Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1881)
- Date
- 1881-01-25
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
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56 %ei/tl4/WC]| Wl&cfy XA'ctyC&W. i-xf c gesellen-Club" gebildet, der selbstverständlich die Confession 4_/Hl sw CUU. seiner Mitglieder unberücksichtigt läßt; in den Vorstand ist Berlin, 14. Januar. (Privatmitth.) Die antisemitische auch ein Jude, der Rentier Samuel Wolff, gewählt. Dies Partei bat sich durchaus gespalten; auf der einen Seite! mißfällt nun gewisien Leuten, und ein unbekanntes Comitö Ruppel, der Verleger der „Ostend-Zeitung" und Dr. Henrici,1 hat „christliche Männer zur Bildung eines Junggesellenverauf der andern Seite Stöcker mit seinen „Christlich-Socialen".' eins" zusammenberufen. Jndeß ist es fraglich, ob sich außer In einer sog. conservativen Versammlung erklärte es der; diesem Comitv Jemand einsindet. Die antisemitische Clique Vorsitzende Ruppel für „Sache des deutschen Volkes, den kst sehr rührig und unterläßt keine Art der Demonstration, vr. Henrici, der seine Stelle verloren hat, schadlos zu halum die confessionelle Verschiedenheit zum Bewußtsein zu ten, wie dies die Judcnschaft mit Mommsen gethan." (!!) Dagegen ist man in den Kreisen der Christlich-Socialen mit Ausarbeitung eines Aufrufs beschäftigt, welcher an die Arbeiterbevölkerung Deutschlands vertheilt werden soll, und bringen. — Das dritte Stiftungsfest des fortschrittlichen Vereins „Waldcck " fand unter Betheiligung von etwa 3500 Köpfen statt, die Festrede hielt Abg. Träger. Unter Anderem sprach er mit Beziehung auf die studentische Jugend, leider sei die in welchem ausdrücklich die Erklärung gegeben wird, daß es! heutige Jugend ohne jeden idealistischen Zug. „Auch über sich die Christlich-Socialen zur Aufgabe machen würden, uns kommen Stunden sehr gerechtfertigter Ermattung", fährt gegen alle Ausnahmegesetze und Einschränkungen der bürger- Redner fort, „und wir fragen: wo ist die Jugend, der lichen Rechte zu stimmen, und daß sie der Bewegung, wie wir gern Platz machen würden, wenn wir die Ueberzeugung sie von vr. Henrici und Genossen ins Leben gerufen sei, hätten, daß sie cs besser machen würden. Aber sie ist kalt, durchaus feindlich gegenüber stehen. Mit dieser Versicherung! blasirt, womöglich uns feindlich gegenüber. Und, wenn uns will man die Arbeiter Deutschlands allmählich in das Lager! auch die Nothwendigkeit die Pflicht auferlegt, auszuharren der Christlich-Socialen zu ziehen suchen. Desgleichen erklärt! bis das Auge bricht, so habe ich mir doch in Stunden leiser das studentische Count« in Leipzig, daß es der Agitations-! Verzagtheit gesagt: es ist doch so schlimm nicht, wie du wohl weise der Herren vr. Henrici und Genoffen fern stehe und dieselbe als die nationale Bewegung zu discreditiren geeignet glaubst annehmen zu müffen. (Langanhaltender Beifall). Weiterhin sagt er: Man hat Schutzzölle, Agrarier und Anbetrachte. Das stimmt jedoch wenig mit der bekannten findenj tisemiten ins Gefecht geführt und schließlich ist es der alte tischen Versammlung zu Berlin, wo dem Henrici und Förster - Adam (rauschender Beifall). Duldung ist unsere Pflicht, so starke Huldigungen dargebracht wurden. ' aber unduldsam denen gegenüber, die unsere Bestrebung zu — Am letzten Sonntag (den 16. d.) fand eine zweite' hintertreiben suchen. Was kümmert uns die Religion, was, Arbeiterversammlung in der Berliner Flora statt, die gleich-! ob der eine zu Gott und der andere zu Jehova betet? falls die Stellung zur „Judenfrage" auf der Tagesordnung! (Abermaliger rauschender Beifall.) Die Sache, der wir dienen, hatte. — ist heilig, denn alle Heroen haben an diesem Werke gearbeitet, — Von der Direktion des National-und Kroll-Theaters aber gewöhnen Sie sich den Gedanken ab, daß die Arbeit ging nachstehende Mittheilung zu: Infolge der obwaltenden j fccr Freiheit sofort Früchte bringe wie die Arbeit des Säe- Zeitverhältniffe hat das hochlöbliche Polizei-Präsidium das mannes, sie ist eine schwere langsame lohnende Arbeit." in Aussicht genommene Stück „Die Juden von Worms" zur (Wiederholter stürmischer Beifall). — Aufführung laut Präsidial-Erlaß Nr. 3464. P. I. Hin. nicht; — Die Erklärungen gegen die Antisemiten mehren sich, zulasten können.! So: In der Sitzung am 13. d. nahm der Berliner Ostend-Club — Den Flugblättern und Pamphleten der Antisemiten, einstimmig folgende Resolution an: „Gegenüber irrthnmlichen von denen nächtlicher Weise noch immer welche an den Auffassungen, welche durch die zufällige Namens-Berwandt- Säulen, Brunnen u. s. w. angeheftet, am Tage allmölig jschaft des Ostend-Clubs und der „Ostend-Zeitung" entstanden beseitigt werden, gegenüber, werden auch jetzt Flugblätter > sind, erklärt der Ostend-Club, daß er zu der genannten Zeigegen die Antisemiten verbreitet. So wurde ein solches I tung keinerlei Beziehungen hat, vielmehr der in dieser Zeinach der Arbeiterversammlung von Dienstag in 7000 Exemtung vertretenen sogen, antisemitischen Agitation vollständig plaren vor den „Reichshallen" vertheilt, es war von einem Herrn Rechtspraktikanten Eduard Lohmann verfaßt. — Wie weit von gewisser Seite her das Streben, consessionelle Spaltungen hervorzurufen, getrieben wird, geht aus Folgendem hervor: Es hat sich hier ein Berliner „Jungfern steht." Jndeß wühlen die Antisemiten weiter, und am 13. Abends hielt vr. Henrici wieder eine seiner Versammlungen, in welcher er Alles hervorsprudelte, was cs an giftigem Haste gegen die Juden nur geben kann. Sein Cumpane