Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1881)
- Date
- 1881-01-25
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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57 Ruppel meint, die, Dienstag versammelt gewesenen Arbeiter seien „bezahlte". Nun, da auch Sonntag Bormittag wieder eine Arbeiter - Versammlung berufen ist. so werden wir ja sehen, was diese zu einer solchen Berläumduug sagt. Berlin, 17. Januar. Am 15. d. fand die Generalversammlung der Viktoria - National - Jnvalidenstiftung unter Leipzig, 14. Januar. Aus einem Briefe des bekannter: Orientalisten Di-. Franz Delitzsch, Professors der Theologie in Leipzig, theilt die „Magd. Z." folgende ans die antisemitische Agitation bezügliche Stelle mit: Leipzig, 2. Januar 1881. . . . Christlicherseits spielt in diese Bewegung ein undem Vorsitze des Kronprinzen statt. Ter hohe Proteetor!christlicher Racenhaß hinein, welcher zum Himmel schreit, hatte den stellvertretenden Vorsitzenden Geb. Commercienrath! und, da die Wurzeln des Christenthums mit denen der alt- Magnus zu seiner Rechten. Nach Schluß der Geschäfts-! testamentlichen Religion dieselben und, das ekelhafte Verhalten sitzung wandte sich der Kronprinz, wie die National-Zeitnng! eines Vogels darstellt, der sein eigen Nest beschmutzt. Möge berichtet, an den Geh.-Rath Magnus mit der Frage: „wie dieses unheilige Feuer bald verstackern und ersterben. Ich er mit dem vergangenen Jahre zufrieden fei?" Der Augehöre nicht auf, es mündlich und schriftlich zu verurtheilen. ... redete entgegnete, daß Angesichts der Sr. Kaiserlichen Hoheit! Franz Delitzsch ist am 23. Februar 1813 in Leipzig wohlbekannten Agitation das Jahr für ihn eines der trüb-! von christlichen Eltern geboren und gehörte Zeit seines sten seines langen Lebens gewesen sei. Wenn ihm und un-! Lebens der streng lutherischen Richtung an. zähligen seiner Glaubensgenossen inmitten dieser traurigen Bewegung ein starker Trost geblieben, so sei es die lebendige Erinnerung an den an dieser Stelle gethauen Ausspruch des Kronprinzen, daß er die Bewegung bedauere und daß sie eine Schmach für unsere Zeit sei. Mit allem Nachdruck bemerkte hierauf der Kronprinz, daß er dieselbe 'Anschauung heute wie damals hege, daß er die gedachten Bestrebungen auf's entschiedenste mißbillige und verwerfe. Was sein Ge- Kremerhafen, 11. Jan. Dem Vorstand des Bürgervereins war die Petition der Herren Henrici, Förster, Stöcker und Consorten zugegangen. Der Vorsitzende legte diese am Montag der zahlreich besuchten Versammlung vor. Die Letztere nahnr nun ohne jede Debatte folgende Resolution einstimmig an und übersandte dieselbe auch als Antwort an die genannten Herren: „Der Bürgeroerein vcrurtheilt die gegen unsere jüdischen Mitbürger gerichteten Bestrebungen fühl dabei am meisten verletze, sei die Hineintragung dieser! des p. Stöcker und Genosien, wie sie in der vorliegenden Tendenzen in die Schule und in die Hörsäle; in die Pflanz- Petition zum Ausdruck kommen und giebt vor Allem sein statten des Edlen und Guten sei dieses böse Saatkorn hinein-! Bedauern darüber zu erkennen. daß ein evangelischer Pregeworfen worden. Hoffentlich werde es nicht zur Reife ge-!diger sich an die Spitze einer Bewegung stellen konnte, die, langen. Er vermöge es nicht zu faffen, wie Männer, die! weit entfernt von allen Lehren christlicher Duldung und auf geistiger Höhe stehen oder ihrem Berufe nach stehen soll- Nächstenliebe, den Raeenhaßschütt und so tief beschämende Früchte zeitigen konnte, wie sie in der berichtigten Reichshallenversammlung zu Berlin mit erschreckender Deutlichkeit ten, sich hier zu Trägern einer in ihren Voraussetzungen und Zielen gleichmäßig verwerflichen Bewegung hergeben konnten. Der Kronprinz zog zur Erläuterung dieser Anschauungen eine i an die Oberfläche getreten sind." Anzahl markanter Zwischenfälle der letzten Zeit herbei, wo-! Hamburg, 11. Januar. (Privatmitth.) Kürzlich fand bei er auf die Geschichte der Agitation und ihrer einzelnen > hier eine von einem Gerichtsvollzieher geleitete Auctton von Phasen einging. Im weiteren Verlaufe der Unterredung! Waaren, hauptsächlich Delieatessen, statt. Unter dem Auefragte der Kronprinz, ob es wahr sei, daß viele jüdische tionspublikum waren auch viele Juden und da diese aus die Familien Berlin zu verlaßen beabsichtigten. Herr Magnus! Delieateffen nicht mitboten, wurden für die Delieatessen nur entgegnete, daß ihm kein einziger derartiger Fall zur Kenntsehr niedrige Preise erzielt. Das erregte den Zorn des hochniß gekommen sei und er auch nicht daran glaube. Unter wohllöblichen Herrn Gerichtsvollziehers und er ließ sich zu dem den Juden herrsche wohl eine leicht begreifliche und tief-j Ausruf hinreißen: „Raus mit den Juden!" Ta kam er aber gehende Erregung, aber keinerlei Furcht. Tie früheren Wortej schön an. Sämmtliche 'Anwesende ohne Ausnahme erhoben des Kronprinzen, die Erklärung der Notablen, die Resolution i sich wider ihn unter den Rufen: „Raus mit dem Stöcker! der Berliner Wahlmänner und Allem voran die Antwort! Wir sind hier nicht in Berlin, wir sind hier in Hamburg!" des Kaisers an die Stadtvertretung von Berlin hätten mäcki^und nur der Besonnenheit einiger Handelsleute hat der tig dazu beigettagen, die feindseligsten Bestrebungen in ihrer > wüthige Stöckerianer es zu verdanken, daß er nicht handnächsten Wirkung abzuschwächen. Der Kronprinz meinte hierauf, greifliche und schlagende Beweise von seiner Anwesenheit in auch er gebe sich derHoffnung hin, die Bewegung werde langsam! Hamburg bekam. - Eine Diseiplinaruntersuchung soll gegen im Sande sich verlaufen, derarttge ungesunde Dinge könnten! den sauberen Herrn Gerichtsvollzieher im Gange sein, keinen Bestand haben. Die Unterredung, welche eine Tauer von' Steele, 10. Januar. Bor der Sttafkammer zu Essen fünfzehn Minuten gehabt hatte, verließ sodann diese Frage, j wurde heute gegen Vicar Monschau von hier wegen einer