Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 29 (20.7.1880)
- Date
- 1880-07-20
- Page
- Seite 457 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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457 eine Christin, eine ausgezeichnete Dame, die erste welcher Loos, im zweiten die Entsagung oder Absetzung desselben, die Erlaubniß zur ärztlichen Praxis ertheilt worden. Sie! im dritten die Weihe und Gewandung, im vierten die Pflichwurde mit ihren Kindern in das Hotel nicht zugelassen, ten, im fünften die Zukommnisse und Ehren, im sechsten die weil sie die Frau eines jüdischen Arztes ist. Uebrigens hat! Zahl und Dauer der Hohenpriester, und in einem Anhänge es keine Gefahr mit diesen Albernheiten, denn es werden die Stellvertreter derselben. Die streitigen Punkte werden dafür einige andere Hotels um so mehr rcussiren und die mit Umsicht dargelegt. Allerdings hätte hier und da über Speculation auf die Abneigung gegen die Juden wird den das Materielle des Gegenstandes hinausgegangen und etwas Herren nur Schaden bringen. Dann verflüchtigt sie sich mehr nuch dem Geiste und Wesen dieses Amtes geforscht von selbst. Es ist nur Schade, daß die Zeitungen darüber Lärnr schlugen. Das Jgnoriren hätte die Sache viel eher zu Ende gebracht. __ _ Bonn, 11. Juli (Notizen.) Aus Schwerin a. d. Warthe berichtet man das spurlose Verschwinden des Lehrers Levinsohn. Er ließ eine zahlreiche Familie zurück, und wurden die Kinder einstweiten im jüdischen Waisenhaus untergebracht. Als Motiv seiner Flucht werden unsittliche Handlungen angegeben. — Man schreibt uns aus Spigetwar: In Ihrem gesch. Blatte ist wiederholt als das wirksamste Mittel, den Jndifserentismus und die sich immer mehr verbreitende Unkenntniß der Religion zu bekämpfen und wahrhafte Bildung auszustreuen, empfohlen worden, Localvereine zu bilden, welche durch Vorträge, Bibliothek und Auslegung der jüdischen Zeitschriften den Mitgliedern ein neues lebhaftes Interesse für das Judenthum einzuflößen im Stande ist. Für Landschaften, welche von den Mittelpunkten der Bildung und Wissenschaften entfernter liegen, sind solche Vereine eine wahre Wohlthal. Unter der Obmannschaft des hies. Oberrabbiners 1)r Julius Klein hat sich hier auch ein solcher Verein gebildet, mit dem Namen Mekitz Kirdamim und sind demselben von den 130 Gemeindemitgliedern ca. 80 bereits beigetreten, gewiß ein Zeichen, daß man die Zwecke des Vereins hier zu würdigen versteht. werden können. Wir erinnern z. B. an die symbolische Bedeutung der hohenpriesterlichen Gewandung, für die wir in unserem Commentar zum Pentateuch die Analogie mit der Stistshütte in umgekehrter Richtung, nämlich was bei der Stistshütte von außen nach innen, das nimmt seinen Gang in den hohenpriesterlichen Kleidern von innen nach außen, i nachgewiesen haben. — Zugleich erhalten wir folgendes I Schriftchen: “in't När '~u~xZ' rr«? - ~T.r~ 'TiD1 ~dd | p'T's ^N'nrNS* b'j “"rw“ (Przemysl 1880). Auf den Wunsch des Herrn Eisig Gräber, eine hinterlassene Schrift S. D. Luzzatto's herauszugeben, sandte dessen Sohn, l)r. Jesaias Luzzatto in Padua demselben das Manuscript dieses Schristchens, von dem eine italienische Uebersetzung bereits im Edueatore Israelita gestanden, dessen hebräisches Original aber noch nicht veröffentlicht war. Der Hauptgedanke ist, daß der Zweck der Lehre Mosis die sittliche Bildung des Menschen sei, und nachdem der Versaffer eine kurze Kritik an den Moralgrundsätzen der griechischen Philosophen geübt hat, denen gegenüber MoseS die menschliche Sittlichkeit auf Gott als deren lebendige Quelle zurückführte, verfolgt er diesen Grundsatz in den allgemeinen Zügen des Gesetzes, auch des rituelle!» Theiles. Er stellt hier die r.rio 'rzyc, gleich Maimonides am Schluffe des 3. Theils des Moreh, jedoch sehr verschieden von diesem, dar. Nun wird man in vielen Punkten auch nicht mit Luzatto übereinstimmen. Dies Bor Kurzem feierte l)r. Max Lilienthal sein 25 jähri-! nimmt aber den Ansichten dieses für das Judenthum beges Amtsjubilänm bei der Gemeinde Be'nai Israel in Cincinnati Oh. Tie Gemeinde beging dieses Fest durch Gottesdienst und Festmahl, vr. Lilienthal war bekanntlich früher Rabbiner in Riga und unter Kaiser Nikolaus einige Zeit im russischen Unterrichtsministerium (Ministerium der Volksaufklärung) verwendet. — geisterten Mannes nichts von ihrem Werthe. In der Verschiedenheit der Auslegungen im Einzelnen liegt das sprechendste Zeugniß für den Gedankenreichthum, der sich in diesen Gesetzen verkörpert hat, und schließlich kommen wir alle in dem Hauptgedanken zusammen, daß es die sittlichreligiöse Erhebung und Veredelung des Menschen ist, die den Bonn, 4. Juli. (Literarische Notizen.) Durch die Zweck dieser Gesetze ausmacht, während die anderer Völker Güte des Herrn vr. Jesaias Luzzatto erhalten wir ein nach- > und Religionen theils die politische Macht des Staates und gelaffenes Werkchen des Oberrabbiners Benedetto Levi von! der Hierarchie, theils die bürgerliche Rechtspflege erzielen. Ferrara: ,11 sommo sacerdozio appresso gli antichi Ebrei, Was dem Gedankengange Luzzato's auf diesem Felde fehlte, stndio etc. Padova, lScO.** Es ist dies eine ganz treffywar die Anschauung, daß auch die höchsten politischen und liche Monographie über das Hohe-Priesteramt bei den Jsrae-! socialen Grundsätze im mosaischen Gesetze zum Ausdrucke liten, von deffen Einsetzung bis zur Zerstörung Jerusalems, j kommen. Wir brauchen nicht hinzuzufügen, daß die kleine Das Material ist aus Bibel, Talmud und Josephus fleißig Schrift in jener ansprechenden und spannenden Sprache abgesammelt. Im ersten Capitel behandelt der Berfaffer die gefaßt ist, ivelche Luzzatto so meisterhaft handhabte. Eine Einsetzung des Hohenpriesters nach Erblichkeit, Wahl oder eigenthümliche, aber leicht erklärliche Erscheinung ist es, daß.