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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-08-24 · Heft 34 (24.8.1880) · p. Seite 535

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 34 (24.8.1880)
Date
1880-08-24
Page
Seite 535 (sequence 7)
Language
German
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535 werden, und beides. Form und Inhalt, hat Lewandowski gewahrt. Diese liturgischen Psalmen werden dem dringenden Bedürfnisse abhelfen, ein jüdisches Herz hat sie gesungen. Während die meisten Motetten, Hymnen rc. der Kirchencomponisten für Kirchenconcerte berechnet waren, sind Lewandowski» Psalmen auch zum Gebrauche beim jüdischen Gottesdienste ohne Ausnahme geeignet. Sie sind melodisch und leichtsanglich und die Wiederholung des Textes ist soviel als möglich vermieden worden. Die beigefügte Orgelbegleitung, die mehr als eine „Begleitung", ein selbständiges Ganzes ist, ist für die Organisten eine ausgezeichnete Beigabe. Nicht selten kamen an mich Gesuche um Empfehlung von deutschen Synagogengesängen. Hier habt Ihr sie, diese herrlichen Psalmen! Möchten sie dazu beitragen, den Sinn im Gotteshause zu wecken und zu erhallen, den L. gewollt hat. - Die äußere Ausstattnng ist von der weltberühmten Berlagshandlung Breitkopf & Härtel in Leipzig splendid geschehen. Siegried Graf. CV Hiivi cj >vxac Xcaa. Deutschland. Breslau, 11. August. (Privatmitth.) Um das Treiben der ultramontanen Agitatoren zu charakterisiren, braucht man nur einen Blick in die „Schlesische Bolkszeitung" zu werfen, die jetzt eine besondere Rubrik unter der Aufschrift „christlicher Arbeitsmarkt und Geschäftsanzeiger für Breslau" eröffnet hat, um ihre Leser zu veranlassen, alle jüdischen Geschäfte zu vermeiden und nur mit ihren, der Schles. Bolkszeitung Kreaturen in Verbindung zu treten. Daß auch diese d. Judenth.", beteffend die Befreiung von den städtischen Abgaben, ist, wie die Notiz selbst darthut, ausdrücklich von der Vorbereitung zum Fahneneid, nirgends von einem „besonderen jüdischen Fahneneid" die Rede. Eine Verwechselung der beiden hervorgehobenen Begriffe oder eine Folgerung des letzter» aus dem erster» erscheint mir nach meiner Schätzung des betreffenden Leserkreises nicht leicht möglich. Noch mehr: Aus Grund der Thaffache, daß hier, wie in andern — vielleicht in fast allen — Garnisonen des deutschen Reichs, die Mannschaften christlichen Glaubens von Manipulation ohne welche größere Wirkung bleiben wird,! dem christlichen Geistlichen in der Kirche, die Soldaten dafür spricht nicht allein der gesunde Sinn, sondern auch! jüdischer Religion von dem Rabbiner in der Synagoge zum der Bortheil des Publikums, das in seinen Geschäften da hingehl, wo es am besten und wohlfeilsten bedient wird. Aber man erkennt doch auch hieraus nicht bloß die Zwecke, Fahneneid vorbereitet werden, worauf die Vereidigung selbst gemeinsam stattfindet, habe ich in meinem Artikel behauptet, daß die Militärbehörden, behufs solcher Vorbereitung, „die sondern den Grad der Sittlichkeit, welchen diese Hetzer ein Rabbiner gleich den christlchen Geistlichen in Anspruch nehmen. Recht und Wahrheit bedeuten ihnen nichts, con-! nehmen". Das glaube ich, ist klar genug; weniger klar dürfte fesfioneüer Haß und Spaltung der Menschen nach dem Maß-i der Zweck der unvollständigen und gleichwohl zwischen Anstabe ihres kirchlichen Sinnes ist ihnen Alles. Daß das j führungszeichen erfolgten Wiederholung meiner Worte in der Verfahren dieser Menschen das Volk gänzlich zu demorali-! Redactions-Notiz sein. siren im Stande wäre, wenn es seine Ziele zu erreichen ver-1 Wenn dieselbe übrigens von Mißverständniffen (im Plural) möchte, ist offenbar. Und dies Alles geschieht im Namen der > spricht und doch nur ein einziges berührt, so erscheint sie der Religion, der doch in Wahrheit nicht ärger ins Gesicht geschlagen werden könnte! Brandenburg a. d. H., 9. Aug. (Pri vatmitth.) Nachgerade erfahre ich, daß die Redaction der „Jsr. Wochenschr." in der Nummer vom 23. Juni er. die Notiz gebracht, ich hätte in der „Allgem. Ztg. d. Judenth." vom 25. ejusd. gelegentlich berichtet, daß „die Militärbehörden, wenn sie die Mannschaften jüdischer Religion zum Fahneneid vorbereitet haben wollen, den Rabbiner in Anspruch nehmen" — dies könne zu Mißverständniffen Anlaß geben; der besondere jüdische Fahneneid sei bereits seit einem Decennium aufge-' hoben.! Der Zweck dieser Redactions-Notiz ist mir nicht recht einleuchtend. In dem bezüglichen Artikel der „Allgem. Ztg. | Deutung fähig, als ob die Rabbiner von den Militärbehörden überaupt nicht in Anspruch genommen würden. Dieser Deutung dürfte wohl das nachstehende — von dem betreffenden Commandeur und Oberst Unterzeichnete — Schreiben, das erste von mehreren Schriftstücken ähnlichen Inhalts, gründlichst Vorbeugen: „Brandenburgisches Füselier- Brandenburg a. d.H., Regiment Nr. 35. J.N.2940. II. Nov. 1877. An den Rabbiner Herrn Dr. Kroner Hochehrwürden hier. Euer Hochehrwürden bittet das Regiment, die bei demselben zur Einstellung gelangten Rekruten mosaischer Confession zu der am Donnerstag, den 15. d. M., Vormittags 11 Uhr stattfindenden Vereidigung vorbereiten zu wollen,

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