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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-11-23 · Heft 47 (23.11.1880) · p. Seite 748

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 47 (23.11.1880)
Date
1880-11-23
Page
Seite 748 (sequence 12)
Language
German
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748 Ausdruck verlieh. — Wir schließen unsern Bericht mit dem papier durchschossen und mit den Tagen rc. des Jahres be- Wunsche: „Möge es Herrn vr. A. vergönnt feilt, so wie druckt sind, den eigentlichen Notizkalender. Aus ferneren 20 er stets gethan, noch viele Jahre in Wort Schrift zur „För-j Seiten sind alle nöthigen Portotaxen, Tabellen, Städteverzeichderung der Humanität" zu wirken und zu lehren." niffe, Familienkalender :c. enthalten, außerdem liegt eine Bonn, 7. Nov. (Literarische Notizen.) Aus das Eisenbahn-Karte des deutschen Reiches bei. Die sehr prac- Jahr 1881 können wir „Paul Moser's Notizkalender als! tische Mappe bietet in Verbindung mit dem Kalender eine Schreibunterlage" (Verlag des Berliner Lithogr. Instituts in sehr bequeme Schreibunterlage. Die durchweg saubere und Berlin W. Potsdamerstr. HO.) empfehlen. Der Kalender bringt gefällige Ausstattung, trotz des billigen Preises, machen das auf 72 Seiten liniirtem weißen Schreibpapier, welche mit Lösch- Buch empschlenswerth. — Ieuilleton. Amatus Lusitanus (1511 1568) Bon Ernst David. (Fortsetzung.) Wenn Amatus sich wirklich getäuscht hätte, wenn der Commentar von Mattioli keine Jrrthümer enthielt, weshalb dieser heftige Zorn? Warum ruft er die Hülse eines Collegiums an? Warum bringt er hinterlistig die Religion seines Gegners hinein, wo es sich nicht um Theologie, sondern um die Wiffenschast handelt? Was das Verdienst und den Ruf von Amatus betrifft, wurde diese nicht durch die Apologie der beiden christlichen Aerzte augenscheinlich genug erwiesen? O gewiß, wenn Amatus, ein obscurer, unbekannter Arzt, ohne irgendwelchen Einfluß gewesen, hätte Matttoli sich nicht die Mühe gegeben, eine so leidenschaftliche, so herbe Bertheidigung zu versoffen und zu veröffentlichen; und wenn seine Bemerkungen nicht richtig zugetroffen hätten, so würde der Sienese sie verachtet und unbeantwortet gelaffen haben. Wenn man aus dem edlen Gebiete der Wiffenschast das grobe Terrain der Polemik beschreitet, wenn man Beleidigungen der feierlichen Discussion vorzieht, so wird der unparteiische Richter mehr zu der Annahme geneigt sein, daß der, welcher zuerst es betreten hat, im Unrechte ist. Nach einem mehrmonatlichen Aufenthalte in Ragusa, wo er, wie wir schon erwähnt, seine sechste Cenrurie vollendete, begab er sich nach Salonichi. Ter König von Polen hatte ihn an seinen Hof mit dem Anerbieten berufen, sein Leibarzt zu sein; der Magistrat von Ragusa seinerseits setzte Alles ins Werk und machte ihm die schönsten Versprechungen, um ihn in seiner Stadt znrückzuhalten,* aber er lehnte diese für ihn so ehrenhaften Vorschläge ab und zog es vor, sich in Salonichi niederzulassen, wo er 1558 ankam. In dieser Stadt durfte er frei und offen das Judenthum bekennen, das die Religion feiner Väter gewesen und hier widmete er im December 1559 seine fünfte Centurie dem berühmten Israeliten, Don Joseph Nassi-». 1) Ct°. Wolf, Iiildiotheca helmea. 2) Thessalonica. Kalenil. Docemr. armi a ereatione nmndi Diese lateinisch verfaßte Widmung ist für uns äußerst intereffant, denn Amatus beschreibt darin den Schaden, den er unter Paul IV. erlitten; er spricht darin von seiner Bertheidigunq gegen Mattioli und erklärt, daß er diese Centurie dem Don Joseph Nassi widmet, einem Manne, der nicht nur ein fleißiger Gelehrter, sondern auch ein freigebiger und bewunderungswerther Mäcen sei?) „Die vortrefflichen Gaben seines Geistes und seines Herzens, fügte er hinzu, haben ihn Königen und Fürsten Werth und würdig gemacht, überall geehrt zu werden. Wir haben zum Zeugen dafür den Hof des großen Kaisers Karl V., den seiner berühmten Schwester Marie, so wie den von Franz I. Königs von Frankreich. Jeder weiß, wie Du heute vom Sultan Soliman, von seinen Söhnen Selim uud Bajazet, geehrt wirst und wie sie Dich zu den Ersten des Reiches erhoben haben; Ehren, welche — selten bei einem Menschen — Du wohl verdient hast." Er erinnert ihn schließlich daran, daß er ihm schon seine spanische Ueberfetzung des Werkes von Eutrop, des lateinischen Geschichtsschreibers, gewidmet hat. Aus dieser Thatsache kann man logisch schließen, daß Amatus nicht nur ein unterrichteter Arzt, sondern auch ein Gelehrter von großem Verdienste war. Er widmete seine sechste Centurie dem Senate von Ragusa als Zeichen der Dankbarkeit für die großmüthige Gastfreundschaft, welche er von ihm empfangen, als er genöthigt gewesen, Ancona zu verlaßen. Zum Schluß dieser sechsten Centurie, in der Lyoner Ausgabe vom Jahre 1580, findet sich ein Schwur von Amatus, welcher von ihm dort hingestellt zu sein scheint, um ihn gegen die Verleumdungen und Angriffe von Mattioli zur Bertheidigung zu dienen. Dieser Schwur, der die reinste Redlichkeit athmet, der die Rechtschaffenheit, den Edelmuth, die Ehrenhafttgkeit und die Seelengröße unseres Helden beweist, ist das beste Portrait, r>32 s>- 1">53; I). -losepho Nassinio, hebneo, viro non minus illnstri quam sapienti. Amatus medieus. etc. 3) Kt onhn et doctus et doctorum hoinimun non tantum | stmliosus sed fautor otiam et protector mirificus.

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