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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-01-04 · Heft 1 (4.1.1881) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 1 (4.1.1881)
Date
1881-01-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 den gelehrten Salomon Buber in Lemberg, der durch ausdauernden Fleiß, tiefe Untersuchung und umfassende Gelehrsamkeit in das innerste Weben des Midraschgeisles einzudringen nicht müde wird und von dem irdischen Segen, den ihm Gott verliehen, mit ausgiebiger Hand spendet, um aus vergessenen Winkeln fremdländischer Bibliotheken die mit dem Kost der Zeit bedeckten handschriftlichen Schätze an das Tageslicht zu fördern, dem Untergange zu entziehen und durch Druck in den Besitz der Nachwelt zu bringen. Bereits vor zwölf Jahren begrüßten wir als Erstlingsgabe seiner diesbezüglichen Forschungen die älteste, „d'Rab Kahana" benannte Peßiktha (herausgegeben durch den Verein Mekize Nirdamim, Lyck 1867); heute empfangen wir von ihm unter dem wiederhergestellten ursprünglichen Titel „Lekach-Tob" die gegen Ende des elften Jahrhunderts von R. Tobia ben Elieser geschriebene sogenannte Peßiktha Sutratha zu den beiden ersten Büchern des Pentateuch, unter welchem letztern Namen das Werk seit dem 15. Jahrhundert bekannt ist. Kaum vermögen wir mit größerem Dankgefühl davon zu sprechen, daß nun eine literarische Urkunde aus längst vergangenen Jahrhunderten, von welcher wir nur durch Hörensagen und sporadische Mittheilungen Kenntniß hatten, zum ersten Male vor uns aufgerollt liegt, — daß aus der sorgfältigsten Vergleichung mit andern Handschriften auf dem Grunde eines Jerusalemischen Manuscripts zum ersten Male durch den Druck uns eine Arbeit vor?, »legt wird, die, ein Vorläufer des Jalkut, als ein überaus schätzenswerther Beitrag zur Kenntniß der Midraschwerke anzusehen ist: als daß Milin: Alexander Macedonicus) entgegen und unterstützt dieselbe durch so beweiskräftige Belege, daß wir uns ihr aus voller Ueberzeugung anschließen müssen. Weniger darf dieser Widerspruch gegen Zunz gerichtet sein, was uns Herr B. zu bemerken gestatten wolle —, da jener bereits (Literaturgesch. der Synag. Poesie S. 257) angiebt, „daß Tobia ben Elieser kein Sohn von Eleasar b. Jsaac in Worms gewesen und daß seine Abkunft aus Mainz noch unerwiesen sei", wodurch frühere entgegenstehende Angaben (Gottd. Bortr. 293; zur Gesch u. Litr. 124) corrigirt sind. Gewinnend ist für uns auch die Angabe des Herrn B. über das Alter der einzelnen Handschriften (S. 27), wonach die florentinische die älteste ist, welcher dann die palästinensische und als jüngste die Petersburger folgt. Allein gerade der Umstand, welcher für das höchste Alter der Florentiner spricht, daß dort nämlich der Verfasser meist ohne Titel und in erster Person redend eingesührt wird (S. 15—16; 27; 63), führt uns doch zu dem Bedenken, ob wirklich Herrn Buber dieselbe palästinensische Handschrift, welche Asulai besaß (S. 9) zur Unterlage für seine Arbeit gedient habe. Denn während Letzterer in seinem Citat zu Exodus 3, 20 (Schem Hagdolim 1, 62 b) Tobia als in erster Person redend und ohne Titulatur bezeichnet, spricht von demselben die Handschrift des Herrn Buber in demselben Citat in der dritten Person und mit Titulatur. Wie dem aber auch sei: wir sind Herrn Buber für den Besitz eines ausgezeichneten Werkes verpflichtet, das seiner Liebe zur jüdischen Literatur und seiner Freigebigkeit, wo es gilt edle Zwecke zu fördern, die sorgfältigste Bearbeidieser Ausgabe eine 68 Seiten starke Einleitung beigefügt - tung und die Veröffentlichung durch den Druck verdankt, ist, die in vorzüglichem Hebräisch uns in die Geschichte des! eine Wiedergeburt nach achthundertjähriger Verborgenheit. Lekach-Tob einführt, das Nationale und die Schicksale seines I Zu den bekannten Verdiensten des Herrn vr. Jellinek um Verfassers auf das Ueberzeugendste nachweist, mit der Methode seines Vortrages, den Quellen, aus welchen er schöpft, wie den Schriftstellern, die ihn citiren, bekannt macht. Ein kritischer Commentar, der sich durch das Werk zieht, belehrt den „Midrasch" gesellen sich so in hohem Grade diejenigen des Herrn Buber durch Herausgabe der „alten" Peßiktha und des „Lckach Tob". Der verehrte Mann hat sein Ziel noch weiter gesteckt; auch den Lekach-Tob-Midrasch zu den uns über die Stellen, an welchen die verschiedenen Handdrei letzten Büchern des Pentateuch und ebenso den Midrasch schriften von einander abweichen, über die Belege aus Bibel^ Rabbathi, welche beide bereits im Druck existiren, will er Midrasch und Talmud, und bezeugt die umfassende Beeiner sorgfältigen Bearbeitung unterziehen und von Neuem lesenheit und Sicherheit des Herausgebers. Wir übergehen; herausgeben. Möge Gott seine Arbeit segnen! Zum Schlüsse Vieles, in welchem Herr Buber mit den gründlichen Vorwidmen wir der Verlagsdruckerei der Wittwe und Gebrüder arbeiten, die er vorgefunden, übereinstimmt, oder, wo er von Romm in Willna unsere Anerkennung, die sich durch cordenselben abweicht. In letzterem Betracht jedoch erwähnen recten Druck um die Herausgabe des Werkes verdient gewie die Angabe (S. 18 — 22), daß Tobia ben Elieser, der Bermacht hat. vr. Tobias Cohn, Rabbiner, fasser des „Lekach-Tob", weder ein Deutscher gewesen, noch in Mainz oder Worms gelebt nnd später nach Palästina' übergefiedelt, daß auch nicht der sogenannte Elieser der Große > __ _ aus dem Geschlechte Abeus sein Vater gewesen sei, sondern: daß jener vielmehr in der Bulgarischen Stadt Kastorea, unweit Ochrida, gelebt und dort 1097 geschrieben habe. Mit \ dieser Angabe tritt Herr B. der Ansicht von Rapoport «Erech 1

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