliten den Hohenzollern ihre bürgerlichen und Kultus- Anknüpfend an das Psalmenwort: „Der Herr segne Deinen Ein-! rechte zu verdanken hätten. Zum Schluß hielt Herr Pregang und Ausgang", wandte er dies Wort zunächst auf die Ge-, diger Rackwitz das Gebet für den Kaiser und König, für meinde, dann auf daS alte Gotteshaus an, nannte dankend! das königliche Haus, die Regierung und alle Obrigkeit und einige verstorbene Pfleger des Heiligthums und erbat den! sprach den aronitischen Segen für die Gemeinde, göttlichen Segen für die ausziehende Gemeinde. Hierauf! Die neue Synagoge ist in ihrem Aeußern eine hervoröffnete er den Vorhang des Allcrhciligsten und nachdem die ragende Zierde der Stadt, in ihrem Innern eine reich aus- Thora-(Gesetzes-)Rollen der heiliger: Lade entnommen und, geschmückte Stätte der Andacht, insbesondere ist das Allerden zuvor bezeichneten Personen übergeben waren, begab sich heiligste und seine Umgebung in der würdigsten und glanzder Festzug in programmmäßiger Weise zur neuen Synagoge, vollsten Weise ausgestattet. Teppiche, schöne Decken, zwei Vor der Eingangsthür der neuen Synagoge überreichte die silberne Leuchter, zwei imposante, vergoldete Kandelaber und Tochter des Herrn Vorstehers Borchardt auf einem Kiffen! ein goldgestickter Sammetvorhang aus dem Atelier für Kunstmit einigen Dankesworten den Schlüffel an Herrn Bauinstickerei von Isidor und Rosalie Reiter in Breslau schmücken spector Funk, der in bewegten Worten dem Danke für das den heiligen Raum. ihm erwiesene Verttauen und der Freude und der Ehre, . Essen, 7. Nov. (Literarische Notizen.) rr2 eine Stätte der Gottesverehrung geschaffen zn haben. Aus- Israelitisches Schul-und Gemeinde-Gesangbuch zum Gebrauche druck gab. Borchardt seinerseits, nachdem er den Schlüffel beim Unterricht in der Liturgie und beim öffentlichen Gottesempfangen, dankte dem Erbauer Namens der Gemeinde für dienste herausgegeben von L. Liebling und B. Jacobsohn, die kunstsinnige Leitung des Tempelbaus und öffnete die Cantoren nnd Lehrer. — Altona. Hermann Uflacker (L. Lieb- Thür. Beim Einzug der Festversammlung sang der von ling). Herrn Lehrer Schewe ttefflich geleitete große Sängerchor, der! Wenn jemand eine Geschichte der Synagogenmusik schreivon der Capelle des Herrn Capellmeisters Rose aus Colberg ben sollte, so wird er die namentlich in letzter Zeit in manunterstützt war, zum Gruße: „Gesegnet sei, der da kommt chen Gemeinden wieder in Bewegung gesetzte Frage, ob Chor- :c." Nach einem Gebete knüpfte Herr Dr. Goldschmidt an oder Gemeindegesang nicht außer Acht lasten. Wir wollen

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