Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 27 (6.7.1880)
- Date
- 1880-07-06
- Page
- Seite 428 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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428 Operationen vermochten nicht sein Augenlicht zu erhalten. Gänzlich erblindet, dictirte er die schönsten Strophen, bis ihn am 28. Mai ein plötzlicher Tod dahinraffte. Wenn ihm in dem von ihm gegründeten Anstalten und in seinen Dichtungen ein dauerndes Denkmal geblieben, so widmen ihm Alle, die ihn kannten, eine heilige Erinnerung als an einen ebenso verehrungswie liebenswürdigen Charakter. In Lemberg wurde ihm eine ergreifende Todtenfeier abgehalten, bei welcher Rabb. B. Löwenstein der allgemeinen Trauer den beredtsten Ausdruck gab. Lorrespondenz. Lehrerversammlung. Vom Rhein, im Juni. Am 17. und 18. Mai hielten die jüdischen Lehrer von Rheinland und Westfalen ihre diesjährige Conferenz zu Hagen j Monopol auf den Wucher besäßen, ab. Während des Bormittags des 17. zogen aus allen Theilen der beiden Provinzen recht zahlreich die Lehrer und Erzieher der! heimthuerei Jugend herbei. Nachmittags 2lj2 Uhr eröffnete der langbeim Reinigen und Beerdigen der Leichen, warnt der Referent, jährige Borfitzende des Vereins, Herr Blumenau-Bielefeld! da hierdurch die absonderlichsten Vorstellungen bei den Nichtdie Sitzung, und der Vorstand der jüdischen Gemeinde, Herr juden hervorgerufen würden. Mosberg, hieß die Anwesenden herzlich willkommen. S)erj Eine sehr lebhafte Discussion schloß fich an den Bortrag, deutsch-israelittsche Gemeindebund bewilligte als Reiseunter- Was neben den angeführten Ursachen, so bemertte ein Redner Die Wahl für die aus dem Vorstände scheidenden Mitglieder wurde durch einstimmige Wiederwahl erledigt. Herr Kronenberg-Ruhrort hatte das Referat übernommen: Wie ist dem Vorurtheil gegen Juden und Judenchum wirksam entgegenzutteten? In seinem gediegenen, von warmer Liebe für das Judenthum durchhauchten Vortrage wies der Redner nach, daß auf der Seite unserer Gegner Bosheit und Unwissenheit der Grund und Boden find, aus dem Gehäsfigkett und Vorurtheil gegen Juden und Judenthum emporwachsen. Der Kampf gegen beide ist ein schwerer, wenig Hoffnung auf günstigen Erfolg bietend. Dennoch darf er nicht unterlassen werden, und was in Tagen und Wochen nicht zu erreichen sei, werde in der Reihe der Jahre endlich erreicht werden. Bor allem aber muß in Israel selbst recht wacker gearbeitet werden, damit hier immer mehr das Wort der Schrift zur Wahrheit werde: anp i:n-2 rrm Dein Lager sei heilig. Mir Entschiedenheit weist Redner die Lüge zurück, als ob die Juden ein oder als ob die Geldsauger sich vorzüglich aus ihrer Mitte rekrutirten. Bor Gebei Ausübung religiöser Gebräuche, wie etwa stützung für die erschienenen Lehrer 150 Mark, welche Gabe dankend angenommen wurde, umsomehr, da in derselben eine Anerkennung der Bestrebungen des Vereins erblickt werden mußte. Bon vr. Rothschild-Alzey war dessen Religionsbuch, von vr. Bernh. Fischer eine Blumenlese aus Bibel und Talmud eingeschickt, welche beide Werke als recht brauchbar bezeichnet wurden. Die Tagesordnung führte zunächst zum Rechenschaftsbericht über die Unterstützungskaffe. Aus dem ftüher verschickten sehr richttg, den Haß gegen Juden und Judenchum verschärfe, das resulttre einerseits aus der mehr oder minder dunkel gefühlten Ahnung, daß im Judenthum ein Universelles ruhe, das in der Folge immer mehr und mehr fich Anerkennung und Geltung verschaffe, andrerseits aus grundsätzlich verschiedenen religiösen Anschauungen. Folgende Thesen fanden einstimmige Annahme: 1. Der Lehrer suche in seiner Gemeinde dahin zu wirken, daß jedes Mitglied sich der schweren Verantwortlichkeit Jahresbericht war das günstige Resultat des verflossenen Jahres | tiettmfjt werde, die es der Gesammtheit gegenüber hat, da bekannt. Das Vermögen des Vereins besteht in annähernd j gewöhnlich der Fehler des Einzelnen der Gesammtheit der 40,000 Mark. Nachttäglich mußte einem emer. Lehrer noch > Juden zum Vorwurf gemacht wttd, und daß daher jeder eine jährliche Beihülse von 324, einem z. Z. stellenlosen eine j Jude ganz besonders verpflichtet sei, auf sein Thun und solche von 108 M. bewilligt werden. Als sehr bedauerns-! Lassen die größte Wachsamkeit zu verwenden, werth und befremdend erscheint, daß eine große Anzahl jüd. j 2. Der Lehrer hat die Pflicht, die Reinheit der Prin- Gemeinden von Rheinland und Westfalen noch keinen regelzipien des Judenthums in seiner Umgebung ins rechte Licht mäßigen Beittag zu dieser Kaffe liefert, aber noch mehr, daß ein nicht unbettächtlicher Theil der Lehrer selbst, ihr selbsteigenes Wohl und Interesse verkennend, mit dem Beitritt zögert. Die Bestrebungen des deutsch-israelitischen Gemeindebundes, die für die Juden Deutschlands von so weittragender Wichtigkeit find, nach Kräften zu fördern, hält der Verein für seine Pflicht. zu stellen und alle Besttebungen, die dies Ziel verfolgen, zu unterstützen. 3. Beim Gebrauch der Presse zur Abwehr judenfeindlicher Angriffe bleibe man maßvoll und sachlich und suche Schutzschriften möglichst zu verbreiten. Herr Blumenfeld-Essen sprach über die zunächst die jüdischen Lehrer des Regierungsbezirks Düsseldorf betteffende Ferienfrage.