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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-06-22 · Heft 25 (22.6.1880) · p. Seite 389

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 25 (22.6.1880)
Date
1880-06-22
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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389 in rechtschaffener Weise Umgang mit den Menschen Pflegt und sein Lebenswandel nicht auf sittlichem Grunde ruht, entehrt er sich und sein Wiffen und Niemand darf ihm die Ehren Scheffer folgert nun aus dieser Aeußerung. daß Mendelssohn älter sei als Lessing und somit nicht 1729 und nicht 1728,! sondern zwischen 1730 und 1731 geboren sein müffe. Bor erweisen, auf welche der Gelehrte einen durch Tradition ge-§ Allem ist es fraglich, ob Mendelssohn 1761 — vom Juni heiligten Anspruch hat? Dr. Tobias Cohn, Rabbiner. Pest, 1. Juni 1880. Moses Mendelssohn s Geburtsjahr noch einmal. 1761 ist der in Rede stehende Brief zu datiren — über den Geburtstag seines Freundes Lessing so genau unterrichtet war, wie wir es heute sind. Abgesehen davon, hat sich Mendelssohn nicht, wie er in diesem Briefe schreibt, in seinem j dreißigsten, sondern in seinem zweiunddreißigsten Jahre verlobt und, wie er in dem Briefe an Spieß vom 1. März 1774 angiebt, in seinem dreiunddreißigsten Jahre, nämlich j 1762 verheirathet. Ferner beruft sich Scheffer auf einen Brief M's. an Bekanntlich hat der verst. Lebrecht in einem nach seinem Tode erschienenen Schriftchen die Behauptung aufgestellt, daß! Herz Homburg, den er an seinem 56sten Geburtstage ge- Moses Mendelssohn nicht im Jahre 1729 sondern 1728 schrieben. Auf diesen Brief darf man sich um so weniger geboren sei. Dieser hauptsächlich auf den alten Leichensteini berufen als er — noch in der Wiener Ausgabe von M's. M's. gestützten Behauptung wurde die eigene Angabe Men-; Schriften — ohne Datum ist und auch in den Ges. Schr. delssohns entgegengehalten, und verweise ich. um Wiederholung E das Datum als muthmaßliches in Klammern hinzugefügt zu vermeiden, auf die Widerlegung in dieser Ztg. 1878, S.! wurde. 566 f. und 650 f. Aber Mendelssohn selbst hat dem Datum eines Briefes Infolge des von Lebrecht angeregten Zweifels hat man an Reimarus vom 18. November 1783 die Worte hinzues neuerdings wieder versucht, Mendelssohn's Geburtsjahr gefügt: „Auch im ersten Viertel meines 54 Jahres'." Es festzustellen. Bor einigen Tagen schickte mir nämlich ein mag auch dies ein Gedächtnißfehler sein und wird der aus Freund Nr. 21 und 22 des „Jüdischen Literaturblattes," das einen Artikel aus dem Sonntagsblatt der Boff. Ztg. diesem Zusatz geführte Beweis durch die bestimmte Angabe in einem andern bisher unbeachtet gebliebenen Briefe umgereproducirt, in dem auch von „Moses Mendelssohn's Gcburtsstoßen. In einem Briefe Mendelssohn's an Ephraim Kuh jahr" wieder die Rede ist. In diesem Artikel erklärt Hr. vom 25. December 1781 heißt eS: Seht, wie ich jetzt in Scheffer die autobiographische Angabe Mendelssohn's, in meinem dreiundfünfzigsten Jahre empfinde;" also auch der es ausdrücklich heißt: „Ich bin im Jahre 1729 zu Dessau hier das Jahr 1729 als Geburtsjahr, geboren" als von zweifelhaftem Werthe und setzt derselben Indem ich schließlich noch hervorhebe, daß es fest steht, verschiedene widersprechende Aeußerungen entgegen. Er bedaß Mendelssohn seiner eigenen Angabe nach im Jahre 1743 ruft sich auf einen — datumlosen — Brief M's. an Lessing, als vierzehnjähriger Jüngling nach Berlin gekommen, sollte in dem er dem Freunde seine Verlobung anzeigt und scherzman sich mit dem Jahre 1729 als dem Geburtsjahr Menweise bemerkt: „Vielleicht ist das dreißigste Jahr das gefährdelssohn's zufrieden geben. lichste und Sie haben dieses ja noch nicht erreicht." Herr Kayserling. «... eil ti > via e i] zi < fj le vz. Deutschland. Berlin, 9. Juni. (Privatmitth.) Es ist anerkannt, daß das hiesige jüdische Krankenhaus eine der vorzüglichsten Anstalten ihrer Art, wahrhaft mustergültig und darum eine der größten Zierden der Gemeinde ist. Um so mehr erfreut es, daß die Verwaltung desselben sich entschlossen hat, einen Jahresbericht zu veröffentlichen, und haben wir ihn für das Jahr 1879 vorliegen. Der Bericht läßt sich einleitend über die Grundsätze der Anstalt aus, und heben wir diese Stelle mit wahrhafter Befriedigung heraus. „Die charakteristische Eigenthümlichkeit unserer Anstalt ist in dem Namen ausgesprochen, den sie seit ihrer Begründung im Anfang des vorigen Jahrhunderts führt, nämlich Bikur- Cholim (.Brüderschaft der Krankenbesucher). Soweit es die gegenwärtigen Zeitvcrhältniffe gestatten, halten wir uns an den überlieferten, in der religiösen Welt- und Lebensanschauung des Judenthums wurzelnden Grundgedanken mit aller Entschiedenheit, wiewohl unsere Verwaltung dadurch, namentlich auf finanziellem Gebiete, nicht unwesentlich beeinflußt wird. Jenen Ursprung fest im Auge behaltend, bemühen wir uns, die persönlichen Beziehungen zu unseren Kranken

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