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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-05-11 · Heft 19 (11.5.1880) · p. Seite 297

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 19 (11.5.1880)
Date
1880-05-11
Page
Seite 297 (sequence 9)
Language
German
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297 geschlagen und, soweit ausführbar, zinsbar belegt, bis wiederum 2 Stipendien zu dem angegebenen Betrage (§.;>) für je 1 Studirenden christlichen und jüdischen Glaubens aus den Revenüenerträgen gebildet und verliehen werden können." — Man ersieht, namentlich aus dieser letzten Bestimmung, mit welcher Fürsorge der Testator die jüdischen Studirenden den christlichen gleichberechtigt erhalten wollte. Er beabsichtigte hiermit, die Erfüllung der Pflicht sowohl gegen die allgemeine Gesellschaft als auch gegen die jüdische Glaubensgenossen' schüft zu bethätigen. — Tie .\t. Akademie der Künste erläßt die Bekantmachung über den diesjährigen Preis der ersten Michael Beer'schen Stiftung, der diesmal einem Maler (jüdischer Religion) bestimmt ist. Wie man sich errinnern wird, hat im Vorjahre der Preis für Bildhauer jüd. Religion nicht ertheilt werden können. Die Wahl des darzustellenden Gegenstandes bleibt dem eigenen Ermessen des Eoncurrenten überlassen. Die Bilder müssen ganze Figuren enthalten, aus denen akademische Studien ersichtlich sind, müssen in Oel auSgeführt sein und dürfen in der Höhe nicht unter 1 m., in der Breite nicht unter 70 cm. oder umgekehrt, betragen. Einzusenden ist u. A. ein Attest, aus welchem hervorgeht, daß der Bewerber ein Alter von 22 Jahren erreicht, jedoch das 32. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, und daß derselbe sich zur jüdischen Religion bekennt. Der Preis besteht in einem einjährigen Stipendium von 225>0 M. zu einer Studienreise nach Italien, unter der Bedingung, daß der Prämiirte sich acht Monate in Rom aufhalten und über seine Studien halbjährlich unter Beifügung eigener Arbeiten an die Akademie Bericht erstatten muß. Bekanntlich hat Michael Beer noch einen zweiten Preis in gleicher Höhe ge stiftet, um welchen sich Concurrenten aller Confessiouen bewerben können. - In demselben Hefte werden statistische Nachweise über die Abiturienten der Gymnasien und Realschulen im Jahre 1879 gegeben. Tie Vertheilung nach Confessionen wird in demselben nicht berücksichtigt, mit Aus nähme der Zahlen derer, welche sich beim Abgang von der Schule für das Studium der Theologie bestimmt. Hier ist die Tabelle in die evangelische, katholische und jüdische Theo logie gelheilt. Doch die jüdische ist — leer geblieben. Ist dies ein Beweis, daß die jüdische Theologie bei dem jüdischen Abiturienten sich noch immer einer sehr geringen Gunst er freut, wie sich denn auch an den rabbinischen Lehranstalten nur sehr wenige deutsche Jünglinge befinden, so ist doch jener Beweis nicht vollgültig, da an den preußischen Uni verfitäten die jüdische Theologie nicht gelehrt wird und die studirenden der jüdischen Theologie sich deshalb bei der philosophischen Facultät einschreiben lassen und hiernach ihre Pommerns statt, an welcher außer den Rabbinen der Provinz, die nahezu vollzählig erschienen waren, eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Lehrern und Cantoren Theil nahm. Zum Vorsitzenden wurde l)r. Goldschmidt (Colbcrg), der im Verein mit I)r. Hahn (Stolp) und l)r. Landsberger (Lauenburg) die erste Anregung zu dieser Versammlung gegeben hatte. Rach eingehender Debatte wurde einstimmig die Gründung eines „Vereins jüdischer Lehrer in Pommern" beschlossen, dessen Tendenz sein soll: 1. gegenseitige Förderung der Mitglieder aus fachwissenschaftlichem Gebiete, 2. Wahrnehmung der Interessen der jüd. Schule und des jüd. Lehrerstandes nach innen und nach außen, 2. Gründung einer Unterstützungscasie für jüd. Lehrer, deren Wittwen und Waisen. Ter Anschluß des Vereines an eine bereits bestehende Unterstützungscasie wurde in Aussicht genommen und soll hierüber bei Gelegenheit der Statutenberathung endgiltig beschlossen werden. Zur Ausarbeitung der Statuten und zur provisorischen Führung der Vereinsgeschüste wurde eine fünfgliederige Commission unter Vorsitz Di*. Vogelsleins, Stettin, gewählt, als Sitz des Vereins und als Vorort für die im Oktober l. I. abzuhaltende Generalversammlung wurde Stettin bestimmt. Vom Ausschuffe des Gemeinde bundeS in Leipzig war Sanitätsrath Di-. Hirschfeld in Colberg zur Theilnahme an der Versammlung delegirt worden, derselbe war jedoch verhindert persönlich zu erscheinen, versicherte aber telegraphisch den Verein der einigsten Unterstützung und Förderung von Seiten des Gemeindebundes und der Gemeinden Pommerns. Fürth, 18. April. (Privatmitth.) Der fünfte Jahresbericht des Verbundes bayrischer Vereine zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten, erstattet vom Vorstande des Eentralvorortes Fürth, ist eben veröffentlicht worden und entnehmen wir dem Berichte, daß sich die Einnahmen wieder erheblich verminderten und in Folge dessen eine Reducirung der Gaben eintreten mußte. Die nachstehende Tabelle wird dem Leser ein klares Bild von den Leistungen und dem Stande des Verbandes zeigen Zahl der Unterstützte». Betrag der Spenden. 187 5»: 5393 5.2,845' M. 92 Pf 1879: 0.180 04,121 „ 24 „ 1877: : 7052 :>0,048 „ 73 „ 1878: 7010 5>0,825> „ 5»8 „ 1879: : 7015 43,720 7 0 „ 32050 Durchreisende empf. v. I. Jan. 1875» b. 1. Jan. 1880 208,108 Mark 23 Pf. 113 Gemeinden von ca. 250 Gemeinden diesseits des Rheins (die bayr. Rheinpfalz nicht mit beim Verbände) ge dem Verbände an, 50 Gemeinden sind feit 1875, der 19 Angabe beim Abgang vom Gymnasium machen. Stettin, 23. April. (Privatmitth.) Am 4. und 5. April fand in Belgard eine Versammlung jüdischer Religionslehrer | hören

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