Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-04-06 · Heft 14 (6.4.1880) · p. Seite 217

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 14 (6.4.1880)
Date
1880-04-06
Page
Seite 217 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227285-3227300--37945-3307130
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

i'17 rücken und den Katholiken den Rang ablausen. Coukurreuz ist aber die schwächste Seite der Professoren... Breslau, im März. (Privatmitth.) Jeder, der sich für den Fortbestand und die Wirksamkeit de« Judenthums aufrichtig interessirt, wird seine Aufmerksamkeit ganz besonder« aus den Zustand des Religionsunterrichtes, namentlich in den größeren Gemeinden, richten. Der Jahresbericht (der 37.) über die hiesige «Gemeindc-Rcligions-Uuterrichts-Anstalt, den Rabb. IV. W. Joill als Dirigent soeben ausgcgeben, enthält recht günstige Resultate, die sowohl für die tüchtige Leistung der Anstalt, als für die wachsende Einsicht der jüdischen Eltern zeugen. Es heißt darin: ..Durch sorgfältige Verlegung der Stunden auf solche Tage und Tageszeiten, wo Kollisionen mit anderen Unterrichtsanstalten vermieden sind, ist endlich ein nur selten durch Versäumnisse unterbrochener Schulbesuch erzielt worden. Die Folgen sowohl für die Disciplin in der Schule als auch für die Leistungen derselben sind nicht ausgeblieben. Der in der Elaste herrschende Geist ist ein zufriedenstellender und die erreichten Resultate können ohne Ruhmredigkeit als solche bezeichnet werden, welche allen billigen Anforderungen genügen. Auch tritt das Vertrauen, welches die Anstalt genießt, sehr erkennbar darin hervor, daß die dankenswertheste aller Veränderungen, die aus diesem Gebiete seit einigen Jahren vor sich gegangen, ich meine der erfreuliche Umstand, daß viele öffentliche Unterrichts-Anstalten ihren jüdischen Zöglingen an der betreffenden Schule selbst Gelegenheit zum Religionsunterricht geben, die Frequenz unserer Schule nicht gemindert hat. Im Gegentdeil war die Aufnahme im verflossenen Schuljahre wohl die stärkste, welche die Anstalt seit Deccnnien zu verzeichnen hatte. Ebenso ist der Rath, die Kinder nicht allzufrüh der Schule zu entziehen und somit einen eigentlichen Abschluß des ganzen Unterrichts zu vereiteln, nicht ohne Beachtung geblieben." — Die Anstalt wird jetzt von 415 Zöglingen besucht. Frankfurt a. M. im März. (Privatmitth.) Bekanntlich wurde der Rabbinier vr. M. Horovitz vom Gemcindevorstande hierher berufen und angestellt, um vorzugsweise dem die uöthigcu Räumlichkeiten. In diesen Tagen hat IV. >>. einen Bericht über das erste Halbjahr seiner Schule veröffentlicht, und er giebk darin einleitend einige Bemerkungen von allgemeinem Interesse, die hier wiederholt sein mögen. „Die Religionsschule erhielt in Preußen ihren Ursprung in einem Prinzip, dessen reinster und schärfster Gegensatz ihren Fortbestand für die Dauer zu sichern scheint. - - Sie ist entstanden in den Provinzen, die keine jüdischen Elementarschulen haben, und gerade der eonsessionelle Charakter der städtischen und staatlichen Schulen, den die Regierung streng durchgcführt und erhalten wissen wollte, veranlagte eine Bestimmung, welche die jüdischen Gemeinden zur Errichtung und Erhaltung von Religionsschiilen verpflichtete. ') Und war einmal die Religionsschule da. so erweiterte sie bald ihre Ausgabe und wuchs immer mehr über ihre nr sprüngliche Bestimmung hinaus. Ihr Lehrplan, der Anfangs nur für das Aller und den Bildungsgrad der Kinder au« Elementarschulen und den unteren Elasten höherer Lehran stallen berechnet war, dehnte sich über weitere Gebiete cru« und schlug in Behandlung de« Lehrstoffs einen Ton an, der an die Reife der fortgeschrittenen Jugend antnüpste." „In den letzten zehn Jahren, welche die Einreihung des jüdischen Religionsunterrichts in den Lehrplan der staatlichen höheren Schulen, besonder« in den Provinzen Posen und Schlesien begünstigten, mögen in manchen Orten die Religionsschulen in ihrem Emporstrebcu zurückgetommen sein, indem sie den höheren Unterricht den öffentlichen Schulen überließen und ihre Thätigkeit aus den elementaren Unterricht beschränkten." „Allein abgesehen von der Thatsache, daß in nicht wenigen Städten neben dem jüdischen Religionsunterrichte in den höheren Schulen die Religionsschule um so mehr leisten konnte, als sie dem hebräischen Unterrichte ihre ausschließliche Pflege zuzuwenden vermochte, hat jener Anlauf zur Gleichberechtigung unseres Religionsunterrichts zu unentschieden und in verhältnißmäßig zu wenigen Gemeinden stattgesundcn, als daß dadurch der Entwickelungsgang der Rcligionsschule in nennenswerther Weise wäre beeinflußt Theile der Gemeinde zu genügen, welcher weder der entj worden. Selbst da, wo die Strömung die Simultanisirung schiedenen Reform, noch der Hirsch'schen Neuorthodvxie zu-! der Schulen anstrebte, bezog sie eben diesen Begriff wenn geneigt ist. Dr, H. ließ es sich sofort angelegen sein, eine Religionsschulc für diejenigen Schüler und Schülerinnen, Wenn Dr. H. hier auf den bekannten 8 im Gesetze vom 2:'>. welche nicht die israelitischen Schulen sondern die städtischen Schtilen besuchen Zahl der die israelitischen Schulen besuchend läuft sich aus 1500 — 2000. Es ist daher schon eine ganz ansehnliche Zahl, wenn die neue Rcligionsschule bereits 130 Zöglinge hat, die in drei Knaben- und drei Mädchenklassen vertheilt sind. Das städtische Schulcuratorium machte der neuen Anstalt die obige Bedingung und gab ihr bereitwillig selbe sich schnell verbreitete, so daß der angejührre 8 Kitten Urjpruittf vielmehr au« den bestellenden Religionsschnlen zog, deren er in der charakteristischen Art diese-:- Gesetzes freilich keine Erwähnung lhut, sondern nur die Gemeinden verpflichtet, siir Religionsunterricht zu sorgen. Die Einrichtung und Beschaffen heit des letzteren blieb den Gemeinden ganz überlassen. Auch das ist nicht ganz richtig, daß der Lehrplan nicht gleich vom Anfang an über die Elementarschule hinaus gegangen sei. Redaktion. 14

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.