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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-06-15 · Heft 24 (15.6.1880) · p. Seite 371

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 24 (15.6.1880)
Date
1880-06-15
Page
Seite 371 (sequence 3)
Language
German
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371 artige Beschuldigungen uns zuwälzt'. — Wenn wir nun, obschon dies Alles sehr durchsichtig ist, trotzdem die ganze Partei fortgesetzt die Verbreitung dieser Beschuldigungen angestrengt betreiben sehen, so muffen wir hierin einen bestimmten Zweck voraussetzen. Dieser Zweck kann aber nicht allein darin bestehen, Haß und Verachtung gegen die Juden in die Herzen des Volkes zu säen, womit doch der Kirche ein wesentlicher Nutzen nicht geschaffen würde; es muß ein positiverer Zweck den Herren vor Augen schweben, und dieser ist kein anderer als: durch den Judenhaß den Sinn und die Liebe für die Kirche im Volke wieder zu wecken und zu stärken. Dadurch, daß man die Kirche von den Juden bekämpft und gefährdet darstellt, will man die Gemüther für die Kirche erhitzen und sie auf diesem Wege zu ihr Zurückführen. Besonders bearbeitet man nach dieser Richtung die Jugend und benutzt die Schule zur Anstachelung der Leidenschaft im zartesten Alter, Wir könnten hierfür bereits zahlreiche Beispiele anführen, wie man die kindliche Phantasie durch die „Kreuzigung Jesu" entflammt, so daß sie sich an manchen Orten schon wieder auf den Straßen äußert. Jndeß halten wir dies in unserer Zeit für ein sehr zweideutiges Mittel, und wir müssen die Herren an ihren eigenen Spruch erinnern: „Wer Wind säet, erntet Sturm!" Kommen wir jetzt zu der gedachten „Berliner Pastoral- Konferenz", die wir nunmehr ganz zu verstehen im Stande sind. Schon der Präses derselben, Konsistorialrath Stahn, der seine Eröffnungsrede mit den Worten begann: „Die Pforten der Hölle haben sich weit aufgethan in dieser unserer Zeit. Der Unglaube ist eingeriffen in das Leben unserer Tage und der Feind kämpft unter dem verlockenden Panier der Humanität" schloß diese Rede mit den Sätzen: „Auch die Judenfrage wird uns in dieser Pastoral-Konferenz beschäftigen. Das moderne Judenthum, das seinen Ursprung in der großen französischen Revolution hat und den Liberalismus zu seinem Bundesgenossen, ist eine Macht geworden durch sein Kapital, Gehör bringen wollte, wissend, daß die liberalen Blätter sich schon zum Werkzeug der Verbreitung machen werden. Hierin hat er sich nicht getäuscht, und wir geben den Inhalt seines Vortrages aus der Nat. Ztg. — Prediger de le Roi (Breslau) sprach alsdann über: „Israel sonst, jetzt und einst." Der Redner gab zunächst einen längeren historischen Rückblick auf die Geschichte Israels. Israels ganze Geschichte — so ungefähr äußerte sich der Redner — beweist, daß es sittlich nicht höher stand als alle anderen Völker. Obwohl Gott sich seiner in der barmherzigsten Weise annahm, so verfiel es doch unaufhörlich in Götzendienst, blieb undankbar und verstockt gegen Gott. Das israelitische Volk stand sittlich nicht höher, als die Sodomiter und Aegypter. Tie Juden haben keineswegs Ursache, auf ihre Stammes-Geschichte stolz zu sein. Im Gegentheil, sie hätten alle Ursache, ihre Haupt mit Scham zu verhüllen. Obwohl sich Gott des Volkes Israel annahm, es auserkor aus allen Völkern der Erde, blieb es verstockt und halsstarrig. Nicht weil das Volk Israel besser war, als alle anderen Völker, sondern um sich ein Denkmal der Barmherzigkeit zu setzen, hat es Gott zu seinem auserwählten Volke erkoren. Nun, da das Volk zur Strafe für seine Sünden zerstreut ist unter allen Völkern der Erde, gebcrdet cs sich, als sei es das Messias-Volk, das den Völkern Segen bringe. So lange das Volk Israel am Talmud und seinen Idealen hing, war es nicht gefährlich. Das moderne Judenthum erkennt jedoch die alten Satzungen der Väter nicht mehr an. Durch die ihnen gewordene Gleichberechtigung haben die Juden verstanden, die christliche Kultur sich zu Nutzen zu machen. Von eigentlichem Glauben ist bei den modernen Juden keine Rede mehr. Den Juden verdanken wir das wüste Treiben in den Tempeln der Börse, den Inden vcr- | danken wir die schamlose Konkurrenz auf allen öffentlichen! Gebieten und damit das Taniederliegen unserer Industrie. > Ihr Treiben hat die revolutionäre Sozialdemokratie geschaffen durch seine Thätigkeit in der Staatsverwaltung und durch die: und die Juden verschulden cs, daß das Proletariat, das von Macht seiner Presse. Wir müssen leider diese Presse dulden., ihnen in der erbarmungslosesten Weise ausgebeutet wird, so Jedoch wir sagen: Wer unsere Heiligthümer besudelt, hat sich > unendlich anschwillt. Das Endziel dieses jüdischen Treibens nicht assimilirt, das sind doch Fremdlinge. Ein deutscher ist der Radikalismus und Nihilismus, der immer drohender Mann, so sehr er sich auch vom Glauben entfernt und auf! sein Haupt erhebt. Und der Liberalismus macht sich zum die linke Seite getreten, wird niemals in dieser Weise, wie > Bundesgenossen dieser Juden, nicht daran denkend, daß er es die Juden thun, unsere Heiligthümer beschimpfen". Man sich selbst damit eine Ruthe bindet. 'Allein Gott läßt sich hat hier bereits das ganze Anklagesystem in nute vor sich: diese Ruthe nicht entreißen. 3- 0 Missionäre sind angenblick- Revolution, Liberalismus, Kapital, Presse, Alles in den Hän-! lich in Europa, Amerika, Asien und Australien im Geiste der den der Juden und von ihnen gegen das Ehristenthum ver- Judenmission thätig. 100,000 Juden haben in diesem Jahrwendel, und dies mit der Unwahrheit besiegelt, die der letzte! hundert um Aufnahme in die christliche Kirche gebeten. Wenn Satz ausspricht. Dies war die Einleitung zn dem Vortrage die große Mehrheit des jüdischen Volkes Buße thun und zu des Missionärs de le Roi über „Israel sonst, jetzt und einst." : Gott und feinem eingeborenen Sohn Jesu Ehristo zurückkehren Der Bortrag war nur ein Abklatsch dessen, was de le Roi-wird, dann erst wird das Reich Gottes auch unter Israel in feinem Missionsblatte längst hat drucken lassen, und wasj Hereinbrechen." er, da es nur ein ganz kleines Häuflein gelesen, jetzt zu \ Wir glauben, daß wir unseren Vätern, daß wir dem -_'t*

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