Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1881)
- Date
- 1881-02-08
- Page
- Seite 88 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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»8 und Lesung der Messe, für welchen gegen 254 Stimmen 115 j der die Fechterkünste seiner Parteisüherer gut anzuwenden vervotirten, stimmten 5 Mitglieder der Fortschrittspartei für den I steht. Im Großen und Ganzen scheint denn doch in der Antrag; unter diesen waren Ludwig Löwe und Straßmann. > Flut der antisemitischen Bewegung ein Rückgang eingetreten Werden die Ultramontanen noch immer behaupten, die Juden , zu sein. seien die Träger des „Culturkampfes"?! Der Bericht der „Brest. Gerichtsztg." beginnt: „In Berlin, 29. Januar. Die „Köln. Z." schreibt: „lieber! ihrer Nummer 80 vom 9. April 1880 enthielt die „Schles. den Verlauf des Disciplinarverfahrcns gegen die Gymnasial- Bolks-Ztg." eine aus Alexandrien in Aegypten vom 31. lehrer Dr. Förster und Dr. Jungfer wird uns von verläßlicher Seite folgende genaue Mittheilung gemacht: Die berüchtigte Petition gegen die Juden blieb bezüglich ihres materiellen Inhalts unberührt. Man hielt sich nur an die März datirte Korrespondenz, betitelt „Judenpassah und Christenblut", deren Verfasser mit der Versicherung anhob, daß man allerdings Zweifel darein setze, ob es wirklich wahr sei, daß zu den üblichen semitischen Sünden auch das Steh- Art der Agitation für dieselbe durch die Angeklagten, und > len von Christenkindern zum Zwecke ihrer Abschlachtung gediese fand innerhalb des Provinzial-Schulcollegiums die schärfste j höre, indeß seien diese Zweifel unbegründet, da nach den Berurtheilung. Es wurde gegen beide Angeklagte das äußerste j talmudischen Vorschriften bei den Ceremonien des jüdischen Strafmaß angewandt, welches im Disciplinarverfahren zu-; Passahfestes stets Christenblut in Anwendung kommen müsse, lässig ist, der Verweis, und gegen Förster wegen seiner Agij Es sei ja bekannt, daß in früheren Zeiten zu diesem Zwecke tation außerdem noch eine Geldstrafe von 00 M. Eine! christliche Kinder ermordet worden seien, daß dies aber auch Dienstentsetzung ist von der Gesetzgebung nur für unmittelin der Neuzeit noch vorkomme, sei öffentliches Geheimniß." bare Staatsbeamte im Disciplinarwege zulässig und war also hier trotz des Antrages des Staatsanwalts ausgeschloffen. Der letztere hat die Berufung angemeldet. Die Angelegenheit ist also noch nicht beendet. Wir können übrigens bestimmt mittheilen, daß der Ehrenrath des Landwehr-Bataillons Teltow, zu welchem Förster gehört, gleichfalls ein Verfahren gegen letzteren eingeleitet hat, auf welches die gestrigen Verhandlungen wohl nicht ohne Einfluß bleiben werden." (Dies klingt doch ganz anders als in der ..Post"!) Darauf erzählte die „Schl. V." einen Vorfall in Alexandrien in der gehässigsten Weise. Der Bericht fährt fort: „Diese Correspondenz erregte in Breslau einiges Aufsehen und gab der hiesigen Synagogen-Gemeinde Veranlassung, an das Kaiserliche Generalconsulat zu Alexandria die fragliche Zeitung mit der Anfrage zu übersenden, was denn an der Mordgeschichte Wahres sei. Unterm 19. Mai erging die amtliche Auskunft, daß in der That zur Zeit des Passahfesies Ruhestörungen in Damaskus stattgefunden Hütten, weil Augerburg, 27. Januar. (Bolksz.) Der landwirth-, das Gerücht umging, ein christlicher Knabe sei durch Juden schaftliche Kreisverein Angerburg hat über die bekannte Antiermordet worden. Es fei jedoch bald ermittelt worden, daß semiten-Petition untensiehenden Beschluß gefaßt: Der landdies durchaus unwahr sei, ein Knabe fei bei dem Versuch wirthschastliche Kreisverein Angerburg, vertreten durch 23 in den Garten eines jüdischen Einwohners zu klettern, von anwesende Mitglieder, beschließt einstimmig, daß er es unter! der Terrasse herabgeftürzt und habe sich beim Aufschlagen auf seiner Würde hält, über die Petition gegen die Gleichberechj einen Glashaufen die Adern ausgeschnitten, so daß er vertigung der Juden in Berathung zu treten, da er die ganze! blutete. Das sei Alles. Weder der Rabbiner noch irgend Judenhetze dieser Tage nur als Symptom einer krankhaften ein anderer Jude seien verhaftet worden. Hätten nicht ein- Geistesrichtung auffaßt und er sich nicht für competent ] zelne Juden in ihrer Angst militärische Hilfe bei den Behörhält über Geistesstörungen eines, zum Glück nur sehr kleinen1 den nachgesucht, so daß das Volk aufs Neue unruhig wurde, Theils der menschlichen Gesellschaft zu Gericht zu sitzen. Der > so würde die Sache kaum besonderes Auffehen erregt Vorsitzende wird beauftragt, vorstehenden Beschluß Herrn vr. i haben. Förster-Charlottenburg unter Zurückreichung der Petition dr. m. j Auf Grund dieser Auskunft erstattete die hiesige Synamitzutheilen. > gogengemeinde gegen den Redacteur der „Schl. Bolks-Ztg." Breslau, 17. Jan. (Privatmitth.) Anbei sende ich Ihnen! Konstantin Nowak Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft das in der hiesigen „Breslauer Gerichts-Zeitung" vom 16. ' mit dem Anträge, das Verfahren aus § 166 R.-St.-G.-B. d. M. enthaltene Referat über: Die Anklageverhandlung ge-; (Beschimpfung einer vom Staate anerkannten Religions-Gegen den Redacteur der schl. Volkszeitung wegen des bekann-: sellschaft) einzuleiten. Die Staatsanwaltschaft lehnte diesen len Artikels „Judenpaffah und Christenblut". Dies von; Antrag ab, wurde aber auf diesfallsige Beschwerde bei der dem Landgericht zur Anwendung gebrachte Strafmaß ist ein i Ober-Staatsanwaltschaft zur Erhebung der Anklage gegen Noäußerst mildes — aber die Berurtheilung an sich verliert wak angewiesen. dadurch nichts an ihrem prinzipiellen Werthe. Der Berthei-! Im Audienztermine erschien der Angeklagte in Begleitung diger Dr. Porsch ist ein junger ultramontaner Heißsporn,; des Rechtsanwalt Dr. Porsch und gab die Erklärung ab, daß