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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-11-16 · Heft 46 (16.11.1880) · p. Seite 731

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 46 (16.11.1880)
Date
1880-11-16
Page
Seite 731 (sequence 11)
Language
German
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731 achten des Di. Stein in Frankfurt, soll von Neuem versucht werden, durch die Thierschutzvereine diese Schlachtmethode gesetzlich zu verbieten. Das in Zürich erscheinende „Thierschutzblatt", Centralorgan der schweizerischen Thierschutzvereine, verkündet uvbi Pt orbi, daß man nun die Juden selbst als Bundesgenossen begrüße, da ja zwei Rabbiner das Schächten als unnöthig und überflüssig erklären. Herr Di-. Stein hat uns mit der Publijüdischen Ackerbaucolonien zu erweitern und den Juden überhaupt den Betrieb des Ackerbaues zu ermöglichen. Denn, wie bekannt, ist bei den ärmeren Schichten der Juden der Trieb nach Ackerbau sehr lebhaft, und betreiben sie ja willig Arbeiten, die an Mühsal den Ackerbau weit übersteigen, z. B. Steineklopfen und Wegepflastern. Bisjetzt aber waren dies nur Gedanken, die aus dem Bereiche des Borschlagens und Empfehlens nicht herauskamen. Nunmehr ist eine Bewegcation des betr. Schriftstückes einen schlimmen Dienst geleistet.! ung eingetreten, die dem Thatsächlichen näher tritt. Der Hoffentlich wird es dem Dr. Kisch, der in den nächsten Tagen! wirkliche Staatsrath S. S. Poläkow übermittelte seiner Zeit in dieser Angelegenheit eine Conferenz mit dem Vorstände des Thierschutzvereins hat, dessen Mitglied er ist, gelingen, diese Gefahr von uns abzuwenden. Denn so sehr wir auch überzeugt sind, daß das Verbot des Schächtens heute noch ebenso gegen die Bundesverfassung verstößt, wie vor sechs Jahren, so wäre es doch namentlich zur jetzigen Zeit höchst unerquicklich, diese Sache in den öffentlichen Blättern von neuem dem Herrn Minister des Inneren das Gesuch einiger russischen Juden, die Allerhöchste Genehmigung erwirken zu wollen, zur Erinnerung an das Regierungsjubiläum unseres erhabenen Monarchen unter ihren Glaubensgenossen ein Capital sammeln zu dürfen, zu welchem Behufe Herr Poläkow zu allererst 25,000 Rbl. gespendet hatte. Am 22. März e. theilte der Herr Minister dem edlen einer langwierigen und von vielen Seiten übelwollenden Spender schriftlich den Allerhöchsten Dank und die erbetene Debatte unterworfen zu sehen. Genehmigung;ur Bildung des Fonds mit, und in Folge Um diesen Bericht nicht mit etwas Unangenehmem zu dessen lud Herr Poläkow die Herren Baron H. Günzburg, schließen, sei noch mitgetheilt, daß der Synagogenbau injA. Sack, L. M. Rosenthal und M. Friedland zur colle- St. Gallen unter den Auspicien des wackern Dr. Engelbert j gialischen Thätigkeit ein, sowohl in Bezug auf das Sammeln seiner Vollendung entgegengeht, der in Zürich langsam, aber! des Capitals, als auch zum Behufe der Berathschlagung sicher fortschreitet. Aus letzterer Gemeinde ist auch die Errichtung einer israelitischen Lesestube und Bibliothek zu erwähnen, der bereits namhafte Geschenke zugegangen sind. über die Verwendung desselben. Diesem ehrenvollen Rufe leisteten mit Freuden sämmtliche Herren Folge, und unter Vorbehalt der hoch obrigkeitlichen Bestätigung beschloffen sie,!die Renten des zu sammelnden Fonds 'zur Erweiterung der .ttUsilano. bereits existirenden jüdischen Handwerksschulen, sowie zur Er- Aus Kurland, im November (Privatmitth.) Das Ge-! öffnung neuer solcher Lehranstalten, zur Uebersiedelung fühl, daß die Verhältnisse der Juden, namentlich in den fähiger Handwerker in solche Orte, wo sie ihre Erzeugnisse westlichen Provinzen Rußlands, so wie sie jetzt noch be-> leicht an den Mann bringen können, zur Unterstützung der schaffen find, unhaltbar feien, bricht sich immer mehr Bahn. I bereits vorhandenen jüdischen Ackerbaucolonien und zur Selbst das Geschrei unsrer Gegner, die ewig wiederholten? Gründung neuer solcher Niederlassungen, zur Bildung von Anklagen, tragen dazu bei, bei Christ und Jude die lieber-! Witthschastsfarmen und Ackerbauschulen :c. zu verwenden, zeugung festzustellen, daß diesen Zuständen abgeholfen werden! Dem Beispiele des Herrn Poläkow folgend, zeichnete müffe. In den Städten der westlichen Provinzen wimmelt Herr Baron H. Günzburg 25,000 Rbl. einmalig und 1500 es von jüdischen Handwerkern. Aber sie haben keine Arbeit, j Rbl. jährlich, Herr A. Sack 5000 resp. 500 Rbl., Herr L. M. und bei der allgemeinen Stockung in allen gewerblichen > Rosenthal 1500 resp. 500 Rbl., Herr M. Friedland 1500 Zweigen, wird deren Lage immer schlimmer, immer aus-!resp. 300 Rbl., mit welchen Gaben nunmehr der Reigen der sichtsloser. Hier kann also zunächst nur die Freizügigkeit! Spenden begann.') helfen. Allein auch diese nur mittelbar. Denn erstens fehlt J Bon den vielen bedeutenden Spendern sind zu erwähnen, es diesen kleinen Leuten an den erforderlichen Mitteln zur in Kiew: Herr Brodsky 10,000 Rbl.,-), Herr Rosenberg Uebersiedelung und zweitens arbeiten diese jüdischen Handwerker der kleinen Städte so ungenügend für den Bedarf und Geschmack der größeren Städte und die Trachten entfernter Gegenden, daß sie gewissermassen erst eine neue Lehre durchmachen müßten. Soll also die Freizügigkeit Früchte tragen, so müßten auch aus den angegebenen Gründen Mittel vorhanden sein, um wirkliche Erfolge zu erzielen. Hierzu kommt das ebenso dringende Bedürfniß, die bestehenden 2500 Rbl., Herr Saizow 2000 Rbl.; in Moskau: Herr L. Poläkow 5000 Rbl. einmalig und 300 Rbl. jährlich, Gebrüder Malkiel 4000 resp. 300 Rbl., Zeitlin 3000 Rbl., D Außerdem wurde von diesen und anderen Herren zu einer Handwerksschule beim jüdischen Waisenhaus« in Petersburg die Summe von 37,100 Rbl. gezeichnet. 2) Außerdem schenkte er ein Hans, das einen Werth von 40,000 Rbl. repräsentirt, und eine Summe von 2<-oo Rbl. in baar zur Er richtung einer Handwerksschule in Kiew. 40*

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