Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1880)
- Date
- 1880-10-26
- Page
- Seite 679 (sequence 7)
- Language
- German
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679 stummenuntcrricht erworben hat. So bewähren die Juden I greiflicherweise fand eine solche Ansicht unter den Rumänen überall einen kräftigen Antheil an allen wiffenschaftlichen und Beifall und Verbreitung. Natürlich muß die Entstebung des gemeinnützigen Bestrebungen. I rumänischen Volkes einer solchen Ansicht gemäß imallen Dacien, j im heutigen Siebenbürgen, erfolgt sein, wohin die Römer '-^Uszlcrnd. i allerdings eine nicht unbedeutende Anzahl Kolonisten ver- Moskau, im September. Nach dem „R. K." drang! pstanzt haben, kürzlich in Moskau ein Haufe von Juden, mit Stöcken in! Den Rumänen zulieb -mußten Kaiser Trajau und seine den Händen, in einen Saal des Marienhospitals, wo gerade! Nachfolger die alte dakische Bevölkerung vollständig ausge» Dr. Pokatilow, in Anwesenheit einiger Feldschererinnen, die Leiche einer eben gestorbenen Judensrau secirte. Unter den Eingedrungenen befand sich auch der Mann der Verstorbenen, rottet haben. Die alten tapferen Daker, welche in blutigen Kämpfen und oft in ruhmvoller Weise ihr Vaterland gegen Eroberungslust römischer Imperatoren vertheidigt haben. der mit lautem Geschrei und mit voller Entrüstung über die! müssen verschwunden sein, um Colonisten verschiedener Pro» an der Leiche seiner Frau vorgenommene Section ans eine! venienz aus dem weilen römischen Reiche Platz zu machen, der Feldschererinnen losging, so daß diese, wie ihre Colleginnen,! Der Zufall hat indessen dem Ahnenstölze der Rumänen einen die Flucht ergriff. Mit Hilfe der Hospitaldicner und der! recht unliebsamen und malitiösen Streich gespielt. Aus den Polizei wurden die Juden endlich entfernt und bekamen, aus' in Siebenbürgen gefundenen Inschriften hat es sich nämlich Anordnung des Arztes, gleich die schon halbsecirte Leiche mit,! ergeben, daß ein Theil der römischen Colonisten aus syrischen worauf sie schleunigst abzogen. (Wenn die Sache sich ganz! Semiten bestanden hat, die wahrscheinlich wegen ihrer beso verhielte, so würden die Juden wohl schwerlich so gut weggekommen sein. ) Rumänien. Wien, im October (Privatmitth.) Rumänen gegen die Juden, ihre Prätension, diese, selbst die eingeborenen, als Fremde zu betrachten und zu behandeln, nöthigt uns immer wieder, darauf zurückzukommcn, daß die Rumänen ihrer wirklichen Geschichte nach hierzu, abgesehen vom Menschen-- und modernen Staatsrecht, sowie von den Bestimmungen des Berliner Vertrages, auch nicht einmal ein sg. historisches Recht haben, da sie nicht Ureinwohner des Landes, sondern Eindringlinge aus der Balkanhalbinsel während des 12. und 13. Jahrhunderts sind, die als Hirten allmälig in das Land einwanderten. Wer dies aus Grund der geschichtlichen Forschungen von Rösler und Schuchardt gründlich auseinander gesetzt sehen will, lese den bez. Artikel S. 581, Jahrg. 1872 dieser Zeitung nach. Die in Graz erscheinende „Tagespost" vom 6. October bringt neuerdings einen Artikel hierüber, der einiges Neues enthält und den wir deshalb hier wiedergeben. „Tie controverse Frage nach der Abstammung der Rumänen hat in neuester Zeit eine kannten commercicllcn Fähigkeiten von den Römern als > Colonisten nach Tacien gewählt wurden, und daß die Ruj mänen folgerichtig als Nachkommen solcher Colonisten in den > gleichfalls semitischen Juden plötzlich liebe Stammesgenoffen Das Verhalten der l erblicken muffen. Sollten die Rumänen an ihrem römischen Ahnenstölze noch weiter fefthalten, so ist zu erwarten, daß die Judenfrage in Rumänien eine recht friedliche und idyllische Wendung nehmen werde. Die Rumänen und ihre mosaischen Mitbürger dürfen sich als Nachkommen römischer Unterthanen von semitischer Herkunst brüderlich die Hand reichen. Zu solchen, oft unliebsamen Consequenzen führt eine Theorie, die auf einer von Grund aus falschen Basis erbaut ist. Eine andere, für die Genesis der Rumänen gleichfalls hochwichtige Frage ist durch den verstorbenen Grazer Pro» sessor Robert Rösler angeregt worden. Rösler suchte nämlich zu zeigen, daß in Siebenbürgen und Rumänien nicht die Heimat der Rumänen zu suchen ist, sondern aus der Balkanhalbinsel, von wo aus die Rumänen erst im zwölften und dreizehnten Jahrhunderte in einzelnen Haufen als Hirten sammt ihren zahlreichen Schafherden über die Donau gewandert sind. Die Rumänen sind somit in Siebenbürgen keine Autochthonen — ein Resultat historischer Forschung, intereffante und nicht unbedeutende Literatur hervorgerusen, I das begreiflicher Weise von magyarischer Seite mit besonderem die leider von gewipen politischen Anschauungen vielfach beeinflußt worden ist. Den Rumänen selbst gilt der Glaube an ihre römische Abstammung als ein Dogma, an dem nicht gerüttelt werden darf. Noch mehr! Es ist unter ihnen die Meinung vielfach verbreitet, daß gerade im Rumänischen die alte römische Volkssprache sich ziemlich rein erhalten habe, im Italienischen, Spanischen und Französischen dagegen durch Beisalle ausgenommen wurde. Gilt es doch unter den ungarischen Gelehrten für ausgemacht, daß gerade in Folge dieser Forschungen die Magyaren als die früheren Bewohner Siebenbürgens, des Banats und der Marmaros angesehen werden müssen und daß die Rumänen ihre Wohnsitze in diesen ungarischen Ländern nur der Gnade ungarischer Könige aus dem Hause Arpad und Anjou zu verdanken haben, folglich auch mit Recht als Unterthanen der Stephanskrone betrachtet Vermischung mit barbarischen Idiomen sehr entstellt sei. Be- * werden müpen.