Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1881)
- Date
- 1881-01-04
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 in erster Linie der hochherzige Sinn des hiesigen Bürgermeisters, Herrn Hinz, der dem alten Mann das beste Leumundszeugniß ausstellen konnte und sich persönlich der Sache aufs Wärmste annahm. Dem Aufruf wurde von wohlthätigen Menschen entsprochen, und so konnte am 21. v. M. die Hochzeit vor sich gehen — zur Freude des alten und dcS jungen Paares, die aber noch durch einen andern Umstand wesentlich erhöht wurde. Auf die bloße Nachricht von der bevorstehenden Feier war nämlich aus Königsberg i./Pr. in edler Uneigennützigkeit Herr Rabbiner vr. Bambcrger und mit ihm der erste Cantor der dortigen Synagogengemeinde, Herr Birnbaum, erschienen, die, der Ersterc durch Boll- Die <!. Lieferung beginnt die Uebertragung des Midrasch Schir Ha-Schirim und reicht darin bis Cap. 3,10. Man ersieht hieraus, daß dieses großartige Unternehmen den erwünschten Fortgang nimmt. Wir wollen jedoch nicht verhehlen , daß der Verleger bis jetzt, wie er uns mittheilt, große Opfer zu bringen hat, die, wenn nicht eine größere Beförderung des Absatzes erfolgte, ihm die Beendigung des Werkes unmöglich machen würden. Wir begreifen kaum, daß dieses so überaus nützliche Werk, welches aus so vielen Gesichtspunkten für den jüdischen Religionslehrer entschiedene Vortheile besitzt und ihm namentlich in homiletischer Beziehung ein reiches Material zugänglich macht, nicht genug ziehung d:s Trauactes, der Letztere durch seinen Gesang, die! Freunde und Abnehmer sindet. Wir unsrerseits empfehlen Hochzeit zu einer wahrhaft weihevollen und erhebenden gc=je§ unseren Lesern dringend und würden es aufrichtig bestalteten. Dieselbe fand in dem Hotel „Deutsches Haus"! klagen, wenn es nicht zu Ende geführt werden könnte. Zum statt, dessen großer Saal von dem Herrn Hotelier Nitsch! Midrasch Schir Ha-Schirim giebt vr. Wünsche eine kurze mit dankenswerther Liberalität dazu unentgeltlich eingeräumt,! Einleitung, welche die eizcnthümlichcn Eigenschaften dieses geheizt, beleuchtet und geschmückt war. Biele hervorragende j Midrasch sowohl hinsichtlich seines Charactcrs als seiner Christen aus Stadt und Umgegend wohnten dem Acte bei, j Abfassung sowie seiner Abhängigkeit von anderen Quellen in die sich, soweit wir Gelegenheit hatten, mit ihnen zu sprechen, i ein Helles Licht stellt. Es versteht sich von selbst, daß ein Alle durch die Feierlichkeit und speciell durch die von tiefer l solches Werk der Detailkritik reiche Veranlassung zu Bemerk- Religiosität und echter Menschenliebe durchwehte Rede des jungen, auch zu Correcturen giebt, für welche wir an dieser Herrn vr. Bamberger in hohem Grade befriedigt zeigten, Stelle keinen Raum haben. Im Ganzen kann der Fleiß, die übrigens auch großentheils an dem kleinen, sich an den Trauact anschließenden Feste betheiligten. Die Freude der zunächst Jnteressirten zu schildern, dürfen wir uns ersparen: jeder Menschenfreund wird sie sich vorstellen und Mitempfinden, er sei nun Christ oder Jude. — Der Rabb. I. Weisse in Umsicht und Belesenheit, mit denen der vr. Wünsche seine schwierige Aufgabe löst, nicht genug anerkannt werden. — Von der in Nr. 38 ausführlich besprochenen Broschüre des Sanitätsrats vr. S. Neumann in Berlin über die Ein- und Auswanderung der Juden im preußischen Staate, durch Waag-Neustadt hat am 27. Nov. sein 2öjähriges Amts-! welche Schrift die Behauptung der Antisemiten, daß der jnbiläum gefeiert. — Man schreibt axx§> Groß-Strehlitz j preußische Staat von russisch-polnischen Juden überschwemmt (Schlesien.) Sonntag, den 28. November wurde der Präses! werde, vermittelst statistischer Belege als eine tendenziöse des hiesigen Synagogenvorstandcs, der zugleich Rathmann in! Fabel erwiesen wurde, erscheint binnen Kurzem eine zweite unserer Stadt ist, Herr Jonas Grätzer, mit dem Commissicns-! Anstage. — Bon unserer Schrift: „Haben wirklich die Juden raths-Titel von Sr. Majestät dem Kaiser und Könige aus Jesum gekreuzigt?", die in fast alle europäischen Sprachen gezeichnet. Der Herr Landrath Rudolf mit dem Kroissekretär übersetzt worden ist, erscheint in nächster Zeit auch eine sowie der Bürgermeister mit dem Magistratscollegium, eine italienische Uebertragung von vr. W. Ehrenreich in Deputation der Stadtverordneten, der Synagogen-Vorstand Turin. — Die „A. A. Z." schreibt aus Augsburg: „Auch mit dem Repräsenrantencollegium und sämmtliche Cultusbei hier ist das Gedächtniß Alberts des Großen in würdiger amte der hiesigen Gemeinde begaben sich Montag in das' Weise gefeiert worden. Der historische Verein veranstaltete Haus des Gefeierten, und Herr Landrath überreichte dem-j zu diesem Zweck am 13. November Abends eine zahlreich selben mit einer feierlichen Ansprache das Ehrcndiplom mit.besuchte Versammlung, in welcher Herr Rabbiner vr. der Bemerkung: Er kenne im Verdienste keine Confession,! Groß die Festrede zu Ehren des berühmten Gelehrten und es freue ihn sehr, daß sein Verdienst auch würdig an-' hielt. Nach kurzer Skizzirung des Lebensganges Alberts, erkannt worden sei. wobei auch desien Beziehungen zu Augsburg Erwähnung Bonn, 16. Nov. (Literarische Notizen.) Es kommen fanden, gab der Redner ein sorgfältig und freisinnig ausgeuns zugleich die4.5. und 6. Lieferung der vibliotbeea vabbirnea führtes Bild der wissenschaftlichen, namentlich der philozu, d. i. die deutsche Uebersetzung der Midraschim von vr. sophischen Stellung, Lehre und Wirksamkeit des Meisters der A. Wünsche, die bei Otto Schulze in Leipzig erscheint, deutschen Scholastiker in seinem Verhältniß zur Culturstufe Die 4. und 5. Lieferung bringen Bereschit Rabba von Par. seiner Zeit, woraus die hohe Bedeutung desielben nach den XXI bis Par. LXVT oder von Kapitel 3,22 bis Kap. 27,31. verschiedenen Seiten der geistlichen Entwickelung in Hellem