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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-11-23 · Heft 47 (23.11.1880) · p. Seite 745

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 47 (23.11.1880)
Date
1880-11-23
Page
Seite 745 (sequence 9)
Language
German
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745 Unterricht, speciell über die Stellung desselben an den Gym-> Hengst die Aeußerungen anhören müssen, ohne mit der nasien. Unter lebhaftem Danke der Versammelten an das Wimper zu zucken. Er hat sie angehört, — aber er hat sie Comit« wird der erste Verbandstag der Rabbiner Ost- und Westpreußens geschloffen. Bremen, im November. (Privatmitth.) Im Gegensätze zu den von Prof. B. Mayer auf dem Berbandstage der Bildungsvereine Rheinlands und Westfalens den katholischen wie protestantischen Kalendern gemachten Borwürsen, freut es uns mittheilen zu können, daß der hier im Nordwestdeutschen Bolksschriften - Verlage erschienene Niedersächsische Volks- Kalender für 1881 den von Stöcker, v. Treitschke u. A. wieder ins Leben gerufenen Judenhaß als „sehr bedauerlich und geradezu als eine Schmach für unser aufgeklärtes U>. Jahrhundert" bezeichnet. Hanau, Nov. So hat denn diese fluchwürdige nicht vergessen. Wiesbaden, 14. Rov. (Privatmitth.) Am Freitag Abend fand in der hiesigen Synagoge von Seiten des Synagogen-Gcsangvereins ein großes Concert zum Besten des Pensionsfonds der Cultusbeamten statt. Die bedeutendsten Künstler und das Theaterchor hatten ihre Mitwirkung zugesagt. Alle hiesigen Blätter sprechen sich höchst lobend über das Concert aus. Wir entnehmen dem „W. Anzeiger" folgende Schilderung: «Das von dem Synagogen-Gesang- Berein gestern Abend in der Synagoge veranstaltete Concert wurde durch den Besuch Ihrer kaiserlichen und königl. Hoheiten des Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin, sowie Ihrer Hoheiten des Erbprinzen und der Frau Erbprinzeffin Judenhetze bereits ein Menschenleben gekostet! Vergangenen von Meiningen nebst hohem Gefolge ausgezeichnet. Am Sonntag fand in einem Walde bei Hanau ein Pistolenduell statt zwischen dem Referendar Hugo Goldschmidt von Gelnhausen und dem Lieutenant Freiherrn von Kapphcngst vom Jnf.-Reg. No. 32. Der erstere, welcher nach bestandenem Officierexamen zu einer achtwöchentlichen Hebung nach Hensfeld cinberufen war, hatte den Ofstcier wegen einer, seine Israelitische Confession betreffenden injuriösen Aeußerung so- Portal vom Vorstand des Vereins empfangen, nahmen die beiden hohen Damen zwei. Ihnen im Namen des Vereins überreichte prachtvolle Blumenbouquets entgegen, und nahmen alsdann auf der reservirten Lstraäe Platz. Ist der Prachtbau der Synagoge an sich schon ein herrlicher Anblick, so war dieser gestern um so bedeutender, als das Haus bis auf den letzten Platz gefüllt war; ja ein wahrhaft märchenhaftes. fort nach seiner Entlastung aus dem Dienste gefordert. B. bezauberndes Bild war es, welches sich da den Blicken bot. Kapphengst wurde gleich beim ersten Gange durch einen Schuß I Unser Kronprinzenpaar nebst feinem Hofstaat in diesem in die Brust schwer verwundet und wird an seinem Aufkommen gezweiselt. Wie weiter mitgctheilt wird, hatte das Ehrengericht die Berechtigung der Forderung anerkannt und bestimmt, daß das Duell stattzufinden habe. Das Nähere wird so berichtet: Ein Einjahrig-Freiwilliger jüdischer Confession, seinem bürgerlichen Beruf nach Jurist, und zwar Referendarius, stand eben im Begriffe, das Officiers-Examcn zu machen, als er bei irgend einer dienstlichen Gelegenheit von seinem Hauptmann in einer Weise brüskirt wurde, die dem jungen Manne eine Remedur, nachdem der Dienst beendet war, nothwendig erscheinen ließ. Der Hauptmann hatte nämlich zum Feldwebel geäußert: «Den Judenjungen machen wir nicht zum Ofstcier", und über diese Aeußerung, die ihm mitgetheilt wurde, erbtt sich der Freiwillige von seinem Hauptmann eine Erklärung, die dieser verweigerte. Das militärische Ehrengericht, an das sich der Beleidigte wandte, entschied dahin, daß der Hauptmann gehalten sei, dem Einjahrig-Freiwilligen Genugthuung zu geben. Zu einer andern Zeit, als es sich um die Quartiervertheilung der Einjährig-Freiwilligen bei dem Manöver handelte, hat der Premicrlieutenant von Kapphengst dem Feldwebel die Ordre ertheilt: „Die jungen Männer bringen Sie mir gut unter, was den Judenjungen betrifft, so möge er sehen, wo er bleibt". Herr Goldschmidt hatte dabei gestanden und als Untergebener des Lieutenants von Kapp- Tempel, umgeben vom herrlichsten Blumen- und Pslanzenschmuck und der weite Raum, strahlend in einem Meer von Licht! Und herrlich, wie das Auge, wurde das Ohr entzückt." Ob alle Nummern des Programms dem Character eines kirchlichen Concerts entsprachen, wollen wir nicht in Betracht ziehen. «Der Synagogen-Gesangverein brachte unter Leitung seines Dirigenten Herrn C. Koch einen Klein'schen Psalm für Männerchor zn wirkungsvollster Darstellung. Schöne Stimmen und nüancirter Vorttag zeichneten dieselbe vornehmlich aus. Den Schluß des Concertes bildete ein „Lobgesang" von W. Jahn. Diese Cantate, von unserem Hofcapellmeister vor mehreren Jahren schon für Solo, Chor und Orgel und für hebräischen Text componirt und dem Synagogen-Gesangverein gewidmet, zählt ohne Zweifel zu den hervorragendsten Erscheinungen auf dem Gebiete der modernen Kirchenmusik: reiche Erfindung, weihevolle Stimmung und meisterliche Arbeit characterisiren diese Tondichtung." Am Schluffe heißt es: „Die allerhöchsten Herrschaften sprachen sich wiederholt anerkennend über die gebotenen künstlerischen Genüsse aus und bezeichnetcn die Veranstaltung als überhaupt sehr befriedigend und gelungen. Im Auditorium gewahrten wir u. A. seine Durchlaucht den Prinzen Nikolaus von Nassau nebst Frau Gemahlin, die Prinzessinnen von Ardeck und v. Thurn und Taxis, Herrn Regierungspräsident v. Wurmb sowie fast die gesammte Elite der hiesigen Gesellschaft." Jedenfalls 47

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