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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-04-13 · Heft 15 (13.4.1880) · p. Seite 234

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 15 (13.4.1880)
Date
1880-04-13
Page
Seite 234 (sequence 10)
Language
German
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234 uon autoritativer 2citc weis;, hätte man hier durchaus einen derartigen Verein, dessen Bestreben dahin gerichtet ist, österreichische Staatsbürger gegen einander zu verhetzen, nicht geduldet und wäre er sofort von der Polizeibehörde unterdrückt worden. Brünn, 22. März. Heute fand im Sitzungs - Saale des Curatoriums die Generalversammlung der Delegirten für die Verwaltung des mährisch-jüdischen Landcsmassasonds statt, wobei 41 Cultusgemeinden vertreten waren. Zum Vorsitzenden der Versammlung wurde der Obmann des Curatoriums, Herr Julius Ritter v. Gomperz, zu Verisicatoren und Serutatoren die Herren David Rosenfeld und Albert Blum mittelst Aeclamation gewählt. Als landessürstlicher Commissär erschien in der Versammlnng Herr Staathaltereirath Dr. Suchanek. Der Rechnungsabschluß pro 1879 und der Bericht des Curatoriums wurden vorgetragen; der Bericht schließt mit dem Antrag, den Rechnungsabschluß zu genehmigen und von dem Ueberschuffe per 5530 fl. 5 kr. den Betrag von 2500 fl. zu dem Fondscapital zuzuschlagen und die restlichen 3030 sl. 5 kr. auf neue Rechnung vorzutragen. Nach Anhörung des Berichtes der Revisoren wurde das Absolutorium ertheilt und der obige Antrag genehmigt. Der Voranschlag für 1880 weist an Einnahmen 45,850 fl. 95 kr., an Ausgaben 44,797 fl. 53 kr., daher einen Ueberschuß von 1053 fl. 42 kr. aus. Die wichtigsten Ausgabeposten sind Gemeinde - Schulfubventionen 13,260 fl., Gemeinde-Unterstützungen 10,000 fl., Personal-Unterstützungen und Stipendien 11,000 fl., Landes Rabbinat 420 fl., und Bildungs- und Humanitätsanstalten 2500 sl. Das Präliminare wurde mit der Bemerkung genehmigt, daß das Curatorium den Ueberschuß thunlichst auch für die Rubrik „Gemeinde-Unterstützungen" verwenden möge. Nach einer Mittheilung des Vorsitzenden ist das Musterstatut für jüdische Cultus - Gemeinden bisher noch nicht genehmigt und wird die Regierung um baldige Genehmigung desselben angesucht werden. Schlußrede des Vorsitzenden Ritter v. Gomperz. - Meine Herren! Bevor ich die diesjährige Generalversammlung schließe, wollen Sie mir gestatten, heute, wo wir am Abschlüsse einer 10jährigen Berwaltungsperiode stehen, diesem bedeutungsvollen Momente einige Worte der Betrachtung zu widmen. Wenn wir aus unsere Thätigkeit während dieses Zeitraumes zurückblicken, so können wir wohl ohne Selbstüberhebung sagen, wir waren immer bemüht, im Geiste des unvergeßlichen Schöpfers des Fonds und zugleich nach den Intentionen unseres erhabenen Monarchen zu wirken. Wie Ihnen bekannt ist, erfolgte die Uebergabe des Landcsmassafonds in die autonome Verwaltung der mährischen Judenschaft auf Grund des a. h. genehmigten Statutes Ende 1809 und haben wir mit dem heutigen Tage das l0. Verwaltungsjahr abgeschloflen. — Während dieser Periode wurden, wie bekannt, ansehnliche Summen für Schulfubventionen, Gemeinde- und Personal Unterstützungen, für Stipendien, Bildungs- und Humanitätsanstalten hinausgegeben, und wahrlich viel Gutes, Nützliches und Edles wurde durch die Mittel des Fonds geschaffen. Aber auch das innere Berhältniß der Verwaltung kann uns mit Befriedigung erfüllen. Kein Mißton störte unser Zusammenwirken, jedes Mitglied der Delegation der Gemeinden wie des Curatoriums hat im Bewußtsein der ihm gestellten Aufgabe seine Pflicht erfüllt. Zeugniß hierfür gibt die alljährlich uns zu Theil gewordene Anerkennung der h. Regierung, wie nicht minder der materielle Erfolg unserer Verwaltung. Das Capital des Fonds hat sich mit Einschluß des statutenmäßigen Reservefonds um rund 47,000 fl. während des letzten Decenniums vermehrt und haben wir bei sämmtlichen während dieser Zeit hinausgegebenen Hypothekar-Darlehen bis heute nicht die geringste Einbuße erlitten. Und so können wir nur wünschen, es möge der Landesmaflafond sich auch künftig einer gleich gedeihlichen Entwicklung erfreuen zum Segen unserer mährischen Glaubensgenossen, zum Frommen unserer Gemeinden und ihrer Institutionen, und mögen Sie, meine Herren, hierin jederzeit den schönsten Lohn Ihres gemeinnützigen Wirkens finden! (Der Redner und die Versammlung erhebt fich.) Allem bevor aber müssen wir am heutigen Tage in dankbarer Erinnerung Desjenigen gedenken, der in seiner Weisheit und Gerechtigkeit den hochherzigen Entschluß faßte, den mähr.-jüdischen Landesmassafond der mähr. Judenschaft in ihre autonome Verwaltung zu übergeben. Lasten Sie nns aus vollem Herzen aussprechen, daß wir getreu der Tradition unserer Vergangenheit tief durchdrungen find von den Gefühlen der unverbrüchlichsten Treue und Hingebung für Se. Majestät den Kaiser und das a. h. Herrscherhaus, und daß diese Gefühle uns immerdar beseelen werden. Bon diesen Gesinnungen begleitet, bitte ich Sie, mit mir in den Ruf einzustimmen: Se. Majestät, unser allergnädigster Kaiser lebe hoch, hoch, hoch! Die Versammlung stimmte ein dreimaliges begeistertes Hoch an, worauf der Vorsitzende, nachdem dem Curatorium der Dank der Delegirten votirt worden war, die General- Versammlung für geschlosten erklärt. Rußland. Petersburg, im März. Es ist bcmerkenswerth, daß bei den russischen Juden die Neigung und Begabung zur Bildhauerkunst lebhaft hervvrtritt. Wir errinnern an den jetzt in Amerika weilenden, ausgezeichneten Bildhauer Ephraim. Jüngst hat die hiesige Akademie der schönen Künste dreien jüdischen Zöglingen, die sämmtlich Bildhauer sind. Aus-

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