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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-02-15 · Heft 7 (15.2.1881) · p. Seite 105

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 7 (15.2.1881)
Date
1881-02-15
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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i05 Tat) sich die Kreuzzeitung genvthigt, diese Berichtigung in München, 2*. Januar. Ter kürzlich von uns er- No. 24 aufzunehmen. wähnte Gesetzentwurf, durch welchen die noch in einigen Nachträglich will ich nur noch hinzufügcn, das; in der Landestheilen bestehenden sog. Neujahrsgelder und andere qu. Stadtverordnetenversammlung die vier nltramontanen dergleichen Abgaben und Gebühren der Israeliten aufgehoben Mitglieder derselben ebenfalls für den Antrag der Synawerden sollen, beschäftigte in der gestrigen Sitzung den com gogengemeinde gestimmt hatten. Aus welchen Gründen, ist binirtcn I. und ll. 'Ausschuß der Kammer der Reichsrättic. leicht erklärlich. Hoffen wir, daß es unserer Synagogenge- Eine specielle Debatte über den einzelnen Artikel des Ge meinde-Vertretung, an deren Spitze der energische und mit setzentwurfes fand nicht statt. Es wurde mit Einstiniiuigkeit einem warmen Herzen für das Judenthum eintretende beschlossen, denselben, gemäß dem Anträge des Referenten, Banquier Herr F. S. Hirschland steht, gelingen möge, ihren der hohen Kammer zur Annahme zu empfehlen. Antrag weiter verfolgend durchzusetzen. (z. Fürth, 1. Februar. (Privatmitth.) Die gegenwärtige (Nachbemerkung der Redaktion. Was den Rechtsfall zu sociale Frage beherrscht noch immer viele Gemüther. Eine Wittenberge betrifft, so kann es Niemand mehr bedauern als Folge derselben ist unbestreitbar, daß ein: große Anzahl wir, daß es gerade ein jüdischer Richter war, der die Frage: Glaubensgenossen, die dem Judenthume fern standen, angcerhob und verneinte, ob nach dem Gesetze die Hinzufügung! fangen haben, sich als Juden zu fühlen. Einen Beweis eines confesssonellen Zusatzes zu dem vom Gesetze normirten tactvollen Benehmens gaben die Juden Nürnberg» durch ihre Eide gestattet sei? Bekanntlich hat das Landgericht die „würdige Zurückhaltung" bei dem ersten Beethoven-Eoncert Entscheidung des Schöffengerichtes aufgehoben und der Juder Meininger Hofcapelle, welches am 24. Januar in Nürnstizminister dieselbe bestätigt, so daß also ein confessioneller berg unter der Leitung des Hofcapell-Jntendanten v. Bülow Zusatz gestattet sei. Diese Entscheidung hat in juristischen stattfand. Bülow Unterzeichnete bekanntlich die Antisemiren- und parlamentarischen Kreisen den lebhaftesten Widerspruch Petition, zog jedoch die Unterschrift zurück, als er den gefunden, und wir verweisen namentlich auf einen gründ- 'Namen veröffentlicht sah. Nur jüdische Familien Nürnlichen und klaren Aufsatz in der „Köln. Z.". Erstes Blatt berg» wollten auf den Kunstgenuß nicht verzichten, unter vom 5. Februar: „Sind confessionelle Zusätze zu der durch den Subfcribenten zum Concerte sollen nicht mehr als S gc-- das Reichsjustizgesetz vorgeschriebenen Eidesform zulässig?" zeichnet haben. Hoffentlich werden die Israeliten Nürnberg» In diesem werden die Gründe des Justizministers sowohl auch bei dem zweiten Concert, das am 21. März dortsclbst aus dem Gesetze selbst, wo es heißt: Der Eid schließt mit stattsinden wird, durch ihre Abwesenheit glänzen und so den den Worten „So wahr mir Gott helfe", als auch aus den weiteren Beweis liefern, daß sie solidarisch gegen die Be- Commissionsverhandlungen entschieden widerlegt, und der schimpfungen eintreten, welche man solidarisch der Glaubens- Aufsatz endigt damit, daß die ganze Frage eine rein jugenofsenschaft zugefügt hat. Wenn auch das Geichgewichr ristische, jedem gewissenhaften Richter naheliegende, durch die zwischen Wollen und Vollbringen nicht immer sich Herstellen Gesetzgebung zu lösende Frage sei, daß die Religion des läßt, so ist in diesem Falle die Kluft leicht zu überbrücken, Richters hierbei von gar keinem Momente fei, und es also welche zwischen beiden sich bildet. Hat Hans v. Bülow danur ein Kunstkniff der Antisemiten gewesen, den Juden in zu beitragen wollen, die Juden aus der Gesellschaft herausdiefem Falle hervorzuheben und daraus der gesammten Juzudrängeln, so müssen die Juden Ehrgefühl genug besitzen, denheit einen Vorwurf zu machen.) eine Gesellschaft zu meiden, in der v. Bülow den Vorsitz sühn. Darmstadt, 4. Febr. (Privatmitth.) Alle hiesigen Zei- Stuttgart. Der „Staats-Anzeiger für Württemberg" tungen bringen heute folgende Mittheilung aus der gestrigen schreibt: „Bekanntlich find die Studenten der süddeutschen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung. Ter al» Mit- Hochschulen auf die an sie ergangene Aufforderung zur Be glied des Schulvorstandes der Volksschulen gewählte theiligung an der Antisemitenbewegung nicht eingegangen. Oberpostmeister Pf. hat aus gesetzlichen Gründen die Wahl Dafür hat man ihnen den Borwurf gemacht, daß sie im abgelehnt. Stadtverordneter Reh schlägt an dessen Stelle den „Bierdufel" befangen feien. Mit Recht darf man gewiß Stadtv. Blumenthal (Jsr.) vor, mit dessen Wahl man zugegen diese schnöde Anschuldigung hervorheben, daß die Festgleich den Beweis führe, daß man nicht geneigt sei, der anticommerfe zur Feier des zehnjährigen Bestandes des Reiches semitischen Bewegung irgend welche Unterstützung angedeihen gerade auf süddeutschen Hochschulen bezeigt haben, daß die zu lassen. Oberbürgermeister Ohly unterstützte diesen Vorschlag, Ursache jener ablehnenden Haltung keineswegs in der Jndozumal Herr Blumenthal seinem Interesse für die Volksschule lenz oder Versumpfung der süddeutschen Studenten zu suchen schon mehrfach in liberalster Weise Ausdruck gegeben habe. Der ist. Das Kindische, das jenen antisemitischen Machinationen Vorschlag wird einstimmig angenommen, und fprichtHerr Stadtv. zum Theil anhastet, trat da, wo die akademische Jugend Blumenthal seinen Dank für das ihm geschenkte Vertrauen aus. sich in die Bewegung mischte, am allermeisten zu ^r,agc,

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