Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1880)
- Date
- 1880-09-14
- Page
- Seite 586 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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586 „dicht zusammensitzenden Juden" solche schwere Vergehen, die j jeder rechtdcnkende Jude bedauern muß. höchstens zu den allerseltensten Fällen gehören'." Rumänien. Paris, im Aug. Die Angelegenheiten der rumänischen Juden haben gegenwärtig einen gewissen Stillstand erreicht, wo der Fortschritt unmerklich, aber auch kein Rückschritt zu verzeichnen ist. Möge dieser Stillstand keine Ruhe vor dem Sturm bedeuten; denn das berüchtigte „Fremdengesetz" hängt noch immer in der Luft. Kleine Thatsachen bietet uns der Monatsbericht der .Alliance isr. univ. Er lautet: Bei den im letzten Jahre in Rumänien statrgebabten und von den Agenten der rumänischen 'Regierung systematisch abgeleugneten Inden-Austreibungen hatten einige Israeliten von Adjud die Idee, einen Zug Ausgerriebener, der am lang die Welt durchstreifte, hat 130,000 Frcs. gesammelt, von denen ihm als Remuneration 52,000 Frcs. zukamcn. Er lebt jetzt in Jerusalem ganz gemächlich von seinen Renten. — Der Artillerie-Capitän Eduard Mayer rettete jüngst in den Bädern von Agah (Algerien) einem jungen Manne, der eben ertrinken wollte, mit eigener Gefahr das Leben und zu Albersweiler bei Landau die Frau des Pferdehändlers Mechol Kahn ein Kind aus den Flammen, als in dem Dorfe, während die Bewohner auf den Feldern arbeiteten, eine Feuersbrunst ausgebrochen war, die schnell um sich griff. — In Kairo starb jüngst ein Israelit, der eben in sein läostes Lebensjahr eingetreten war; er starb durch ein zufälliges Er-; eigniß. Derselbe war in Smyrna geboren, und wohnte seit 30 Jahren in Kairo. — Man schreibt uns aus Münster, den 20. August: Unsre Gemeinde hat ein schönes Fest gefeiert: die Einweihung ihrer neuen Synagoge, ein prächtiges dortigen Bahnhof stalionirte, photographiren zn lassen; ein Exemplar dieses Bildes gelangte in die Hände des E.-Eomitös. Wegen dieser Tt>at wurden 5 Israeliten des Hochverraths angeklagt und zu mehr oder weniger schweren Strafen vernrrbeilr. Ein im Mouitorul otill-ial vom 6. Juni (Nr. 117) veröffentlichtes fürstliches Teeret begnadigt nun diese 5 Personen oOeoses und Lupu Herschkowitz, Elias Witzling, Lehrer Levifohn und Josef Brumarll Ebenso wurden 7 neue, von den beiden Kammern votiere 'Naturalisationen unter dem 15., 27. Mai vom Fürsten sanetionirt; es sind folgende Ramen: Matel Marcu Augeusireich-P iatra; Tobias Grünberg- F ocschan: Alex. Halfon - Bucareft; Tulie Welr-Bacau; Benj. Labiu - Bottuschan; Wolf Lasr-Folriceny; Hcrsch Rappaport-'Niamz. 'Andererseits jedoch berichtet die 1'rurerintmen, ein israelitisches Journal von Bucarest. in ihrer Nummer vom 23. Nlai, aus sicherer Ouelle vernommen zu haben, daß von allen im vergangenen Jahre en bloc naturalifirten jüdischen Soldaten, welche ihr Naturalisations-Gesuch nach einem vom Kriegsminister dieferhalb erlassenen Eircular eingereicht hatten, kaum 3 bis jetzt ihr Diplom erhalten haben; es wären dies die Namen: Mosco Feldmann, Bezirk Tolja, Wilhelm Finkelstein, Bezirk Sulczawa, und ein Dritter, dessen Namen das genannte Blatt nicht kennt. Bonn, 5. Sept. (Notizen.) Nach einem, der Anglo- .Jewisli Association zugekommenen Bericht aus Otajo in Neuseeland, wird jetzt Australien von den Sendboten aus Jerusalem, um Almosen für die dortigen Armen zu sammeln, unsicher gemacht. In unsrer Zeit täglichen Postverkehrs sind diese Sendboten ein äußerster Mißbrauch. Sie erhalten 40 Proeent von der Sammlung, deren Ertrag nebenbei sehr in ihrer Gewalt steht. Einer dieser Sendboten, der zwei Jahre Bauwerk, eine Zierde unsrer Stadt. Schon seit mehreren Jahren hatte sie die Nothwendigkeit erkannt, die alte, zu klein gewordene, im Jahre 1830 erbaute, in einem unansehnlichen Stadrheilc versteckt gelegene Synagoge durch eine größere zn ersetzen, bis es ihr 1878 gelang, einen paffenden Bauplatz zu erwerben. — Noch in demselben Jahre ist der Bau nach einem Plane des Architecten Hoffmann aus Herborn begonnen und im Lause dieses Monats beendet worden. Dieser junge Mann hat sich durch den im maurischen Style ausgeführten Prachtbau ein Berdicnst um die Gemeinde erworben. Tie Einweihung, von Herrn Dr. Mansbach. Seminarlehrer hier, in würdigster Weise vollzogen, hat am 27. d. M. stattgefunden. Nachdem derselbe in der alten Synagoge eine kurze Abschiedsrede gehalten hatte, wurden die Thora-Rollen nach der neuen gebracht. Bor derselben hatten sich auf Einladung des Borstandes die Spitzen der höheren Staats- und der Stadt-Behörden versammelt. Nach einer kurzen Ansprache des Baumeisters übergab derselbe dem Vorsitzenden des Vorstandes den Schlüffel zur Synagoge, welchen dieser mir paffenden Worten dem, den Ober-Präsidenten (der sein Bedauern ausgedrückt hatte, durch eine Reise verhindert zu sein) vertretenden Regierungs-Präsidenten mit der Bitte überreichte, in das Gotteshaus zu treten. Die Weihe ging hierauf in üblicher Weise vor sich, und machte sie, die Festpredigt, so wie der Gottesdienst und die Predigt am folgenden Tage, einen tiefen, segensreichen Eindruck auf die Anwesenden aller Confessionen. l^ef. kann diesen Bericht nicht schließen, ohne den Eifer rühmend hervorzuheben, mit welchem die Gemeinde den kostspieligen Bau gefördert hat. — Man schreibt uns aus Haigerloch, den 2. Sept. Hier ist Herr David Levi von der größten Zahl der Bürger zum dritten Male zum Stadtrath gewählt worden. Die hiesige Gemeinde zählt 08 Familien, worunter 13 Wittfrauen. Sie hat einen herben Verlust durch den Tod des Herrn Wolf