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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-11-16 · Heft 46 (16.11.1880) · p. Seite 732

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 46 (16.11.1880)
Date
1880-11-16
Page
Seite 732 (sequence 12)
Language
German
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732 Wissotzky 3000 Rbl.; in Charkow: Herr Feinberg 1000 resp. 100 Rbl., Herr Rubinstein 2000 Rbl. u. s. w. Ueberhaupt floß unter Anderem in runden Summen ein: in Petersburg als allererste Zeichnung 63,000 Rbl., in Kiew 28,000 Rbl., in Moskau 10,000 Rbl., in Riga 7000 Rbl. u. s. w. Außer diesen Städten betheiligten sich bei dieser Sammlung vom 30. April bis zum 1. Juli c. in mehr als 130 Ortschaften 2800 Personen mit einem Gesammtbetrage von 44,000 Rbl., von denen 22 Personen 1000 Rbl. und mehr zeichneten und 102 Personen 100—1000 Rbl. spendeten. Tie größten Gaben waren, wie gesagt, ü 25,000 Rbl., und die kleinsten von den allcrärmsten Personen ü 25 Kop. Mit dem 15. Juli sollte die Collecte geschloffen werden, später aber wurde der 15. October c. als Schlußtermin festgesetzt, und sollen bereits ca. 200,000 Rbl. eingefloffen sein. Hierzu macht in der „Riga'schen Zeitung" Herr Schulvorsteher I. Levinsohn in Tuckum folgende Bemerkungen. „Allein so bedeutend dieses Capital und so glänzend dieser Erfolg scheinen mag, so ist dennoch bis hierzu nur der kleinste Theil der Aufgabe gelöst worden. Bon den 3 Millionen in Rußland lebenden Juden sind jedenfalls 5 pCt. derselben bei aller ihrer Armuth im Stande, mit mehr oder weniger sich bei dieser heiligen Sache zu betheiligen; also müßte der zu bildende Verein mindestens 150,000 Glieder zählen, und — so weit sind wir noch lange nicht gelangt'. Ja, selten oder vielleicht gar noch nie stand die russische Judenschaft vor einer so erhabenen, aber doch nicht minder schwierigen Aufgabe, als gegenwärtig beim Bilden dieses Fonds, und nur dann kann dieses gewaltige Unternehmen von Erfolg gekrönt sein, wenn sämmliche jüdische Kreise mit gleichem Eifer sich an demselben betheiligen, wenn der conservative wie der progressive, der reiche wie der arme Jude, diese Sache als die seinige betrachten würde. „Wie die Thora (die Lehre) so ist auch die Arbeit im Bunde gegeben worden," sagt treffend ein Rabbi in Aboth de R. Nathan; denn nur bei Vereinigung aller Kräfte kann man in dieser wie in jener reussiren. Was nun speciell Kurland betrifft, so sind, meines Wiffens, in Mitau, Tuckum und Libau die ersten Schritte bereits gethan, und wir wollen hoffen, daß dieselben vom besten Erfolge gekrönt sein und von allen anderen Orten Kurlands werden nachgeahmt werden. Möge der vermögende Jude nächst seiner Gabe auch seine Mühe, und der gebildete außer seiner Mühe auch seine Gabe nicht sparen; möge die von Alters her berühmte jüdische Solidarität sich auch hier bewähren; möge der russische Jude seine Neigung zur Handwerks¬ und Ackerbauarbeit aufs Glänzendste documentiren." Petersburg, 1. Nov. Neuerdings haben hier wieder - drei deutsche angesehene Männer, die in Geschäften für bedeutende Firmen (auch in einem Falle für eine christliche) hierhergekommen, weil sie jüdischer Religion sind, einen polizeilichen Ausweisungsbefehl erhalten!! — Bekanntlich gehört Ismail zu dem rumänischen Beffarabien, welches im Berliner Vertrage an Rußland fiel gegen die Dobrudscha, die Rumänien erhielt. In Ismail wohnen seit langer Zeit Juden. Diese erhielten nun neuen Ausweisungsbefehl, in welchem der Gouverneur den heutigen Tag als Termin bestimmte, an dem sie die Stadt zu verlassen haben, da laut Gesetz vom 27. October 1858 den Juden verboten ist, näher als 45 Kilometer von der Grenze sich fest niederzulaffen. Aeuilleton. Eorrespon-en;. Berlin den 5. November 1880. Die Plakate. fter Weife verbindet, nämlich Geschäft für den Herrn Verkäufer und Vergnügen für den Käufer und Leser. Die Gegensätze berühren sich und so wird die Judenhaß verwandt, um damit ein — Geschäftchen zu machen. Ich möchte Ihnen heute nur meine Gedanken und „Er- Warum soll man bei den schlechten Zeiten sich nicht durch lebniffe von einer der schönen, neuen Litfaßsäulen erzählen He p! Hep! Rufen auf ehrliche (?) Weise sein Brod ver- und mit Umgehung aller anderen, schönen Tinge, die da zu lesen sind, Ihre Aufmerksamkeit auf 2 Anklebezettel hinlenken, die für den Juden das meiste Interesse haben. Doch halt! dienen! Ties mag der leitende Grundgedanke der Biedermänner gewesen sein, die es hier wagen, mit Schmutz in Wort und Bild vor das Publikum zu treten, — (denn eine Zuerst muß ich Ihnen bekennen, daß ich in meinem; Zeitung ist es, die hier angekündigt wird) — die des großen Aeußerem wenig den semitischen Typus zeige und also überall, ohne daß man sich vielleicht vor mit genirte, die Wahr- Guttenberg's Erfindung mißbrauchen, um den Fortschritt der Jahrhunderte in nichtswürdiger Weise zu vernichten. Das heit hören und sehen konnte. Während ich, verkappter Semit,! angezeigte Blatt — nomina sunt odiosa— kann sich rühmen, in die Straßen Berlins durchschlendere, und hier und da stehen-; Wahrheit ein Schmutzblatt ersten Ranges zu sein. Es wäre bleibend, den Bergnügungs- und Geschäftsanzeiger an den j sehr anzurathen, wollte der Herr Herausgeber den ehrenwer- Straßenecken durchmustere, fällt mein Blick auch auf ein Blatt,; then Titel seiner Zeitung „Einziges antisemitsches Witzblatt das das util^eum dulci, Geschäft und Vergnügen, in engin Deutschland" nach dieser Richtung hin umändern, denn

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