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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-09-07 · Heft 36 (7.9.1880) · p. Seite 572

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 36 (7.9.1880)
Date
1880-09-07
Page
Seite 572 (sequence 12)
Language
German
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572 Jahrh. an in Ferrara gelebt haben, wie Jonathan ben Abra-! Fleiße das Material zu seinem Buche gesammelt und find Ham Kohen (1284), Isaak Zareg ben Serachia (1450), Arie! die Biographien im Ganzen vollständig. Daß im Einzelnen ben Elieser Halphen, welch letzterer für seinen Lehrer Natha-! noch Manches zu berichtigen und zu ergänzen wäre, versteht niel ben Sabbathai 1475 eine Schrift Maimunis copirte^fich bei einer solchen Schrift wohl von selbst. So starb Z. Abraham Marvijo (Finzi), Rabbiner in Ferrara (1565) u. a.! Frankel den 13. Januar, nicht Februar, 1875, Letteris den Ungern vermissen wir ein Personenregister zu dieser Schrift, welche dem vor einigen Monaten früh verstorbenen Rabbiner Ben Levi gewidmet ist. Die ungarische Bibelübersetzung, welche aus Kosten des israel. Landes-Lehrervereins angefertigt wird, macht rasche Fortschritte, so daß das 2. und 5. Buch Moses in den nächsten Wochen die Presse verlassen dürfte. Ter Cultus- und Unterrichtsminister hat zur Förderung des Unternehmens 300 fl. aus dem, israel. Schulfonde angewiesen. Kg. Pest, 4. August. (Literarische Notizen.) Bor mehreren Wochen erhielten wir von jenseits des Oceans: Eminent Tsraelites of the Isineteenth Century. A Series of Biographical Sketches By Henry Samuel Morais (Philadelphia, E. Stern & Co. 1880). In diesem vorzüglich ausgestattetcm Werke liefert der Berf. 100 biographische 19. Mai, nicht 4. Juni, 1871, Pinsker den 17. October, nicht aber den 29. October 1864. Judith Motefiore wurde im Jahre 1794, nicht 1784, geboren und starb den 24. September 1862. Gustav Weil wurde in Sulzburg (Baden) geboren und Lazarus „Leben der Seele" erschien 1855 und in 2. Aufl. 1876. Die in hebräischer Sprache erschienene Schrift „Ir Ha-Zedek, Geschichte der Krakauer Rabbinate" hat nicht Leopold Zunz, sondern I. M. Zunz zum Verfasser. Auch möchte ich Naphtali H. Wessely nicht zu den Männern des 19. Jahrhunderts zählen. Wir hoffen, daß das Buch des Hrn. Morais, das mit einem ausführlichen Personenregister versehen ist, unter unseren Glaubensgenossen die verdiente Anerkennung und Würdigung finde, so daß der Berf. recht bald zu einer neuen Auflage seines Buches schreiten könne. Dann aber bitte ich zu bemerken, daß ich nicht Skizzen von Persönlichkeiten, welche theils durch literarische i Moses heiße, wie der Berf. schreibt, und nicht Moritz, wie Leistungen, theils durch öffentliches Wirken mehr oder weni-! in Mcyer's Conversations-Lexikon zu lesen ist, sonden Meyer, ger allgemein bekannt sind. Der Berf. hat mit großem gewöhnlich aber zeichne M. Kayserling. Ieuilleton. Plaudereien aus dem Leben. III. Das Copernikanische Sonnensystem brachte die Erde aus dem Mittelpunkte der Welt, um den sich die Sonne, die Planeten und Sterne drehten, und verkleinerte sie zu einem mittleren Ball unter den Sonnentrabanten. Tie Entdeckung des Seeweges um die Südspitze Afrika's, die Entdeckung Amerikas und Australiens erweiterten die Erde, indem sie der alten Welt neue gewaltige Continente hinzufügten. Dies ist nun wieder anders geworden. Durch die Eisenbahnen, die Dampfschissahrt und die Thelegraphie ist die Erde zusammengeschrumpft. Eine Reise um die Welt, die früher mindestens zwei bis drei Jahre in Anspruch nahm, kann jetzt in weniger als achtzig Tagen zurückgelegt werden. Und noch ist dieses Zusammenziehen der Entfernungen auf der Erde lange nicht am Ziele. Jndeß sind, verglichen mit einem halben Jahrhundert früher, die Räume durchaus verkürzt, und man wird wie im Traum von einem Platze zum anderen hingeschleudert. Wenn in früherer Zeit ein Fürstensohn oder sonst ein Großer der Erde sich zu einer Reise an die Höfe Europas anschickte, was zur Vollendung seiner Erziehung gehörte, so erforderten die Vorbereitungen eine lange Zeit; die Reise währte einige Jahre und war für das ganze Leben gemacht. Jetzt macht man dieselbe Tour während der Ferien und kommt noch viel weiter, denn man kann in Kairo, Jerusalem, Constantinopel und Athen einen Besuch abstatten, und nach zwei Monaten zurück sein. Allerdings tritt hier der größte Unterschied zwischen dem ehemaligen Wandern und dem jetzigen Reisen auf. Bei jenem lernte man Land nnd Leute kennen; man kam langsam durch die ganze Landschaft und verweilte, wo es Einem gefiel; man kam mit den Bewohnern des Landes in unmitelbare Berührung und lernte ihre Beschaffenheit, ihren Charakter, ihre Sitten, ihren Culturzustand kennen. Jetzt fährt man mit größter Schnelligkeit vom Ausgangspunkt nach dem Platze, wo etwas sehr Bedeutendes von Kunst, Natur oder Leben zu sehen ist; es find eben nur die hervorragenden Oertlichkeiten, die zum Reiseziele dienen und zu denen man ohne Aufenthalt gelangt. Ueberall wird man in Hotels gleichen Schlages ausgenommen und man braucht nicht einmal die Sprache des Landes zu kennen, um sich überall bequem bewegen. Alles sehen und kennen lernen zu können. Die weiten Strecken, die dazwischen liegen, bleiben uns unbekannt; den Menschen, die sie bewohnen, treten wir um nichts näher. Von dem bekannten Homerischen Verse: „Der vieler Menschen Städte gesehen und Sinn erkannt" ist nur noch die Hälfte wahr. Hierdurch kam es mit der Zeit, daß auch in der Anschauung der Menschen die Entfernungen

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