Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1880)
- Date
- 1880-07-27
- Page
- Seite 467 (sequence 3)
- Language
- German
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467 Herrschaft über die Culturvölker erlangt hat. Während jenes und deren Vollendung, schreitet nach der vom Gottgeiste das Universum aus den Stoffen und ihren Kräften theils gedachten und ausgeführten sittlichen Weltordnung, in der nach deren Gesetzen, theils nach Zufall und Bedürfnis her- . Recht und Unrecht, Wahrheit und Jrrthum immer wieder vorgegangen ansieht, wobei freilich die Ordnung und Zweckzur Ausgleichung kommen, im Leben der Gefammtheit und Mäßigkeit, die Eingliederung aller Einzelwesen in die Geder Einzelnen. - Wir begnügen uns mit dieser Skizze, und sammtheit, die Ursache jener Kräfte und Gesetze und das wollen nur eine Bemerkung hinzufügen. Die Verkünder Werden des organischen Lebens völlig unerklärt bleiben — ficht jenes im „Faust" vor- und ausgeführten Systems machen die letztere neben oder vielmehr über dem stofflichen Dasein, geltend, daß der Mensch durch die eben gezeichnete Weltdcm wahrnehmbar Sinnlichen die unendliche Geisteswelt, und anschauung sich „abhängig" mache, daß überhaupt das Wesen betrachtet das Universum wie alle Einzelwesen nach dem der Religion in der Abhängigkeit des Menschen von einer Willen und Gedanken des Gottgeistes geworden, der in! höheren Macht bestehe, von der er sich deshalb frei zu machen jedem einzelnen Dasein den Gedanken eines Wesens und! habe. Man kann aber leicht cinsehen, daß dieser Einwand seines Zweckes verwirklicht und das Gesetz des Werdens und ' nur auf Illusion beruht. Tie "Abhängigkeit des Menschen Vergehens in ihm walten läßt. Ihr ist dann der Mensch wird durch eine solche Unabhängigkeitserklärung weder benicht ein verflatterndes Atom im Weltganzen, auch nicht ein seitigt, noch auch nur vermindert, er ist und bleibt abhängig bloß mit höheren Berstandeskräften begabtes Thier, das seinen > von den Gewalten der Natur, von den Fügungen des Lebens animalischen Gcnoffen gleich nur für die Befriedigung von seinen Leidenschaften. Ob man ein blindes Natur- Triebe lebt — ihr ist der Mensch eine harmonische Berbin-! gesetz, den Zufall und die Macht der Leidenschaft an die düng von Leib und Seele, die letztere Gott ebenbildlich gej Stelle Gottes, der Sittlichkeit und der sittlichen Weltordnung schaffen, mit Selbstbewußtsein und freiem Willen, den sie! setzt, hat für die vermeintliche Freiheit des Menschen an sich innerhalb der natürlichen Gesetze und der Fügungen in j keine Bedeutung. In der Thal aber wird die Abhängigkeit seinen Berhältniffen und Lebenszuständen aufs mannichsal- > dadurch vermehrt und ins Ungewiffe ausgedehnt. Wenn tigste übt. Dieser Mensch ist ihr deshalb berufen, sowohl wir in allem, was vorgeht, einen höheren Zweck des vollseine Intelligenz fortschreitend zu entwickeln, seine Geisteskräfte kommeneu Gottgeistes anerkennen, wenn wir uns, auch in durch unaufhörliche Arbeit und Uebung immer mehr zu ent-! unseren eigenen Geschicken, als Glieder einer Alles umfassenfalten, den Schatz seiner Erkenntniffe nach allen Richtungen! den sittlichen Ordnung fühlen und wissen, wenn wir mit hin zu erweitern und zu vertiefen, als auch im Kampfe! unserer sittlichen Kraft unsere Leidenschaften und Stimmungen mit seinen Trieben und Leidenschaften sich mit sittlichem! zu beherrschen und zum Ausgleich mit der Wahrheit und Inhalte zu erfüllen, das Gesetz der Sittlichkeit, wie es aus! Pstichltreue zu kommen suchen, so sind wir ungleich freier der Gottesidee, aus der Gottebenbildlichkeit und der Bej als Diejenigen, welche sich den rohen Naturgewalten unterstimmung des Menschen fließt, zu erfassen, zu bethätigen! werfen, weil sie es müssen. und zu erfüllen. Auch ihr ist der Mensch zur That, zum! Allerdings mag jenes System der Leicht- und Schnell- Handeln, zum unablässigen „Bemühen", berufen, aber gelebigkeit unserer Zeit bequemer sein und deshalb aus der rade hierin hat er den sittlichen Gedanken zu verwirklichen,! üblichen Jnteressenjagd so vielen Eingang finden: nur diese, die sittliche Kraft zu üben und zu bewähren, und soweit zu vom Judenthum begründete und entwickelte Weltanschauung allem Diesem das Wort dient, vorbereitend, erziehend und zu I hat ihre tiefen Wurzeln in der Menschennatur selbst, in der klarem Bewußtsein führend, hat auch das Wort den ethischen! naturgemäßen Beschaffenheit, Thätigkeit nnd Richtung des und idealen Zweck zu erfüllen. Auch ihr ist der Mensch zu! Menschengeistes, in dem ganzen Wesen des Menschen wie cs Genuß und Erwerb berufen, jedoch nur soweit sie unenti sich seit dem Ursprung des Geschlechts entfaltete. Ja, wir behrliche Mittel sind und dem sittlichen Gesetze unterthan. j mögen immerhin auch aus die Erfolge und Consequenzcn Wie hierdurch allein der Mensch für sein Thun und! schaueil, welche jenes System, wenn cs allgemein herrschend Lassen verantwortlich und zu höherer Befriedigung, wahr-! würde, für die Gefammtheit wie für den Einzelnen haben Hafter Erhebung über das Gemeine, zur Ueberwindung' müßte, so wie auf diejenigen, welche diese unsere Weltanschaudes Schlechten und Verderblichen geführt wird, brauchen wir! ung gehabt hat und noch weiter verheißt. Alles, was edel, nur anzudeuten. So schreitet auch das Menschengeschlecht j gerecht, human ist, was die Herrschaft des Rechtes und der in einer gewaltigen Eingliederung zu einer Gesammthcit in > Liebe in der menschlichen Gesellschaft erwirkt und . gestützt, der Entwickelung von Phase zu Phase weiter zu immer tieferer ist aus ihr geflossen, und was selbst in ihren Gegnern an und weiterer Entfaltung, durch Kamps uttd Arbeit zu immer festerer Begründung des Rechts, zu immer sicherer Funda- Eiser und Begeisterung lebt, verdankt seinen Ursprung der Saat, die sie in die Seelen der Kindheit und Jugend ge mentirung und dem Ausbau der sittlichen Gesellschaft > streur hat. Alls jenem System wäre cs nicht hervorgegangeu