Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-08-03 · Heft 31 (3.8.1880) · p. Seite 492

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 31 (3.8.1880)
Date
1880-08-03
Page
Seite 492 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3227285-3227317--38239-3307453
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

492 Kohn; eine Biographie von Cremieux und eine Abhandlung über biblische Geschichte. Die Ausstattung ist durchaus ansprechend; nur die illustrirte Beilage, diesmal das Porttait von Cremieux, ist gänzlich mißlungen und man möchte den Herausgeber ersuchen, solche Beilagen lieber zu unterlassen. — Bor kurzem feierte der bekannte Exeget der h. Schrift Batke seine fünfzigjährige Promotion zum Licentiaten der Theologie. Hervorgehoben wird bei dieser Gelegenheit, daß Batke gegenwärtig mit Entschiedenheit diejenigen kritischen Ansichten über den Pentateuch verwirft, welche er zuerst aufgestellt und mit aller möglichen exegetischen Kunst vettheidigt hat und die vor Kurzem von Wellhausen wieder in den Vordergrund gestellt worden. Es handelt sich darum, anzuerkennen, daß gerade diejenigen Stücke, die man früher für die älteren ansah, die sog. elohistischen, für die jüngsten erachtet werden sollen. So tritt also Batke gegen Batke und Wellhausen auf, welcher letzterer auck» schon wieder entschiedene Gegner hervorgerufen hat. Aeuilteton Emanuel Porto und Joh. öurtorf. Bon vr. W. Kayserliug. Die christlichen Gelehtten des 17. und 18. Jahrhunderts, welche sich mit der hebräischen Literatur beschäftigten, standen,! erfolgten Tode als Rabbiner und Lehrer der Talmud - Thora theils in Padua, theils in Venedig. Im Jahre 1627 ver- > öffentlichte er in hebräischer Sprache eine arithmettsche Schrift! unter dem Titel ~r*:3 und 1636 in Padua das Werk „Porto astronomico“ das von dem Profssor Andrea d’Argoli sowenig sie auch sonst den Juden geneigt waren, mit gelehrten in einem besonderen, dem Werke vorgedruckten Schreiben ge Juden in Verbindung; sie konnten ihrer nicht entbehren; wer! lobt und von Benedetto Luzzatto ,Rabbi Hebreo studente zu einer gewissen Höhe in der Kenntniß des Hebräischen gelangen wollte, mußte sich von Juden belehren lasten. So hatten, um von Reuchlin, Pellican u. a. zu schweigen, Scaliger, in Padova* in einem italienischen Sonett besungen wurde. Durch Vermittelung und Empfehlung des Gaspar Seioppius trat Porto mit Buxtors in Verbindung. Dieser Alttng, Leusden Juden zu Lehrern. Trusius und Vossius! Seioppius (8choppe>, ein Deutscher von Geburt, der im Dienste wurden von Manaste ben Israel in der hebräischen Sprache j der Jesuiten stand und sich mehr als durch seine mystischunterrichtet und der Orientalist Reinhard hielt sich sogar einen polnischen Rabbiner. Die Buxtorfe, welche sich sowohl durch ihre lexikographischen Arbeiten als durch die Verbreitung der jüdischen Wiffenschaft unter den Christen wesentliche Verdienste um die jüdische Literatur erworben haben, unterhielten mit mehreren gelehrten Juden in Italien und Holland, in der Türkei und Hamburg, einen lebhaften Briefwechsel. Wie gestaltete sich bei der persönlichen Abneigung, welche die Mehrzahl der christlichen Gelehrten jener Zeit gegen die Juden im Allgemeinen hatten, das Bcrhältniß derselben zu philosophischen Schriften, durch eine gegen Scaliger gerichtete Schmähschrift „ Scaliger hypobolimaeus“ bekannt gemacht hat, hielt sich längere Zeit in Padua auf, wo er Porto kennen zu lernen Gelegenheit fand. Am 15. October 1641 schreibt er an Buxtors: ..Rabbi Emanuel Porto, ein vottresflicher Mann, ttägt um so weniger Bedenken, sich an dich mit einer Bitte zu wenden, als er von Deiner seltenen Leutseligkeit und Deiner außerordentlichen Gelehrsamkeit vielfach gehört, letztere auch aus Deiner, meinem „Mereurius quadrilinguis“ hinzugefugten Abhandlung ex ungue leonem leicht erkannt hat; außerihren jüdischen Lehrern und Correspondenten'? So wichtig diese dem habe ich ihm versprochen, ihn in einem Briefe an Dich Frage für die Cultur- und Literaturgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts auch ist, so schwierig ist die Lösung. Als Beittag zu dieser Aufgabe wollten wir im Folgenden das Bcrhältniß Dir zu empfehlen. Ich bitte Dich daher. Dich ihm gefällig zu zeigen und Dich überzeugt zu halten, daß Du mir damit einen großen Dienst erweisest."1) Auf Grund dieser Emdes Joh. Buxtors zu einigen gelehtten Juden und zwar zu-!pfehlung wandte sich Potto am 20. October 1641 in einem nächst seine Beziehungen zu Emanuel Potto eröttern. 'hebräischen Schreiben an Buxtors mit der Bitte, das ihm Emanuel Porto, oder Menahem Zion Porto Cohen,1); zu gleicher Zeit eingeschickte Manuscript in Basel zum Druck wie er in jüdischen Kreisen genannt wurde, einer der gelehr-! zu befördern. Er giebt sich in dem Bttefe der Hoffnung testen Rabbiner seiner Zeit, wurde gegen Ende des 16. Jahr-! hin, daß sich der Drucker oder vielmehr der Verleger nicht Hunderts in Tttest geboren und wirtte bis zu seinem c. 1660*) j frräuben werde, das Schriftchen herauszugeben, „denn das- - | selbe ist nicht umfangreich und darf wegen des darin behan- 1) Sowohl Nenahem2ion wie auch Isaak Porto Cohen, der Corre-i delten interestanten Themas auf guten Absatz rechnen.« ÄÄÄS.tm!»'' b°sch»de.° Au.°r *«, sehr b-sch°id°n- und Autobiographia de S. D. Luzzatto sPadova 1878s, 12") meint. 2) M. B. Das Schreiben Isaak B. Cantarinis in Padua an Unger vom August 1717 im Ozer Nacbmod Hl, 132. i) Die Briefe Porto s an Buxtors bandschriftlich vorhanden. 25 Freiexemplare und ein Exemplar auf großem Papier, das

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.