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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-08-24 · Heft 34 (24.8.1880) · p. Seite 537

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 34 (24.8.1880)
Date
1880-08-24
Page
Seite 537 (sequence 9)
Language
German
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537 melien unter 815,513 Einwohnern 4177 Juden und zwar welchem Gebiete er als Koryphäe ersten Ranges bezeichnet wohnen in der Stadt Philippopel 1134, im gleichnamigen wird. Im 21. Lebensjahr empfing N. die Morenu, bekleidete Departement 51, im Departement Staro-Zagora 431, im sodann die Stelle eines Rabbi am Beth-Hamidrasch zu Bam- Departement Haskiöi 246, im Departement Slivno 835, im berg, wurde etwa um 1826 als Rabbiner von Schraittach Departement Tatar-Bazardschik 1112 und im Departement > installirt, welche Stelle er fast 46 Jahre bekleidete. Seine Burgas 358. I Abstimmungen in der Synode zu Ansbach in den 3> >cr Jahren Das Real-Gymnasium in Serajevo (Bosnien) wird dem brachten ihn in den Ruf des religiösen. Freisinns, galt ja schon in deutscher Sprache erschienenen Jahresbericht zufolge von j die Eliminirung des Jekum Purkan zu jener Zeit als Reform 79 Schülern besucht, darunter sind 28 römisch-katholischen,! im Cultus, und so hatte N. manch' harten Strauß auszu- 18 griechisch-orientalischen, 12 mohammedanischen, 3 evanfechten, obwohl er durch und durch orthodox gesinnt war und gelischen Glaubensbekenntnisses und 18 Juden. Bonn, 15. Aug. (Notizen.) In Detroit, Mich, in Nordamerika ist jüngst in der Nacht eine Synagoge in die Luft geflogen und gänzlich zertrümmert worden. Die Einen behaupten, daß eine Gasexplosion stattgefunden. die Andern vermuthen ein Verbrechen. — Unsere Leser wissen wie sehr wir seit langer Zeit auf die Organisation des Arurenwesens in den jüdischen Gemeinden dringen, sowohl um'die von dem Wohlthätrgkeitssinn dargebotenen Mittel in rechter Weise zu verwenden, als auch um den schädlichen Haus bettel abzuhelfen. Es liegt da überall der Gedanke zu Grunde, daß die Mitglieder der Gemeinden einen Jahresbeitrag leisten, dagegen keinem Bettler im Hause etwas verabreichen, womit selbstverständlich sonstiger Privatwohlthätigkeit keine Schranke gesetzt ist. Es gilt nun, immer wiederholt den Beweis zu führen, daß diese Einrichtung sich auch in mittleren und kleineren Gemeinden bewährt. Bor uns liegt der Bericht des israelitischen Armenvereins zu Bonn, der von uns vor einem Jahrzehnend gegründet worden. Obschon die gelebt hat. N. war Autodidact, wenn er auch u. A. bei I>r. Martinct in Bamberg Unterricht im Hebräischen und in den neueren Sprachen nahm. Seit etwa 1866 privatisirte N. hier, von einem Kreis von Schülern stets umgeben. Die von ihm arrangirten Borträge der sogenannten „Claus-Schule" wurden gern gehört, sie waren exegetischen, religiösen und sittlichen Inhaltes, basirr auf die mosaisch prophetischen Grundlehren, deren practische Anwendung auf das Leben sie erörterten, hie und da von der Hagada getragen. Die Wirkung der Borträge war dadurch erhöht, daß N. in einem nur in Gedanken gefaßten Entwurf frei vortrug. Seine Wohlthätigkeit, der angenehme, mit Witz und Scharfsinn gepaarte Umgang und sein versöhnliches Wesen werden ihm ein dankbares Andenken bewahren. — Man schreibt aus Berlin: Am letzten Sonntag Nachmittag fand die Einweihung der Synagoge Ahabath Schalom lRosenthaler Straße (11/12) statt. Das schön geschmückte, würdig ausgestattete Gotteshaus war von einer zahlreichen, dicht gedrängten Versammlung ungefüllt. Ter von PH. Marus dirigirte Chor leitete die Feier ein mit dem Liede: „Wie schön sind deine Zelte, Jakob". Darauf der siebenmalige Umzug mit 16 Torarolleu unter er- Gemeinde nicht mehr als etwas über 86 Familien zählt, nahm derBerein im Jahre 1879 die Summe von 5067 M. ein, worunter! hebendem, die Gemüther tief ergreifenden Wechselgesange zwischen 3106 M. regelmäßige Beiträge, der Rest Spenden und Zinsen. Es wurden an Arme in Bonn 120 t M., an Dürftige in der Umgegend 1165 M. und an durchreisende Arme 1332 M., außerdem für Mazzoth, Osterspeisen und Brennmaterialien 207 M. verausgabt, 991 M. verblieben Casienbestand. Gegen die Vorjahre find die Anforderungen und Leistungen gewachsen', und wenn dennoch ein solcher Verein an Mitteln gewinnt, so hat er die Angemesienheit seiner Organisation dem Herrn Cantor Max Leon und dem Chore. Der Prediger, Herr vr. A. Cassel, hielt dann mit vieler Wärme und Innigkeit das Gebet für Kaiser und Reich. Tie Torarollen wurden alsdann unter kunstvoll ausgesührteu Lobgesängcn in die Bundeslade gestellt und der Prediger belehrte die Gemeinde in der kraft- und schwungvollen Weihercde über die Bestimmung des Gotteshauses. Bonn, 15. Aug. (Literarische Notizen.) Wenn und seine Lebenskraft bewiesen, da seine Leistungen ihn in > wir vor Kurzem sagten, daß in unserer Zeit auf dem relider Gunst des betheiligten Publicums erhallen. — Aus Coburg wird uns mitgetheilt, daß die Veröffentlichung über das Rast'sche Gewerbestipendium in dieser Zeitung bereits guten Erfolg gehabt und sich schon ein jüdischer Handwcrkslehrling gemeldet hat. — Man schreibt uns aus Fürth den 12. August 188(7: Dienstag Mittags den 10. ds. verschied giösen Gebiete die sonderbarsten Figuren jeder möglichen Art und Gattung zum Vorschein kommen, so bietet uns folgende Broschüre einen neuen Beleg: „Offenbarung, Kabbala, Magnetismus und Spiritismus. Eine zusammenhängende Kette von H. E. Budapest, 1880." Der Berfaffer. der aus seiner Jugend wohl noch viele Reminiscenzen aus Bibel, hier Herr Rabbiner Wolf Neckarsulmer im nicht vollendeten > Talmud und Midrasch in sich trägt, hat, laut der Vorrede, 80. Lebensjahre. Geboren zu Fürth, befaßte sich N. frühseine Broschüre auf eigene Kosten drucken lasten, und verkauft zeitig mit dem Studium der talmudischen Wiffenschaft, auf sie nicht, sondern versendet sie an „Freunde der Wiffcnschaft, 34

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