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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-08-31 · Heft 35 (31.8.1880) · p. Seite 555

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 35 (31.8.1880)
Date
1880-08-31
Page
Seite 555 (sequence 11)
Language
German
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555 der großen Ferien in seiner Schule eingestellt hatte. Darüber waren nun die orthodoxen Gemeindemitglieder so erbost, daß sie ihn unter irgend einem Borwand in ein Geschäftslocal lockten; kaum aber war er eingetreten, so wollten sie den Lehrer in ein Nebenzimmer ziehen. Dieser, ihre böse Absicht ahnend, wollte sich auf die Gaffe hinausflüchten; sie aber verstellten ihm den Weg, fielen in wilder Wuth über ihn her, schlugen mit Stöcken und Pfeifenröhren nach ihm und warfen den Unglücklichen zuletzt über drei Stufen hinab auf das Straßenpflaster. Bedenkt man, daß diese rohe Gewaltthat blos aus dem Grunde an dem Lehrer verübt wurde, weil vielleicht weil das Streben der Alliance wesentlich humane und Cultur-Ziele verfolgt! — Dresden, 22. August. (Literarische Notizen.) Bei der warmen Theilnahme, mit welcher die A. Ztg. d. Judenth. gern von allen literarischen Erscheinungen Akt nimmt, welche das Judenthum und seine geistige Entwickelung berühren, besonders wenn dies mit Wahrheitsliebe und Wohlwollen geschieht, wird die Anzeige von einem sehr bedeutsamen Werke gern entgcgengenommen werden, in welchem die Geschichte der Musik bei den Israeliten von einem hervorragenden Manne von Fach gründlich und würdig behandelt wird. Ich meine derselbe dem Gesetz Gehorsam geleistet hatte, so kann man die „Jllustrirte Musikgeschichte. Die Entwickelung der Tonsich nur mit Abscheu vor einem solchen Attentate abwenden.! kunst ans frühesten Anfängen bis auf die Gegenwart von — Aus Pest schreibt man: Die beiden Gymnasialschüler Emil Naumann, k. Professor und Hofkirchenmusikdirector. Isidor Kohn und Samuel Klein sind Studiengenoffen und ihre Eltern wohnen in der Deffewffsygaffe 13. Seit drei Berlag von W. Spemann in Stuttgart 1880." Das Werk bespricht im 3. Kapitel die Musik bei den Israeliten. Muß Tagen bemerkte nun die Mutter Kleins, daß ihr Sohn ich auch als Laie in der Musik ein fachmännisches Urtheil schlecht aussehe, keinen Appetit habe und sich weigere, auch! den Männern von Fach überlassen: so darf ich doch von nur das geringste zu essen, auch die Eltern Kohns machten bei i der Gründlichkeit in Betreff der jüdisch-geschichtlichen Unterihrem Isidor dieselbe Beobachtung. Die besorgten Eltern suchung auf die Vortrefflichkeit des Werkes im Allgemeinen schickten nach dem Hausarzt. Dieser nahm die beiden schließen. Ich will u. A. nur hervorheben, daß der Herr Knaben ins Gebet und dieselben beichteten ihm, daß sie die; Verfasser andern Forschern gegenüber mit unwiderleglichen Berichte über Tanners Fastenprobe gelesen und sodann mit ' Gründen erwiesen hat, daß die Instrumente, lvelche auf dem einander gewettet hätten, wer länger fasten könne. Dem j berühmten Relief am Titusbogen erhalten sind, nicht das zu Arzt blieb natürlich nichts anderes übrig, als den beiden j den heiligen jüd. Tempelinstrumenten gehörige Horn, Schofar, Knaben — je eine Tracht Prügel zu verschreiben. — Man j bedeuten, sondern die beiden silbernen Trompeten, die -den schreibt aus Frankfurt a. M.: Am 10. d. starb nach langen! hauptsächlichen Zweck hatten, dem Volke als Signal'Jnstru- Leiden Hr. I. Josephthal, ein Manu, dessen Andenken stets i mente bei seinem vierzigjährigen Zuge durch die Wüste zu einen ehrenden Platz im Herzen der israelitischen Gemeinde-! dienen. Er erweist dies aus der Zweizahl auf dem Relief, Mitglieder einnehmen wird. Er war vom Jahr 1873 bis j während beim Schofar nie von einem Paare die Rede ist, Ende 1878 Vorstandsmitglied der israelitischen Gemeinde wohl aber bei jenen silbernen Trompeten. Vorzüglich aber und verwaltete sein Amt mit einer seltenen Treue und Gezeigt er, daß, nach dem Bilde auf dem Relief, diese Jnstruwiffenhaftigkeit, so daß er für das Jahr 1880 und noch mente weder nach Stoff, noch nach der Form mit dem Gemehrere Jahre wieder neu gewählt wurde. Mit demselben; setze, der Tradition und dem durch die Geschichte festgestellten Pflichteifer war er als Vorstandsmitglied der Schule der: Gebrauch des Schofar übereinstimme. Ter Schofar muß israelitischen Gemeinde thätig und für seine Beliebtheit sprach! nach Richter 7.16 ein handliches Instrument gewesen sein, die große Menge, die feiner Leiche folgte. — Man erinnert wie es noch üblich, unmöglich ein so schwerfälliges, das eine sich der feindseligen Bemerkungen, welche die ultramontane Unterlage zur Stütze braucht, wie die Instrumente auf jenem Preffe über die Alliance israelite universelle sich gestattete; Relief. Auch war es der Tradition nach am Schallloche gcsie giebt diesen Verein als ungeheuer reich und durch seinen! bogen, während jene geradaus gehen. Eben so schlagend Reichthum für einflußreich aus. Und doch hat die Alliance erweist er aus Exod. 15.20,21 und aus Psalm 68 nach, jährlich nur über höchstens 70 — 80,000 Fres zu verfügen. Wie daß unter nicht, nste Luther übersetzt, eine Pauke zu verganz anders stellen sich die Einnahmen des katholischen Bo-' stehen sei, sondern vielmehr;ener ägyptische, leicht mit einer nifaeius-Bereins heraus'. Nachdem in Paderborn erscheinen-> einzigen Hand-zu schwingende, auf der einen Seite mit Perdem Bonifaeius-Blatt hatte er im Jahre 1870 eine Einnahme! gament bespannte Schellenreifen, dessen Fläche mit dem von 868,702 Mark, und zwar 111,726 M. mehr als im - Knöchel der Finger geschlagen wurde. Vergl. Fürst Lexieon Jahre 1878. Daß diese Gelder nur zu speeifisch eoniessio-! s. v. -r. Wenn aber aus den Einzelnheiten, von denen nellen Zwecken verwendet werden, versteht sich von selbst.! noch manche angeführt werden könnten, die gründliche Be- Wie wagen es aber dieselben Vertreter des Honifaeius-Vereins, I Handlung des Gegenstandes hervorleuchtet, io verdient es einen jüdischen Verein zu schmähen und zu denuueireu —? besondere Erwähnung und Anerkennung, daß der Hr. Vers. 6 b*

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