Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1880)
- Date
- 1880-10-05
- Page
- Seite 626 (sequence 2)
- Language
- German
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626 erwidern: Wir sind, fühlen und handeln als Deutsche so gut wir ihr. Ten Erweis des Gcgentheils blieb er schuldig. Tie Herren, die sich aus das religiöse Gebiet begaben, diesen blieb nichts weiter übrig als die Forderung: alle deutsche Juzunächst das Christenthum wie das Judenthum zu einem Paar Absiractivnen destillircn. Das Christenthum ist ihm nichts als die „universelle Gotteskindschaft," das Judenthum nichts als Partikularismus. Er spricht nur vom „Sohn" — von der Erbden müssen Christen werden, um Deutsche zu werden. Jhrelsünde, von der Trinität, von der Menschwerdung, von der Schriften wurden einfache Missionsschriftcn. Solcher liegen Mittlerschaft, von der Erlösung durch den Opsertod Jesu, von uns wieder zwei vor: „Die Judcnfragc. Eine Frage an das der Erlösung durch den Glauben, weiß er nichts. — Freilich deutsche Volk und die deutschen Juden. Von Gottlieb Au-! muß er zugeben, daß die Propheten bereits diese „universelle gust Schüler. Marburg, Ewert. 1dd0." und „Zur deutschen! Gotteskindschast" verkündeten, er sieht aber nicht, daß schon die Judcnsrage. Ein Wort zum Frieden von Georg Brake,! zehn ersten Capitel der Genesis dieselbe Lehre enthalten und sie Pfarrer in Oldenburg. Gotha, Perthes. Mit dem > z. B. in der Geschichte Abrahams wiederholt hervortritt; er Autor der ersten Schrift wollen wir hier nicht rechten. Er! sieht nicht ein, daß die Erziehung des Menschengeschlechtes gehört zu der streng pietistisch-orthodoren evangelischen > zu dieser allgemeinen Gottcserkenntniß es nothwendig machte, Partei, und deshalb ist ihm die Bekehrung aller Juden > daß sie zunächst in einem Volke deponirt, erhalten und entdas Endziel aller seiner Ansichten und Wünsche, und seine j wickelt wurde. Ter Partikularismus des Mosaismus war Beurthcilung der Juden in Vergangenheit und Gegenwart also nur die geschichtliche Basis für die allmäliche Verallgc fließt aus diesem engsten und klcingeistigstcn Gesichtsmeinerung der Gotteserkcuntniß, die durch die Propheten punkte, aus dem Feuereifer dieser Partei, die alle Andersj theoretisch, durch das Christenthum und den Islam für das gläubige als „Binder des Satans" betrachtet. Der zweite j Abend- und Morgenland praktisch vollzogen ward. Hier ist Autor neigt sich dem aufgeklärten Protestantismus zu, was es nun, wo das Judenthum mit dem Christenthum und dem bekanntlich nicht verhindert, die Bekehrung der Juden mit > Islam in Differenz tritt. Wir erkennen ja an, daß die allen Kräften anzustreben. Er stellt sich daher auf das naj Gottesidce durch diese beiden Religionen die Vielgötterei vertionalreligiösc Feld, bekämpft Lazarus und Breßlau wegen drängte; aber sie vermochten dies nur, indem sie den reinen ihrer Tesinitioncn der- Nationalität, und hilft sich durch die j Monotheismus mit Elementen versetzten, welche ihn in wesent- Behauptungen, daß deutsche Nationalität und protestantisches lichsten Momenten modifizirten. Das Judcnthum blieb nicht Christenthum ein und dasselbe seien und daß demnach, > dem Partikularismus ergeben, sondern dem reinen ihm Überwenn die Juden Deutsche werden wollten, und das niüßten! lieferten Monotheismus, und dieser feiner Glaubenstreue insic, wenn sic Deutschland angehörcn wollen, sie sämmtlich! sinuirt man den Partiknlarismus. Daß dies keine blos jü- Protestantcn werden müßten. Daß Herr Brake seine Schrift! dischen Ansichten sind, daß sie gegenwärtig bereits von vielen „ein Wort zum Frieden" betitelt und doch diesen Gedanken-' ehr ist licken Schriftstellern und zwar ersten Ranges getheilt und weg und zu diesem Ziele wandelt, zeigt, wie verworren seine? ausgesprochen worden, ist bekannt, und so wird cs sich Herr Begriffe sowohl vom Frieden wie von der Religion sind. Brake gefallen lassen müssen, daß weder Christ noch Jude mit An eine fast »jährige Glanbensgemein.de die Forderung seinen hohlen Deductionen, besonders aber mit dem Schemen, zu stellen, ihre Religion auszugeben und zu wechseln, um j zu welchem er das Christenthum macht, zufrieden sein wird, einer Nation anzugebören, dazu gehört doch wirklich eine! Er macht es sich leicht, indem er einige Allgemeinsätze aus starke Verblendung! Die Geschichte zeigte, dag Protestanten! jüdischen Schriftstellern heranzieht und bekämpft. So großihr Vaterland verließen, ihre Nationalität auigaben, stch in! artige Fragen tverden auf diese Weise nicht um einen einzisremdcn Ländern heimisch machten, und dafür das höchste! gen Schritt weiter gebracht. Dazu gehörte ein ernstes Versenken Lob der Standhaftigkeit und Glanbenstreue erhielten. Herr j in die einzelnen Momente und wir gestatten uns z. B. ihm Brake muß also die Religion im gegenwärtigen Zeitalter für die Abhandlungen zur vergleichenden Religionswissenschaft, S. eilt so untergeordnetes geistiges Moment, die religiöse Heberzeugung für so schwächlicher Statur halten, daß es nur eines 15,2 ss. im zweiten Bande unserer „Weltbewegenden Fragen" (Leipzig. Bamngäriner. l*izu empfehlen. Uns scheint. augenblicklichen Entschlusses und eines von Außen komuien! wir sagen es offen, seine Dcdnetion mehr eine Verleugnung den Motivs bedürfe, um Religion, Anschauung, Cnltus über! als eine Bestätigung des Christenthums. — Bord zu werfen, und glaubt noch dazu „znm Frieden zu sprechen," wenn er diese Bedingung als die einzig mögliche erachtet, um „national zu tverden." um unser deutsches Vaterland uns zti retten. Das Sonderbare dabei isr. das; der Mann hierbei in gutem Glauben aus vernünftigen und logi scheu Wegen zu gehen glaubt. Welche sind diese'? Er muß Tie weitere Folge war, daß der Vers, die deutsche Nation für so vorzugsweise christlich erklären mußte, daß ihre Nationalität mit dem Christcnthnme untrennbar identisch sei, und endlich mußte er für das Christenthum den Protestantismus setzen. Tenn fragt man ihn, wodurch die christliche Nationalität der Deutschen, gegenüber allen anderen christli'