Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 121 (9.10.1838)
- Date
- 1838-10-09
- Page
- Seite 488 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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488 Abteilungen, von denen jede eine Seite des Schiffes in der Synagoge einnahm. Der Rabbine hielt eine Rede in hebräischer und englischer Sprache, sprach darauf ein Gebet zu Gunsten des israelitischen Volkes, ein anderes für die Königin und die königliche Familie. Der Grundstein dieses Gebäudes ruht auf einem ehemaligen Magazine der ostindischen Compagnie und wurde den 1. Mai 1837 gelegt- Die Fronte ist im italienischen Geschmacke, 110 Fuß von Westen nach Osten- In der Mitte ist eine weite Vorhalle mit Säulen in toskanischer Ordnung, darunter sind drei marmorne Waschbecken, und drei Thüren führen von da in das Innere des Heiligthums. Dieses Innere ist prachtvoll, und ein wahrhafter Luxus ist auf die Verzierungen verschwendet. Die Länge beträgt vom Eingang bis zum andern Ende 72 Fuß, die Breite 54 Fuß. Der Architekt, Herr Davies, hat auch das prächtige Hotel der Herren von Rothschild in S. Swithin's-Lane gebaut. (Morning Clironicle.) Warschau, IO. Aug. fPrivatmitth.). Am 11. und 12. dieses fand die jährliche öffentliche Prüfung der hiesigen Rabbinenschule Statt, welche Handlung mit der Gegenwart vieler christlichen Staatsmänner und andrer Zuhörer beehrt wurde. — Religion, als Grundstein aller Bildung, eröffnete die Prüfungsgegenstande. Keine Frage blieb unbeantwortet, nur erlauben wir uns die Bemerkung, daß die katechetische Lehrart, so viel des Guten sie auch enthält, doch von gar zu wenig umfassendem Inhalte für die höheren Elasten dieses Instituts ist, denen doch das Wort Gottes und die Wahrheiten der Religion viel umskindlicher und gründlicher beigebracht werden können. Selbst die hartnäckigsten Gegner dieses Instituts wurden durch den hohen Grad der den Schülern hergebrachten wissenschaftlichen Ausbildung in Erstaunen gesetzt, und einstimmiges Lob brachten sie der folgereichen Aufsicht des Inspektors Herrn Eisen bäum, der trotz öfterer Anfeindungen seit einer Reihe von Jahren für die Ausbildung unsrer Jugend thätig und kräftig fortwirkt. Bei der Prüfung im Talmud wollten die gebildeten Sachkenner eine in ihrer Art ausgezeichnete systematische Lehrart dieses weitschrchtigen Gegenstandes beobachten, die dem Herrn Mansfeld, Oberlehrer des Talmuds, allerdings zur Ehre gereicht- Nach Beendigung der Prüfung, und Wertheilung der Prämien hielt ein Mitglied der Aufklärungs-Commission eine diesem Acte passende Rede, in der er unter herzlicher Danksagung und voll Rührung die Herren Lehrer zur fernern Treue in ihren heiligen Pflichten und die Schüler zum anhaltenden Fleiße aufmunterte, und in den jungen Herzen bie Tugend der Dankbarkeit und Liebe gegen ihren mit väterlicher Liebe und Gnade regierenden Monarchen erweckte. 8. G.8 8. Altona, 24. Sept. (Privatmitth.). Am heutigen Tage treten auch die Stände für die Inseln unsres Königreiches zusammen, wo der bekannte Atgreen Ussing unsere Sache mit seinem gewohnten Feuer Vorbringen wird. Wenn nun auch diese Verhandlungen durch die Bezuz< nahme auf die jütlandischen auf jeden Fall kürzer ausfallen, so dürften sie doch gewiß nicht minder interessant werden, und auch die Holsteiner werden darüber zu reden haben. Belletristik. Israelitische Iugendklänge. von C. W. Wolfsohn. I. Sch wer dt u nd Lrirr. Dem Manne Heit, der mit gewcih'tem Streben, Ein treuer Sohn, für Zions Rechte kämpft; Dem Feinde nie im Wirken und im Leben Des Herzens kühnen Doppclklang gedämpft! Er hat der Wahrheit Panzer angelegt, Der Freiheit Schwerdt gegürtet um die Lenden, Und was sein Herz im Thcttensturm gehegt, Das wird fein tapfrer Heldenarm vollenden. Er steht — und wenn aus offnem Höllenrachen Der Mißgunst Schlange ihm entgegenklafft, Er sieht — wenn Blitz und Donner ihn umkrachen, Er steht, und trotzt, vertrauend seiner Kraft. Er sieht deS Kampfes hetlbesonntes Ziel Auf seines Muthes leichtbeschwingten Flügeln — Nichts kann der Menschheit heiliges Gefühl, Und nichts den hehren Drang dor Seele zügeln! * Und wenn der Krieger nun in Jubelfeier Frohlockend in Jeschuruns Tempel kehrt: Da naht ein Jüngling sich mit schwacher Leier — Ihm gab das Schicksal nicht das mächt'ge Schwerdt, Doch Liebe, die er treu im Busen pflegt; Und staunend tritt er in des Tempels Hallen, Um, was die Brust ihm wundersam bewegt, In Preis und Lob und Dankgebet zu lallen. Wol kann er nicht den schwachen Blick gewöhnen, Wol blendet ihn des Helden Waffenglanz — Doch naht er schüchtern, wirft mit Freudenthränen Sein Eintagsblümchen auf den Lorbeerkranz. Wer mag dem Jüngling, was er freudig gab, Wer mag ihm das bcthrante Blümchen wehren?