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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-09-28 · Heft 39 (28.9.1880) · p. Seite 612

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 39 (28.9.1880)
Date
1880-09-28
Page
Seite 612 (sequence 4)
Language
German
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612 ten Anstoß und Aergerniß hätte dienen müssen. Diesem Verdruß gab die pietistisch-reactionäre „Deutsche Landes-Zeitung" Ausdruck und die ultramontanen Blätter beeilten sich, ihre Entgegnung auf den „skandalösen Artikel" wiederzugeben. Diese Entgegnung bringt aber nichts als Schimpfereien. Sie insinuirt der K. Z. eine Fälschung, denn die Bezeichnung eines „activen preußischen Offiziers" als Verfassers sei falsch, könnte ebensogut heißen „ein Prinz von Geblüt oder eine echte Exccllenz oder dergleichen" und der Aufsatz sei doch nur von einem „Mitarbeiter solcher Iudenblätter." In weiser Zurückhal tung will die „D. L." „auf das inhaltslose Gerede im einzelnen nicht eingehen" und nur eine kleine geschichtliche Vorlesung Hallen. Und worin besieht diese nun? Der Verfasser jenes Aufsatzes hatte erwiesen, „daß die Araber und Juden für unsere jetzige Cultur und Bildung wesentlich mitgewirkt des „Pester Lloyd" zur Hand, in welcher dieser Frage ein Leitartikel gewidmet ist. Im „Hon" ist seither jene Behauptung des Artikels widerlegt worden, als ob das Ministerium des Innern die Statuten einer Antisemiten-Liga bestätigt hätte; ich meinerseits bin dem Artikelschreiber die Bemerkung schuldig, daß ich ein ebenso alter Vorkämpfer bin für die Rechte der Menschheit, für die Gleichstellung der Confessionen und insbesondere für die Emancipation der Juden wie Daniel Iränyi, und darum kann man in diesen Fragen diesen meinen Abgeordneten-Kollegen nirgends in diesem Lande in eine gegensätzliche Stellung zu mir bringen. Und nun wollen wir vom Merituni der Sache sprechen und die Wahrheit sagen nach rechts und nach links. Gleichwie es ein Fehler wäre, wenn unsere mosaischen Mitbürger in Abrede stellen wollten, daß es zahlhaben," daß sie die Uebcrleiter und Vermittler der antiken j reiche Individuen unter ihnen gebe, die das unwissende Volk Wissenschaft an die christlichen Völker gewesen und eine Hobe ruiniren, die ihre exclusive Kaste als fremdes Element in- Stufc wissenschaftlicher Bildung erreicht hatten, bevor die europäische christliche Welt ihre großartige wissenschaftliche Entwickelung begann. Das und doch fürwahr Sätze, welche jemitten der Gefammtheit der Nation aufrecht erhalten: ebenso ungerecht wäre es von Seite der nichtjüdischen Patrioten, wenn sie die Nation vergeffen laßen wollten, welche Opfer dem Gymnasialschüler aus irgend einem guten geschichtlichen die Masse der Israeliten für die constitutionelle Freiheit Lchrcursus bekannt sein müßten! Die D. L. schäumt dage Ungarns gebracht hat, schon zu einer Zeit, da sie keinen gen auf und weist darauf hin, daß auf den Fall von Gra-jTheil hatten au dieser Freiheit; wenn sie verleugnen wollten, nada „die gewaltige Epoche der Conguistadores bis zu Cervan-1 welch riesiges Kapital an geistiger Befähigung, an Arbeitskraft, tes und Lope, bis zu Belasguez und Murillo folgte." Ist I Thätigkeit, Unternehmungsgeist die Nation in der Gesammtdas eine Widerlegung jenes Artikels, oder nicht vielmehr eine Bestätigung? Wenn nach den Arabern das spanische Volk einen herrlichen Geistesaufschwung nahm, wenn die Italiener, die Franzosen, die Engländer, die Deutschen in auseinanderfolgenden Epochen eine classische Literatur und Kunst hervorbrachten, so ist es ein Beweis dafür, daß sie später als die Araber und Juden zur höchsten Geistesblülhe gelangten, diese aber während der Zeit der Barbarei die Wissenschaft und heit der Juden besitzt —, abgesehen von allen anderen idealischen Gesichtspunkten, die nicht für Jedermann maßgebend sind. Also: vor allen mögen die Juden sich nicht solidarisch machen mit jedem niedrigen und korrumpirenden Individuum, das ihren Glauben bekennt; die Nichtjuden aber sollen nicht die ganze Judeufchaft für die Schlechtigkeit Einzelner anklageu, gleichwie ich nicht frage, wenn ein Räuber verurtheilt wird, ob er sich zu meinem Glauben bekannt habe? Anderseits aber Kunst geweckt, genährt und erhalten hatten. Weiter weiß die würde ich mir es verbitten, falls er zufällig ein Kalviuer L. Z. und wisien mit ihr die ultramontanen Blätter jenem wäre, daß Jemand deshalb die Dogmen Zwinglis und trefflichen Artikel nichts entgegenzustellen, und wir können i Melanchton s schmähe. Nur io können wir mit kaltem Blute es der K. Z. nicht verargen, daß sie von solchem Gewäsch , die Frage beleuchten. keine Notiz nimmt. Für uns aber ist die Sache doch oonj Worin besteht die Frage? Darin, daß das nichtjüdische Bedeutung, weil sie uns abermals einen Einblick in die, Volk verarmt, die Juden aber sich bereichert:. wahren Beweggründe und Zwecke dieser Parteien gewährt.! Ter Grund dieses Uebels ist nicht die Religion, nicht _ die Stammesverschiedenheit, sondern der Umstand, daß der Jude lernt, seineu Geist kultivirt, vorsichtig, eingezogen, Pest, 15. September. einträchtig, sparsam, mäßig ist, jene Bevölkerung aber, die 36k« «der die 3-i>e«fr-gr. nhebc" S°d°"ich°'-s-W-ndg°h.,-°n Alldem d°r Gegen-! * therl thut. suchen wir nicht, jene Eigenschaften der Juden, Unter dem Titel „Zur Judenhetze" bringt heute durch welche sie zu Wohlstand gelangen, dem Volke verhaßt „Hon'' aus der Feder Moritz Jökai'S einen aus Balaton-1 zu machen, sondern eignen wir sie uns an. Der ärmste Füred datirten Artikel, den wir im Nachfolgenden wiedergcben.I Jude schickt seinen Sohn in die Schule, dieser spricht drei „Rach meinen langen Hin- und Herwanderungen bekomme bis vier Sprachen, hat Länder und Menschen kennen gelernt, ich erst heute (l 4. September) die Nummer vom I I. September versteht zu rechnen, lernt schon in zartem Kindcsalter aus

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