Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 38 (21.9.1880)
- Date
- 1880-09-21
- Page
- Seite 602 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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602 und wurde sein Unterricht auch von christlichen und auswärj seines Vortrags sagen: „Aus dem Umstande aber, daß viele tigen Zöglingen gesucht,) als auch durch seinen tadellosen ehrenfesten Charakter die allgemeinste Achtung sich erwarb. Dies erwies sich nicht allein durch die Theilnahme an seinem Begräbniß aus allen Ständen und Confessionen, sondern auch der angeführten pädagogischen Grundsätze des Talmud Säulen der Pädagogik der Gegenwart sind, ist zunächst zu ersehen, daß unsere Zeit, auf deren Errungenschaften wir stolz sind, eine reproduciernde mehr, als eine producierende ist durch die Fürsorge, welche die Gemeinde für seine hinterlassene und ferner ist hieraus zu ersehen, welch' tiefen Blick und Familie — eine Mutter und eine Wittwe mit 7 unmündigen kritischen Verstand die „Weisen des vielgeschmähten und Kindern, bethätigte. Die Gemeinde erwies aber dadurch nicht | wenig bekannten Talmud besaßen." allein dem Verstorbenen, sondern auch sich selbst wahrhafte! Die Wirkung des Vortrages war denn auch sofort iuner-- Ehre. — Man schreibt uns aus Kaiserslautern vom Oten! halb des Vereins selbst ein sehr günstiger, wie die Anmer- Sept: Es ist bisher von den Gemeinden der Pfalz und!kung erweist, welche der Vorsitzende des genannten Vereins speciell von der hiesigen nur wenig zu berichten gewesen, da > dem Abdrucke desselben hinzufügte, nämlich: „Obiger Borsämmtliche Gemeinden der Oberaufsicht der digl. Regierung trag ist am 21. Sept. 1878. im Pädagogischen Verein ge- und des Rabbinats unterstellt sind und das Gemeindeleben; halten worden. Herr Deutschländer, eins der israelitischen in Ruhe und Ordnung pulsirte. Seit einem Jahre freilich z Mitglieder des Vereins, wurde von den Zuhörern einstimmig war Las hiesige Rabbinat, welches einen Bezirk von 20! aufgefordert, denselben drucken zu lassen. Verschiedene Umkleineren Gemeinden umfaßt, durch den Tod des Rabbiners j stände, u. a., daß der Verfasser genöthigt war, sein verloren Seligmann verwaist.! gegangenes Manuskript, wieder herzustellen, verhinderten bis- Jch meldete ihnen schon neulich, daß der bisherige Rab-! her die Veröffentlichung. Der Vortrag wird auch jetzt noch biner zu Lauenburg, Herr 1)r. Landsberg, zum Bezirksrabbii mit Interesse gelesen werden und wird vielleicht ein wenig daner erwählt wurde. Tie Kgl. Regierung hat am 28ten vori-! zu beitragen, der Judenhatz, die seiner Zeit ja auch aus hohem gen Monats denselben auch bestätigt und wurde derselbe am! Munde einen Dämpfer bekommen, ein Ende zu machen." Samstag, den 4. dieses Monats, feierlichst in sein Amt ein-; I. Wilckens, Vors, des Pädagogischen Vereins, geführt.! Ter Bortrag selbst stellt zuerst das Berhältniß der Tra- Jn der reich geschmückten Syngagoge, vor einem zahlreich i dition zum Pentateuch, allerdings ganz vom orthodoxen Standerschieuenen Auditorium verschiedener Confessiouen, darunter! punkte aus, dar und fügt dann mit großem Geschick die einder Bürgermeister und andere hohe Persönlichkeiten, hielt der! zelnen Aussprüche und Anordnungen der Talmudisten recht neugewähltc Rabbiner seine Antrittspredigl, welche die ge-j übersichtlich zusammen, so daß die Grundsätze derselben über spannteste Aufmerksamkeit und das höchste Interesse der Zuj Schule, Lehrer und Methode auschaulich und deren Berhälthörer wachrief. In derselben legte der Redner die Grundsätze dar, nach denen er hier und in seinem Bezirke zu wirken gedenke. Gesänge vor und nach der Predigt schloffen die Feier der Einführung, welche einen sichtlichen Eindruck aus die Gemeinde und die Anwesenden hervorrief. Möge es dem neugewählten Rabbiner, dem die ungetheiltesten Sympathien von allen Seiten entgegengebracht werden und auf welchen der Bezirk mit freudigem Stolze blickt, gelingen, die Herzen wieder für das Religiöse zu wecken und zum Segen der Gemeinde zu wirken. niß zur Pädagogik der Gegenwart in interesfirender Weise deutlich werden. Selbstverständlich kann im Rahmen eines solchen Vortrages der Gegenstand nicht erschöpft werden, aber Herr D. verstand es doch, das Wichtigste und Entscheidende hervorzuheben. Gothenburg (Schweden) im August. (Literarische Notizen.) Breslauer Synagogen-Gesänge. Liturgie der neuen Synagoge, in Musik gesetzt für Solo und Chor mit und ohne Orgelbegleitung von Moritz Deutsch, Obercantor der Synagoge zu Breslau. Leipzig, Breitkopf & Härtel. Preis Bonn, 12. September. (Literarische Notizen.) In! 20 Mark, vom Verfasser direct bezogen 1ö Mark, der „Schleswig-Holsteinischen-Schulzeitung No. 34 und 3ö! Mit besonderer Freude begrüßen wir die in Nr. 12 die- (vom 10. und 26. August 1880) ist ein Vortrag abgedruckt:; ser geschätzten Zeitung bereits angekündigte Sammlung von „Der Talmud und seine Pädagogik", welchen der Lehrer M. Deutschländer in Altona im „Pädagogischen Verein" gehalten hat. Der Gegenstand ist bekanntlich in jüngster Zeit mehrfach behandelt worden; aber es ist von Wichtigkeit, daß das Bild dieses Zweiges des geistigen Volkslebens, wie es sich aus den Talmudim und Midraschim ergiebt, auch immer mehr zur Anschauuung des allgemeinen Publikums wird. Denn mit Recht konnte Herr Deutschländer am Schluffe Gesängen für Sabbath, Feste, Neujahrs- und Bersöhnungstag, Casualien, Präludien, Psalmen und deutsche Lieder. Daß der verehrte Herr Versaffer, weithin bekannt durch seine persönlichen Leistungen als Cantor, durch seine Compositionen, wie durch sein, in seiner Art einzig dastehendes Mufikinstitut, aus dem bereits mehr als 100 tüchtige Cantoren hervorgegangen, nur Ausgezeichnetes leisten würde, deffen waren wir im Voraus gewiß und wir können nunmehr mit Genugthuung