Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1881)
- Date
- 1881-01-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 wie -ein unschuldiges Kind, wenn er fortfährt: „Was wir! Gleichberechtigung doch noch aufgehoben und „rohe Ausbrüche über den leidigen Streit zu sagen wußten, u. s. w." Aber , unheimlichen Hasses" kommen würden, „die (o, wie harmwer hat denn den Streit zum Streit gemacht? Er braucht! los) den Deutschen, den Christen wie den Juden nicht zur sich nur zu erinnern, daß vor ihm von den kleinen Juden-! Ehre (!) gereichen würden". Wenn Herr v. Treitschke die Hetzern nur geschimpft wurde, worauf Niemand antwortete.! Reden und Schriften Marr's, Stöcker's, Henrici's u. A. lesen Erst die feindseligen Auslastungen Treitschkes forderten den 1 wollte, so würde er sogar zugestehen müssen, daß er sich durch Widerspruch heraus, und machten aus der Sache einen! diesen Schluß'vollständig den genannten Herren zugesellt „Streit". Er sieht erst „in den jüngsten Wochen eine so!habe; doch wollen wir ihn unter diesen als xrimns ialer leidenschaftliche Aufregung die deutsche Hauptstadt durch-! xares anerkennen, zittern", was gerade so ist, wie wenn der Inquisitor, der! den Scheiterhaufen zusammenzutragen und anzuzünden be-! ' fohlen, sich wundert, daß dieser so lustig aufflackert. Die' Anträge der Petition verwirft auch er, theils als wirkungs- Literarillder Wochenbericht los, theils als nicht durchführbar. Aber die Schuld der! }U* ' „Verstimmung" wälzt er auf die Juden. Natürlich da diese 'Potsdam, im November. Midrasch rvj oder die zu seinen Anklagen, Beschuldigungen, Jrrthümern, Unrichtig-! sogenannte Peßiktha Sutratha zum ersten und zweiten Buch keiten und Uebertreibungen nicht geschwiegen haben, sie nicht Mosis von Rabbi Tobia ben Elieser, zum ersten Male hermit Kniebeugen als Orakelsprüche über sich ergehen ließen,! ausgegeben von Salomon Buber in Lemberg. 2 Bände, so haben die Juden sich nicht „mit ihren christlichen Mit-! Druck und Verlag von Wittwe und Gebrüder Romm. bürgern ehrlich versöhnen" wollen! Wenn Juden in Halle! Wilna 1880. und Eisenach ihre Inserate Blättern entzogen, die auf sie! Dem Beispiel des Ordners der Mischnah folgend, der aus geschmäht hatten, so ist dies nach Tr. eine „Verschwörung den in Wort und Schrift seiner Vorgänger enthaltenen Erzur Schädigung christlicher Mitbürger"! Hätten die Juden! klärungen des Gesetzes, sein großes Werk herstellte, benutzten zu allen Unbillen, die ihnen zugefügt worden, zu allen An-! auch dessen Jünger die schriftliche Hinterlassenschaft jener klagen, die man gegen sie erhob geschwiegen, und ohne sich! Meister, die sich derselben bei ihren Lehrvorträgen bedient zu wehren sich Niederschlagen lassen: so würde Herr v.! hatten, um auch ihrerseits daraus Werke zu schassen, welche Treitschke gewiß unter denen gewesen sein, welche dieses! der Nachwelt die geistige Arbeit der früheren Geschlechter, Stillschweigen als Eingeständniß der Schuldhaftigkeit und ihre dogmatischen, moralischen und historischen Lehren, aufnebenbei als Feigheit gekennzeichnet hätten. An und für bewahren sollten. So entstanden die theils halachischen. theils sich bleibt es jedoch immer ein Vergehen, einem solchen agadischen Charakter tragenden frühesten Midraschwerke: Herrn zu widersprechen und ihm recht arge Schwachheiten nachzuweisen. Wie wenig Tr. sich in seinem Gewissen bewogen fühlt, offenbare Ungerechtigkeiten zu vermeiden, zeigt sich deutlich in seinem Satze: „Sie (die Juden) haben das Judenthum der ausländischen Presse gegen ihre deutschen Landsleute ins Feld gerufen." Wenn Tr. nur die englische Presse angesehen hätte, die liberale wie die conservative, die radikale wie die hochtoristische, z. B. die „St. James's-Gazette", die „Times", das „Morning-Chronicle", die „Daily- News" und viele andere, so würde er sich doch gescheut haben, die Juden eines solchen unpatriotischen Verhaltens zu zeihen und die ganze englische Presse in den Dienst des Sifra, Sifri und Mechiltha, eine Nachlese aus dem in die Mischnah nicht aufgenommenen Material. Je mehr geschriebene Originale aber der nachschaffenden Arbeit Vorgelegen haben mögen und je verschiedenartiger diese letztere unter der Hand der verschiedenen Autoren ausfiel: desto mehr Unsicherheit und Unklarheit mußte betreffs der Sammlungen entstehen und in der That macht es den Ruhm der gelehrten Arbeiten von Rapoport, Zunz, Weiß, Friedmann u. A. aus, Licht in das Dunkel gebracht zu haben, das das Feld des Midrasch umgab. Kein Midraschzweig jedoch unterlag so sehr dem bczeichneten Uebelstande, wie die Peßiktha, die — selbst eine Nachbildung der frühesten Midraschwerke, aus Judenthums" zu stellen. Herr Tr. kann es uns unter welchen sie reiche Auszüge ausgenommen hat — in weit diesen Umständen nicht verdenken, wenn wir von seinem Character durchaus keine hohe Meinung haben. Aber freilich, diese englische Presse hat zugleich sich sehr mißliebig über Treitschke ausgesprochen, hat sogar darüber gespottet, daß einige Parteigänger Tr. den deutschen Macaulay genannt — da muß sie vom „Judenthum" aufgefordert sein. Schließlich bleiben ihm nur die Drohungen übrig, daß die auseinander liegenden Jahrhunderten gesammelt wurde und durch die Verschiedenheit des Namens, unter welchem ihre einzelnen Theile innerhalb der getrennten Perioden erschienen, nicht geringe Verwirrung stiftete. Wiederum stehen auch hier die vorhin genannten Altmeister jüdischer Wissenschaft im Vordergrund erleuchteter Forschung; allein keinen trenern Jünger hat die Peßiktha-Literatur auszuweisen, als