Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1880)
- Date
- 1880-10-05
- Page
- Seite 627 (sequence 3)
- Language
- German
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627 chen Völkern sich erweise, so antwortet er: weil die Deutschen ' schast, die sehr oft zu kühnen Behauptungen und Trugschlüssen die Reformation des sechszehnten Jahrhunderts ausgeführt verleidet, und weil er fick so überaus siegesgewiß den Verhoben. Nun ist es schon eine schwierige Sache, den Protc- > theidigern der Juden und des Judenthums gegenüber ausstantismus allein für das Christenthum zu erklären, während, ' spricht. Wir mußten ihm doch zeigen, daß seine Beweisfühabgesehen von seiner inneren Zerrüttung, ihm 180 Millionen rung, wenn man sie der glänzenden Phrasen entkleidet, bei Katholiken und 80 Millionen Griechen gcgenübcrstehen, die mit jedem Schritte sich hinkend zeigt. In unsrer Absicht lag et' gleicher Bestimmtheit das wahre Christenthum zu besitzen bewas ganz Anderes. Tie Herren, welche auf Grund ihrer haupten. Zugleich weiß man doch, daß die Reformation des Definitionen von ,/Nationalität" den deutschen Juden den 1<>. Jahrhunderts eine Menge Vorgängerinnen hatte, schon Charakter als Deutsche absprechen, fügen sofort die Folgein den Arianern, in den Waldensern, in Wiklef, in Huß, und rung hinzu: folglich sind sie „Fremdlinge", die unsrem Volke daß es nur die eigenthümlichen politischen Verhältnisse Deutsch-j ctuij „fremd" bleiben und die wir deshalb nach unsrem Belands waren, welche die Reformation des I <>. Jahrhunderts j lieben behandeln können, da es jedem Staate freistehen muß, zu einem Resultate kommen ließen, während dagegen in Franks für „Fremde" Bestimmungen zu treffen, wie sie seinen Absichreich die Hugenotten von der geeinigten königlichen Macht j tcn und Interessen geeignet erscheinen. Gegen diese Folgenach langen Kämpfen überwunden wurden. Unter gleichen! rnngen protestiren wir mit aller Kraft, wie wir dies schon Umständen gelangte die Reformation auch in Holland zur/wiederholt gethan. Sie sind nichts als Vergehen gegen die Herrschaft, und viel glücklicher und entschiedener als in Deutsch/ Wahrheit und das Recht. Sie wollen uns unser Vaterland, land ging sie in Schottland, in Dänemark, Schweden und unsre Heimath, das Theuerste, was der Mensch besitzt, cnt- Norwegen vor sich. Schwerlich kann man also die Reform»' : reißen, und dies auf dem Wege der Sophiftikl Was heißt tion, deren Keime schon in den ersten Phasen des Christen-! fremd? Wer in einem Lande geboren ist, und zwar von thums vorhanden waren, als ein solches ausschließliches! Eltern, die diesem Lande angehörcn, wem dessen Sprache die deutsches Werk betrachten, daß sie als das vorzüglichste Charakj Muttersprache, die Sprache der Familie ist, wer in diesem teristikum der deutschen Nation anzuerkennen sei, so daß außer- > Lande erzogen, hcrangebildet und von dem Geiste des Volkes halb des Protestantismus deutsches Wesen und deutscher Geis^ gesättigt ist - denn jeder Mensch hat eine Bildung, wenn gar nicht eristiren könnten. Herr Brake schlüpft deshalb über i auch aus verschiedener Stufe — der hat hier seine Heimath, die Frage mit wenigen Worten hinweg: wie sich denn der sein Vaterland, er gehört vollberechtigt diesem Lande an und deutsche Katholizismus zur deutschen, d. i. protestantischen Na- > das Land gehört ihm an. Ties ist das Gcgentheil vou „fremd." tionalität verhalte? Dies hilft ihm aber nichts, denn Seite! Hier hat die Vorsehung ihm, nicht etwa blos die Wohnstätte, 08 findet er zwischen dem Protestantismus und Katholizis-! sondern die Heimath, das Vaterland gegeben, hier seines mus den „schärfsten Gegensatz" und meint: „die Gründung! Wesens innersten Theil werden, wurzeln und sprießen lassen, des neuen Reiches hat auf's Neue darüber belehren können,! hier ist das Stück Erde und das Stück Leben und Geist, dem daß jeder schöpferische Aufschwung unsrer Geschichte an die- . er angehört, dessen er ein unveräußerliches Theil ist, wo er sem Gegensätze seine nachhaltige Hemmung, wenn nicht seine' das Mark seines Wesens hat — allüberall sonst ist er fremd, thcilweise oder gar völlige Vereitelung finden muß." Nun,! Fremd heißt also der, welcher in einem anderen Lande, von so Etwas kann doch keinenfalls von den Juden ausgesagti einem anderen Laude angehörigen Eltern geboren ist, eine werden, und somit müssen diese nach der Ansicht des Vers.! andere Sprache als Muttersprache redet, anders erzogen und selbst der von ihm ausgedachten deutschen Nationalität viel! heraugebildct worden. Von Euren Tesinitioncu der „Nationäher stehen als die deutschen Katholiken. Endlich kommt! nalität", von Euren Diseussionen über die Momente, die für die Schlußfolgerung des Verfassers die Lächerlichkeit Hinzitz ivefentlich zur Nationalität gehören oder nicht gehören solle», daß ihm das deutsche y.ai3 t'Soy^v christliche Volk ist, so daß! und noch weniger von Euren Folgerungen anS Euren Prädie Juden keine Deutsche werden könnten, so lange sie nicht; missen hängt dieses hohe und heilige Verhältnis;, dieses Hobe Christen würden, dieses Loos nur den deutschen Juden zu- 1 und heilige Recht nicht ab, und wir haben das Resulwr ertheilt ist, während also in allen anderen Ländern sie Juden : Eurer Streitigkeiten darüber nicht abznwanen. Es ist dies bleiben könnten. Dies ist einfach die Anschauung der Spanier > kein Meuschcnwcrk, sondern das unveräußerliche Werk der aus dem 14. und 15. Jahrhundert, und welche Conseguenzen! Vorsehung, ein integrirender Theil des ganzen menschlichen sie nach sich zog, und zwar am härtesten für Spanien selbst,! Daseins. Mit diesen wenigen Sätzen ist Eure ganze Streit weiß jeder Geschichtskundige.! frage abgeschnitten. Tie deutschen Juden sind vollberechtigt Wenn wir uns so lange bei Herrn Brake aufgehalten, so geschah dies, weil der Mann ein nicht unbedeutendes Talent, besonders eine recht scharfe Dialectik besitzt, eine Eigen- Deutsche, denn sie haben in Deutschland ihr Vaterland, ihre Heimath, ihre Eltern hatten es seit Jahrhunderten ebenso, die deutsche Sprache ist ihre Muttersprache, aus deutschen -io*