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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-12-07 · Heft 49 (7.12.1880) · p. Seite 774

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 49 (7.12.1880)
Date
1880-12-07
Page
Seite 774 (sequence 6)
Language
German
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774 das geändert werden könnte im Wege einer Gesetzgebung, die j gingen und Führer der conservativen Partei wurden — ich an dem Recht an sich nichts ändert, sondern nur die Anwen-1 erinnere an Stahl, und ich könnte vielleicht nahe liegende düng des Gesetzes in gewisse normale Wege lenkt, dann ließe! Beispiele wählen (Heiterkeit); ja meine Herren, sind Sie denn sich darüber sprechen. Aber davon ist nicht die Rede; alle die Dinge, welche hier in Frage stehen, sind in der That Kürzungen des Rechts. In dieser Beziehung möchte ich zunächst auf eine besondere Seite aufmerksam machen, welche sich durch diese ganze damit nicht sehr zufrieden? (Ja wohl! rechts.) Errichten Sie denn nicht Monumente für Semiten, die zu Ihnen übergehen, aus ihren Mitteln und aus wahrer Bewunderung und ohne daß Sie Widerwillen empfinden gegen die Männer wegen ihrer Race? Giebt es nicht zahlreiche conservative Discusfion nicht hier bloß, sondern auch in der Presse der > Familien, die mit Semiten verschwägert find? Haben Sie konservativen Partei und den öffentlichen Versammlungen hindurchzieht, ich meine die, daß, wenn einmal ein gewisser Satz ausgesprochen oder gewisse Zahlen zum Beispiel hingestellt sind, sie immer wieder wiederholt werden, gleichsam als ob sie absolut richttg seien, und daß alle Widerlegungen nichts nützen, weil die Herren sich nicht die Mühe nehmen, dieselben zu lesen oder Kenntniß davon zu nehmen. Meine Herren, diese Frage der Judeneinwanderung ist in allereingehendster Weise seitdem erörtert worden. Einer unserer besten Statistiker. Herr Neumann, hat darüber eine besondere kleine Brodenn bloß gegen männliche Semiten etwas einzuwenden? (Stürmische langanhaltende Heiterkeit.) Ja, meine Herren, verzeihen Sie mir die Frage, aber die muß sich der Einzelne doch einmal klar stellen. Wenn wir nnr dahin kämen, daß einmal das auseinandergesetzt wird, daß man nicht immer das eine Mal mit der Race, das andere Mal mit der Religion operirt, so würden wir bald zu einer gewissen Verständigung gelangen. Die Race an sich scheint es ja doch für manche Mitglieder der conservattven Partei nicht zu sein, welche so sehr abschreckt, und wenn man untersucht, woher schüre geschrieben, die ich doch bitten möchte, wenn diese Sache j das Weiterwirken kommt, so stößt man doch schließlich immer, mal wieder zur Verhandlung kommt, zum Gegenstände einer > glaube ich, auf die Religion. Ich habe wenigstens den Ein- Betrachtung zu machen; ich stelle gerne ein Exemplar davon zur! druck, daß die Religion es ist, und daß alle diejenigen die Verfügung.!sich hinter die Race verstecken, also z. B. gerade die Herren Meine Herren, analog geht es mit der Verwechselung, j von der Petitton, sich selber täuschen; sie meinen in Wirklichkeit die in dieser Frage fortwährend zwischen Religionspartei und; die Religion. Da stellt sich die Sache aber ganz anders, dann han- Race getrieben wird. Wenn man hört, was in Versammlundelt es sich darum, daß die Juden ihrer Religion wegen angegen vorgetragen wird und was in der Petttion steht, sollte man meinen, die Herren wären alle Ethnologen ersten Ranges (Heiterkeit), sie sprechen von Ariern im Gegensatz zu Semiten, als ob das ganz geläufige und täglich vorkommende Begriffe wären, aber nachher gehen fie auf die Stattstik zurück und agiren mit derselben bald im Sinne der Religionspartei, bald im Sinne des Stammes. Sagt man ihnen: ja wie kommt ihr dazu, die Leute der Religion wegen anzugreifen, die enthält ja gar nichts, was irgend wie gesellschaftsgefährlich wäre, was z. B. zum Wucher aufforderte oder ihn begünstigte, im Gegentheil, alle Religionsgesetze der Juden haben den Wucher stets zu unterdrücken gesucht, es ist nicht die Religion, welche dazu dringt, sondern etwas anderes? — oder weist man darauf hin, daß in der ganzen religiösen Thätigkeit der Juden nichts griffen werden sollen, und in dem Augenblick, wo jemand das zugesteht, wird er auch stutzig werden, in einer solchen Bewegung sortzufahren. So lange man aber glaubt, es sei eine rein ethnologische Frage, die Frage: sollen wir unser Blut rein halten? sollen wir diese allophyle Race von unseren Grenzen abhalten? dann wird die Sache etwas komplizirt, weil dann dieses Gewirr von Stämmen und Völkern, die sich in den verschiedenen Racen vorfinden, in der That verwirrend auf ein sonst ganz normal organisirtes Gehirn einwirken kann. Aber wenn man der Sache näher tritt, was liegt näher, als die Betrachtung, daß es zuletzt doch weiter nichts als die niedrigsten Leidenschaften find, welche entscheidend werden? in erster Linie der Neid. Meine Herren, warum greift man die Juden an? weil sie in den Besitz gelangen, weil fie uns Staatsgefährliches liege, im Gegentheil von jeher das jüdische das Kapital wegnehmen, (Zuruf: aber wie?!> — Es ist nicht Gesetz die Unterwerfung unter das Staatsgesetz, die Anerkennung der bestehenden Regierung und Obrigkeit zum Gegenstände gehabt hat, dann sagt man uns: wir wollen ja das wie. Wenn fie das Capital nicht bekämen, so würden Sie sich nicht widersetzen. Nein, daß die Juden es zu Stande bringen, daß sie im Besitze find, daß ist es, was nicht die Juden wegen ihrer Consession, sondern wegen ihres > Ihnen so unangenehm wird. Der Herr Abgeordnete v. Lud- Stammes, die Semiten als Race angreifen. Ja, dann muß j wig ruft: wie?! Meine Herren, die Juden können die allerich sagen, das ist in der That ein reines Jongleurspiel. In { besten Mittel anwenden und doch macht man ihnen den Vordem Augenblick, wo man von der Race spricht, kommen Sie! wurf. Erlauben Sie mir Ihnen aus einer Broschüre eines auf die Confession. Wenn man dann sagt, daß es doch her-; Ihnen sehr bekannten Mannes, der sogar an der Spitze der vorragende Juden gegeben hat, die zum Christenthum über-! Bewegung hier steht, eine seiner Bettachtungen nach dieser

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