Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 31 (3.8.1880)
- Date
- 1880-08-03
- Page
- Seite 493 (sequence 13)
- Language
- German
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493 viele Gefälligkeiten; er schickte ihm Bücherverzeichnisse und besorgte für ihn den Ankauf hebräischer Werke. So schreibt -lab. Rhodius am 11. November 1644 an Buxtorf: „Emanucl Porto, der nothgedrungen nach Venedig reisen mußte, hat die von Dir gewünschten Bücher, deren Preis ich Dir jüngst angegeben, zusammen gesucht und wird sic nächstens schicken." ihm unmittelbar nach Beendignng des Druckes per Post zugeschickt werden sollte, damit er es der hohen Person, der er das Buch zu widmen beabsichtigte, frühzeitig genug überreichen könnte. Indem er schließlich Buxtorf ersuchte, für einen correcten Druck des Buches Sorge zu tragen und sich zu Gegendiensten bereit erklärte, fragte er in einer Nachschrift noch nach dem Preise eines Talmud-Exemplars in der Baseler Ausgabe. Es vergingen mehrere Monate, ohne daß Buxtorf dem Paduaner Rabbiner antwortete, so daß dieser sich veranlaßt ^jmon Lölbtieimer sah, sich in einem zweiten Briefe nach dem Schicksale seines ~ Manuscriptes zu erkundigen, denn .wenn der Baseler Drucker! Die meisten jüdischen Schriftsteller, welche unmittelbar es nicht übernehmen wollte, so würde er es in Italien drucken I "ach Moses Mendelssohn, gegen Ende des vorigen und zu lassen!" > Anfang dieses Jahrhunderts auftraten, sind, einige der Auch Scioppius erinnerte in einem Briefe vom 1 7. j Mcasnm. die Philosophen Maimon. Ben-David. Herz und den Februar 1642 Buxtorf daran, daß, seitdem er ihm R. Ema-> Doctor Bloch etwa ausgenommen, mehr oder weniger der nuel Porto empfohlen habe, bereits vier Monate verstrichen Vergessenheit anheimgefallen. wären und daß dieser noch immer auf Antwort warte: „ich Mit seinen Zeitgenossen gleiches Schicksal theilt auch der liebe diesen würdigen Mann, wie Du aus meinem früheren! in der Neberschrift genannte Simon Hochheimer. Sein Briefe an Dich erfahren hast, daher empfehle ich ihn Dir! „Stammbuch", das ein Feuilletonist des P. Bl. jüngst aufhiermit wiederholt." Buxtorf scheint trotz der wiederholten! gefunden, hat die Erinnerung an ihn wieder aufgefrischt. Erinnerung und Empfehlung mit der Antwort nicht sehr ge-! So unbekannt wie der Feuilletonist meint ist Höcheilt zu haben. An Hottinger, der zugleich mit einem ans heimer freilich nicht. Hätte er statt „nach Quellen zu for- Padua ihm geschickten medicinischen Werke Emanuel Porto's schen", nach Fnrst's Bihliotheca judaica gegriffen, so hätte 1642 erschienenes Compendium der hebräischen Grammatik er sich leicht überzeugen können, daß Höchheimer doch etwas erhalten hatte und aus Interesse für den Autor sich nach j mehr als ein „gebildeter Jude", daß er ein fruchtbarer dessen Lage und dem Ansehen, das er unter seinen Glaubens-1 Schriftsteller war: seine erste Schrift „lieber Moses Mendelsgenossen genoß, bei Buxtorf erkundigte, schreibt dieser am sohws Tod" erschien im Jahre 1786, und seine „Unterweisung 25. Mai 1642: „Bon Emanuel Porto ist mir weiter nichts! wie man die Jugend unterrichten. Erwachsene belehren, bekannt, als daß ich einen Brief von ihm erhalten habe, zu- Menschen glücklich machen kann" wurde 1822 in Fürth gegleich mit einer Abhandlung, welche er hier in Basel drucken i druckt. Noch vier andere Schriften philosophischen, medicinischen lassen möchte. Er wurde mir von Gaspar Scioppius aufs j und polemischen Inhalts werden von ihm angeführt. Höch- Wärmste empfohlen; derselbe hat mich erst jüngst wieder er- > beimcr, der nicht Oesterreich, sondern Bayern seine Heimath sucht,' ihn einer Antwort zu würdigen. Er hat bis jetzt! genannt und auch in einer Stadt Bayerns sein Leben bekeinen Brief von mir empfangen." An der Abhandlung schlossen hat, hielt sich, wie wir aus dem Stammbuch erhatte Buxtorf Manches anszusetzen: sie wurde in Basel nicht fahren, in Berlin, Wien, Frankfurt a/M. und in anderen gedruckt, erschien aber mit einer Widmung an Kaiser Ferdi- Städten Deutschlands längere oder kürzere Zeit auf. nand Hl. ein Jahr später in Padua unter dem Titel: In Berlin treffen wir ihn schon im Jahre 1781, voraus- „Diplanamologia. cpio duo 3cripturae miraculae dp recn’f'ssu gesetzt daß der Feuilletonist richtig gelesen hat. „Am '1. 8o1i8 tempore Uislcias et ejus immo'bilitate tempore .Tosua^ August genannten Jahres schrieb ihm ein Ober-Eonsiftorialdeelarantnr." Sie behandelte, wie sich ans dem Titel ergiebt, - rath Namens Pr. Anton Friedrich Büschirz (oder Buschitz, den Sttllstand der Sonne zur Zeit Iosua's, eine Frage, wel-l die Unterschrift läßt eben an Deutlichkeit zu wünschen übriql" che durch Galileo Galilei, der einige Jahre in Padua gelebt Worte der Erinnerung in sein Stammbuch. Dieser Ober¬ und Porto möglicherweise auf dieses Thema geführt hat,. Consistorialrath heißt nicht Büschirz und nicht Buschitz, sondern damals vielfach ventilirt wurde. Sonderbarer Weise schrieb Büsching und ist nicht nur allein als freisinniger vorurtheilsloser zweihundert Jahre später ein anderer Jude aus Trieft, Hr. Theologe, sondern auch als Begründer der neuen Geographie vr. G. Barzilea, über dasselbe Thema: „Josua und die hinlänglich bekannt. Büsching, der auch eine „Geschichte des Sonne" eine auf deutsch erschienene Abhandlung. Nachdem sich Buxtorf gegen den Rabbi Emanuel Porto sehr unfreundlich benommen hatte, erwies dieser ihm später jüdischen Volkes" geschrieben, war bei Moses Mendelssohn, Marcus Herz u. a. Hausfreund und verkehrte viel mit den gebildeten Juden und Jüdinnen Berlins. i