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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-11-16 · Heft 46 (16.11.1880) · p. Seite 727

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 46 (16.11.1880)
Date
1880-11-16
Page
Seite 727 (sequence 7)
Language
German
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i&iMvCiäiMii'Ml 727 hundert erhält ein Jude, Emanuel de Lattes, sogar einen selben als ehrlich, zuverlässig, eifrig und geschickt erkannt Lehrstuhl der Medicin an der Facultät von Avignon. 2m l hatten. allgemeinen zeichneten sich schon damals die Israeliten durch Und so lautet das Endurtheil des Herrn Bardinet über ihren großen Wissenseifer und durch ihre hohe Bildung aus die Juden von Avignon und dem Bernaissin, die übrigens eine — also zu einer Zeit, wo sie noch nicht hoffen durften, dagroße Anzahl Rabbiner ausweisen, außerordentlich günstig mit die Welt zu beherrschen, wie man sie heute beschuldigt, und gestaltet sich für die südsranzösischen Israeliten überhaupt zu Die Fürsten des südlichen Frankreich, es ist wahr, wählten einer glänzenden Ehrenerklärung. Wann werden die deutschen sie häufig zu ihren Beamten, aber doch wohl, weil sie die- Gelehrten eine ähnliche Unparteilichkeit zeigen? — n. - n. Sviti mcj m \<xc^yJv^Kcw. Deutschland. von dem Bankhause S. Kauffmann k Co. Berlin 0., Burg' straße 8, angenommen. .V. (Nachdem so der schöne Gedanke der Waisenerziehung Berlin, 28. October (Privatmitth.) Ter hier bestehende in Jerusalem die Schwelle der Verwirklichung überschritten Verein zur Erziehung jüd. Waisen in Palästina hat nunhat, ist es um so wünschenswerther, daß dem Vereine mehr seine Wirksamkeit am 30. September durch Aufnahme größere Mittel zustießen, damit die getroffenen Einrichtungen von 4 Waisenknaben im Alter von 8—9 Jahren eröffnet! für eine größere Anzahl armer, schutzloser Kinder, die sonst Die Erziehung, Pflege und Beaufsichtigung wird von vr. verkommen müßten, nutzbar gemacht werden können. Redaction.) Herzberg und dessen Gattin geleitet, welchem 2 Lehrer für! Berlin, 5. Nov. (Privatmitth.) Die anrijüdische arabische Sprache und die jüdischen Disciplinen, so wie Wühlerei richtet sich, wie ich schon bemerkt habe, jetzt besonders ein Aufseher zur Seite stehen. Die in bester und gesundester auf die Stadtverordnetenwahl. Dieser Tage war an den An- Lage vor dem Jaffathore belegene Wohnung des vr. Herz- > schlagsäulen ein Placat zu lesen: „An die Wähler des 33. berg gewährt die geeigneten und paffenden Räumlichkeiten, j Communal-Wahlbezirks, Stadtbezirk 107—117. Wählet und ist durch angcmeffene Zeiteintheilung für die physische und geistige Stärkung der Kleinen gesorgt. In erster Beziehung hat der Director des Rothschild-Hospitals, Herr vr. Schwarz, und in Betteff des jüdischen Unterrichts und des keinen Juden! Im Aufttage der deutschen Bevölkerung Berlin'» (?!!) Das Soutite". (?!!) Die Polizei entfernte später das Placat. Auch am Wahltage waren große rothe Placate an den Anschlagsäulen mit gleichen Aufforderungen, religiösen Lebens überhaupt ein in Jerusalem lebender, acht-1 wurden jedoch abermals von der Polizei entfernt, da sie die barer talmudisch und wissenschaftlich gebildeter russischer Gej gesetzlich erforderliche Erlaubniß nicht hatten. Im 33. lehrter die Ueberwachung übernommen. Auch der Chacham- Wahlbezirke, wo bis jetzt vr. Straßmann gewählt war, baschi, Oberrabbiner der Sephardim-Gemeinde. hat sich mit j unterlag er mit 640 gegen 880 Stimmen, die seinem Gegendem Unternehmen einverstanden erklätt und bei einem jüngst > canditaten zugefallen. Dagegen wurde er mit großer Majostattgehabten Besuche der Anstalt sich anerkennend über die! rität im 17. Bezirke gewählt. Alle übrigen Wahlen fielen Einrichtung ausgesprochen. Vom 1. Jannar ab sollen noch abermals aus Kandidaten der Fortschrittspartei. Demungc- 2 Knaben ausgenommen und je nach den Einkünften die Zahl der Zöglinge vermehrt werden. Es ist, die erste Anstalt in Jerusalem, wo die Kinder nicht nur Unterricht, sondern auch vollständige Verpflegung und Erziehung erhalten und damit der physischen und geistigen Versumpfung entrissen werden. Möchten nun auch unsere besser situirtcn Glaubensgenossen in Deutschland dies eben so nützliche wie zeitgemäße Unternehmen kräftig unterstützen und es, tvie der deutsche Consul in Jerusalem, Herr Baron v. Münchhausen, fich darüber ausspricht, als eine Ehrenpflicht anerkennen, Cultur und Wissenschaft, welche ihnen eine so hervorragende Stellung gewährt haben, ihren minder begünstigten Brüdern im Oriente zugängig zu machen. Anmeldungen und Beiträge für den Verein werden achtet erheben die reactionären nnd ulttamontanen Blätter über die Niederlage des doch wiedergewählten Vorstehers der Stadtverordneten-Bersammlung ein Triumphgeschrei, als ob etwa damit die Nichtwiederwahl des Herrn v. Heeremann, oder die Austreibung der Ordensgeistlichen in Frankreich ausgewetzt wäre.' Dieses Jndianergeheul stellt übrigens Herrn Straßmann ein sehr ehrenvolles Zeugniß aus; es zeigt, daß man ihn für einen sehr bedeutenden und einflußreichen Mann hält. — Es mag hier nicht unbemerkt bleiben, daß der Mann, der früher die rechte Hand des Hofprediger Stöcker und dez; Rendant seiner Partei war, der zugleich zuerst die Judenhetze in die Versammlungen derselben brachte, der Schneider Grüneberg, jetzt in einen Vergiftungsproceß verwickelt ist.

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