Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 35 (31.8.1880)
- Date
- 1880-08-31
- Page
- Seite 553 (sequence 9)
- Language
- German
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nicht entgangen sind und daß auch der Nothschrei der durch jüdische Praktiken heimgesuchten und in ihrem Gewerbe schwer benachteiligten Bevölkerung zu Hochdero Ohr gelangt sein wird, so glauben wir doch auch unsererseits noch ausdrücklich Zeugniß ablegen zu sollen, daß die deutsche Nation das Wachsen dieses verderblichen Einflusses einer fremden Race mit steigender Erbitterung sieht, und von ihrer Regierung Schutz und Abhilfe in dieser Nothlagc erwartet. Fußend auf. den bestehenden, die capitalistischcu Interessen bevorzugenden, und unter jüdischer Einwirkung entstandenen Gesetzen; ge-; stützt auf die Reichthümer, welche man mit geschickter und rücksichtsloser Ausnutzung derselben durch Wucher, Börsenspiel, Bank- und Actienweseu erworben hat bei säst ausschließlichem Fernbleiben von der allein einen dauernden Wohlstand begründenden Thätigkeit der Landwirthschast und des Gewerbes; Bildner der öffentlichen Meinung mittelst einer zum großen Theil durch sie beeinflußten feilen, gewissenlosen und corrumpirten Prcffe, hat es die jüdische Race verstanden, ihren unheilvollen Einfluß beständig zu steigern, so daß derselbe heute schon nicht allein die wirthschastlichcn Verhältnisse und den Wohlstand des deutschen Volke», sondern auch seine Cultur und Religion, und in Folge dessen seine tbeuersien volitischen und religiösen Güter mir den ernstesten Gefahren bedroht. Tiefe Gefahren müssen sich naturgemäß in dem Maße sicigern, al» cs den Juden gelingt, schaareuwcise in Berufszweige und namentlich in amtliche Stellungen cinzudringen, welche ihnen früher verschlossen waren, und die ihnen ferner ■ verschlossen bleiben müssen, wenn ander» nicht die Auctorität der Gesetze in ihren Fundamenten untergraben werden soll. Mit den überall laut werdenden, protcstircnden Klagen und Wünschen ist cs hier indessen nicht gethan. Wie das Judenthum eine thatsächliche Macht ist, so kann cs auch run: durch reelle Machtmittel bekämpft werden. Hierzu gehört vor Allem die Reform und Ergänzung einer Gesetzgebung, welche die Ausbeutung und Verdcrbung des deutschen Volke» durch die Juden und die von jüdischen Anschauungen augcsteckien Deutschen ermöglicht hat. Wir wollen damit weniger das den Fremdlingen gewährte Gastrccht verkümmern, als vielmehr allmälig die deutsche Nation von einer Art Fremdherrschaft emancipiren, welche sie nicht mehr lange zu ertragen vermag. Es ist Gefahr im Verzüge, dchalb gestatten wir uns Ew. Durchlaucht mir der ehrfurchtsvollsten Bitte zu nahen: daß Hochdicselben zur Verhinderung weiterer Zunahme des jüdischen Volksclements und jüdischen Einflusses den gesetzgebenden Körpern des deutschen Reiches und Preußens baldmöglichst Vorlagen machen wollen, durch welche i ) die Masseneinwanderung der Juden, besonders von Osten her, erschwert wird; 2) diejenigen Geschäftszweige, welche, wie Börsen, Banken und Zeitungswescn. von den Juden und den zu jüdischen Anschauungen verführten Individuen zur Ausbeutung des deutschen Volkes benutzt werden können, controlirt und möglichst hoch besteuert werden; 3) die amtlichen Berufskreisc, deren Auctorität durch das Eindringen jüdischer Anschauungen gefährdet wird, etwa mit dem Rechte der Wahl, ähnlich wie es sich bei den Officicrcorps schon längst bewährt hat, ausgerüstet tverden. Genehmigen Ew. Durchlaucht u. s. w." Mit der Petition wird folgender Begleitbrief versendet: „Ew. Hochwohlgcboren übersenden wir eine aus einem Kreise deutscher Männer hervorgegangcnc Petition, welche Ende September an ihre Adresse überreicht werden soll. In der festen Ueberzcugung, daß Sie die durch das Schriftstück zum Ausdruck gebrachte Auffaffung von dein Ernst der Lage unseres Volkes theilen und mit dem Inhalt der Petition einverstanden sind, erlauben wir uns die ganz ergebene Anfrage, ob Sie dieselbe für die demnächst erfolgende Veröffentlichung mit Ihrer Unterschrift zu versehen * sich entschließen würden. Wenn schon uns bereits zahlreiche Zustimmungen von der Dringlichkeit der geplanten Maßregel überzeugt haben, und so sehr überhaupt der gewählte Zeitpunkt von erfahrenen Politikern und hervorragenden Parlamentariern, die uns beratbend zur Seite stehen, als günstig für den Erfolg des Unternehmens wiederholt ausdrücklich anerkannt ist, so gilt es doch von vornherein dem der Petition vcrmuthlich ciltgegeutretenden Kleinmuth und der Befangenheit Vieler dadurch zu begegnen, daß wir mit einer Anzahl Namen untadelhaftester Art von hochangesehenen und unerschrockenenen Männern aller geachteten Lcbensberuse vor das Publikum treten. Wir bitten Sie daher auf's Dringendste, diese überaus wichtige Sache durch Ihre Unterschrift zu der Ihrigen zu machen und gütigst aus Ihrer Bekanntschaft Männer von besonderer Respectabilirät zur Unterzeichnung heranziehen zu wollen. Ew. Hochwohlgcboren werden ganz ergebenst gebeten, die Rücksendung des Schriftstückes möglichst schleunig an den Unterzeichneten zu bewirken, welcher gern bereit ist. Ihnen seinerzeit die zur eigentlichen Agitation bestimmten Exemplare der Petition in beliebiger Anzahl zur Verfügung zu stellen." Sicherlich ist noch kein Schriftstück in die Oeffentlichkeit gekommen, das aus einem giftigeren Hasse hervorgegangen, als dieses! Um dieser traurigen Erscheinung etwas Erfreuliche» gegenübcrzustellen, machen wir auf einen „Von einem activen preußischen Ofsicicre" verfaßten Artikel: „Tic antisemitischen Bestrebungen" im ersten Blatte der „Köln. Ztg." vom 1'.». August aufmerksam, der im wohlwollendsten und nach Unparteilichkeit strebenden Geiste geschrieben ist, und; auf welchen wir in nächster Nummer zurückkommen werden. Bann, 22. August. Wir bemerken, daß die Mitthcilung aus Berlin in Nr. 32. S. 5t>0. Sp. 1. unrichtige Angaben enthält, die uns, jedoch ohne böse Absicht, in irriger Weise so geschrieben worden. Die Redaclion.