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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-11-23 · Heft 47 (23.11.1880) · p. Seite 747

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 47 (23.11.1880)
Date
1880-11-23
Page
Seite 747 (sequence 11)
Language
German
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747 Rituelle Verpflegung während der Reise ist gewährleistet, j Die Juden in Rumänien sind jetzt schlimmer daran als je. Man verfolgt sie nicht mehr in brutaler Weise bald hier, bald dort — das würde in Europa zu vielen Anstoß geben j — man schneidet ihnen nach und nach alle Erwerbsquellen ab.; Daß man ihnen jede Tabaktrafik und jeden Spirituosenhandel! entzogen und sie aus allen ländlichen Ortschaften verbannt hat, machte Tausende von Familien völlig brodlos. Den Griechen, Serben und Bulgaren, die doch sicherlich Fremde sind, gewährt man dies Alles, und dann wagt man noch zu behaupten, daß die Religion nicht in Betracht komme, sondern nur die rumänische Nationaliät! Serbien. Paris, 8. Nov. Das jüngste Bülletin der Alliance isr. nniv. enthält solgende interessante Mittheilung: H. Kann, Mitglied des Central-Comites, benutzte die Anwesenheit des Fürsten von Serbien in Ischl, um ihn um eine Audienz zu bitten, welche Se. Hoheit ihm sofort mit der größten Freundlichkeit bewilligte: „Ich hatte also, schreibt Herr Kann, eine Zusammenkunft von einer Stunde mit dem Fürsten Milan; er versicherte mich, daß er viel Zuneigung zu seinen jüdischen Unterthanen habe, über die er sich nur lobend aussprechen könne. Wenn seine Regierung die große Skupschtina noch nicht einberufen habe, um die Beschränkungen, die sie bedrucken, zu beseitigen, so sei dies hauptsächlich im Interesse der Juden selbst geschehen, denn man habe zu sürchten gehabt , daß die -Opposition die Vorlage verwerfen könnte. Die beiden letzten Ernten seien schlecht gewesen und man! konnte einwenden, daß die Israeliten die Noth der kleinen! Landleute benutzen würden, um sich die Grundstücke derselben i anzueignen; in diesem Jahre jedoch, in welchem die Ernte! ausgezeichnet sei, falle dieser Grund der Opposition weg,! und die Vorlage werde in diesem Herbst oder später im! Frühling 1881 eingebracht werden, wodurch die serbischen! Israeliten ihren Mitbürgern anderer Confessionen vollständig gleichgestellt sein werden. Der jüdische Depunrte, der Mitglied der Skupschtina ist, ist einer der befähigtsten Männer, er gehört allen Commissionen an und wird Minister werden können. Der Privatsecretär des H. Ristitsch ist Israelit, es giebt mehrere jüdische Beamte in den verschiedenen Ministerien. Der Fürst sagte mir, daß er in seiner Garde, die von ihm selbst ausgesucht wird, 6 unserer Glaubensgenoffen placirt habe; wenn es noch keine jüdischen Ossi eiere in seiner Armee gebe, so liege es nur daran, daß cs noch nicht lange her sei, seitdem die Juden überhaupt dienen, er sei jedoch jetzt im Begriffe, mehrere von ihnen zu ernennen. Endlich hat er alles gethan und gesagt, um mir zu beweisen, daß er eine besondere Zuneigung zu „diesem so begabten und überlegenen Stamme" habe und daß es ihm ankomme, zu zeigen, wie würdig die serbische Nation der Wohlthaten sei, welche sie von den Westmächten erhalten. „Ich garantire Ihnen", fügte er hinzu, „daß seitens Ihrer Glaubensgenossen keine Kla ge meh r zu Ihnen gelangen wird." Bulgarien. Sofia, im October. Die Zeitung „Stimme aus Bulgarien" meldet, daß bei dem am 3./14. Juli c. stattgehabtcn städtischen Wahlen unter 15 gewählten Stadträthcn 3 Israeliten sind: Mordechai Halm, Abr. David und Tschelebon. Bonn, 14. Nov. (Notizen) Am 10ten d. beging der Landrabb. Dr. Adler in Cassel seinen 70. Geburtstag. Das „Cass. Tagebl." schreibt darüber: Einfach und schlicht, wie das ganze Leben des würdigen Mannes ist, sollte der! Geburtstag wohl nur im Kreise der Familie gefeiert werden;! doch die zahlreichen Freunde und Verehrer des Herrn Dr. I Adler ließen es sich nicht nehmen, der Feier eine weitere Grenze zu ziehen. So war es zunächst das Sängerchor des; „Easseler Beamtenvereins", welcher Abends zuvor unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Gutkind, als Zeichen der Verehrung und Anerkennung dem Herrn Di-. Adler ein i Ständchen brachte, bei welcher Gelegenheit der Vorsitzende! des Vereins, Herr Secretär Stock, in herzlichster Weise mit! gefühlvollen Worten den Wünschen der anwesenden Sänger! nicht nur, sondern des ganzen Vereins beredten Ausdruck gab. Tief gerührt sprach Herr Dr. A. mit innigen und wie bei solchem Rednertalente nicht anders zu erwarten, in schwungvollen Worten seinen Dank aus, versichernd, daß er niemals aufhören werde, dem Beamtenverein seine vollster! Sympathien entgegenzubringen. Am anderen Morgen liefen aus nah und fern, aus Deutschland, aus Wien, Pest und vielen anderen ungarischen Städten Telegramme, Briefe und Adressen ein, von welchen ganz besonders diejenigen des Ausschusses des deutsch-israelitischen Gemeindebundes zu Leipzig und des Rabbiner-Seminars zu Breslau Envähnung; verdienen. Namens der israelitischen Lehrer Heffcns, überreichte der Ausschuß derselben eine Adreffe, welche von dem Vorsitzenden, Herrn Dr. Stein, verlesen wurde. Vorsteher-; amt und Gemeindevorstand zu Cassel überbrachten ihre Glückwünsche persönlich und es war eine Freude, zu sehen, wie i der 7i »jährige Herr, körperlich rüstig und in jugendlicher! Geistessrischc, jedem Gratulanten in treffenden Worten aui die dargebrachten Glückwünsche erwiderte. Am Abend brachten sodann die Zöglinge des Seminars und die des israelitischen! Waisenhauses, ebensowohl unter Leitung des Herrn Lehrer; Gutkind, Herrn Dr. A. ein Ständchen, bei welcher Gelegenheit der Seminarlehrer Herr Dr. Stein den Wünschen der benannten Anstalt und deren Lehrer in trefflichen Worten

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