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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-03-30 · Heft 13 (30.3.1880) · p. Seite 197

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 13 (30.3.1880)
Date
1880-03-30
Page
Seite 197 (sequence 5)
Language
German
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Ueberzeugung nicht mtt zwei verschiedenen Konfessionen zu thun. Das Gesuch der Orthodoxen ist auch darin ungerecht, daß es nur von zwei Parteien spricht: von den Orthodoxen und den Kongressisten, die übrigen Fraktionen aber nnberücksichtigt läßt. Schon beute giebt es vier oder fünf ver schiedene Parteien und ich mache das geehrte Haus aufmerksam: wenn es ernstlich zur Theilung käme, dann gäbe es noch mehr Parteien. (Heiterkeit.) Nur eine Modalität der Auftheilnng wäre möglich, wenn wir nämlich aus den Ursprung des Fonds zurückgehen. (Hört! Hört!) Dieser Fond ist entweder eine Stiftung und dann muß er nach den Intentionen des Stifters verwaltet werden; oder er ist eine ungesetzliche Kriegs-Kontribution, dann kann diese zurückgcsvrdert werden, aber nur zu Gunsten Jener, von denen sie cingehobcn wurde. «Zustimmung.» Was Zehn oder Zwanzig bezahlt haben, kann nicht von Dreihun dcrten zurückgefordert werden." Der Redner weist ferner nach, daß bei einer solchen Rückzahlung oder auch nur bei der Bcrtheilung der Ertrag niste nach dem modus der Einzablnng gerade die Ncologen und Reichen den allergrößten Thcil bekommen müßten. Er tadelt hernach mehrere Verfügungen des Unterrichts-Ministers, namentlich die versuchte Errichtung eines jüdischen Gmnnasiums, und suchte Minister Trefort später sich gegen diese Vorwürfe zu verthcidigen. wenn dies dort möglich ist, warum sollte der Geist und die Lehre deS Judenthums in Ungarn dagegen sein? Heute kann ich noch Etwas hinzufügen. (Hört!) Anr ungarischen Kongresse »var ein gewisser Hildesheimer, damals Rabbi in Eisen stadt, einer der eifrigsten Gegner deS Rabbi-Seminars, und dieser Herr ist heute der Direktor des jüdisch-theologischen Seminars «Heiterkeit). Uebrigens haben auch die Orthodoxen ihre Rabbi-Seminare, die Jesckibas und Talmud Thora-An stalten. Und was ist der Unterschied zwischen diesen Instituten und dem Seminar? In theologischer Hinsicht ist er nicht groß, sondern die Hauptsache ist, daß nach ihrer Ansicht die Rabbi nichts Anderes lernen sollen als Talmud und Schulchail-Aruch, während im Seminar auch klassische Literatur, Physik, Mathematik, ungarische Sprache und Literatur vor getragen wird. (Zustimmung.'» TaS ist's, was ihnen Grauen einflößt, worin sie eine Gefährdung deS Judenthums sehen. Die andere Partei dagegen sagt: Es kümmert mich nicht, wenn der Rabbi noch so orthodox ist, aber er soll ein gebildeter Mann sein, soll die Sprache, Geschichte und Literatur jener Nation kennen, in deren Lande er lebt." (Lebhafte Zustimmung.» Er belobt noch weiterhin das Rabbiner-Seminar und dessen Professoren und schließt, daß der Minister bei der Errichtung desselben eonstitutionell nicht korrekt verfahren sei, man sich aber freuen müsse, daß eS zu Stande gekommen. Molnür spricht daraus von den 20 Plätzen für die Taub „Ich kann eS nur mit Befriedigung konstatiren, tuiR j ftumnicu. Ter Schluß feiner Rede lautet: eben der gebildetere aufgeklärtere Thcil der Israeliten die > „Wessen Theologie eine neologe oder konservative Rich- Errichtung eines israelitischen Gymnasiums mit starkem Untung hat — das ist für uns egal, aber nicht gleichgiltig ist willen aufgeuommen hat und auch in den Blättern sich dagegen eS, daß die Israeliten Ungarns endlich anfhörcn, unter der erklärte, während die Orthodoxen, die gegen das Rabbinen- Scminar so sehr petitionirten, gegen das besondere israelitische Gymnasium keine einzige Petition cingcreicht haben. Ich Leitung der ans Galizien eingewandertcr bestrumpstcr Rab bincn zu stehen, sondern daß gerade die Leiter der ärmeren, unmistcndcren Gemeinden in ungarischen Schulen erzogene. bitte nur die Bestrebungen dieser Partei zu betrachten. Wie! ungarisch gebildete Rabbincn seien. (Lcbhaste Zustimmung.) ein rother Faden zieht sich durch ihr Vorgehen das Streben j Darum empfehle ich dem geehrten Hause die Angelegenheit gegen die Partizipation an der gemeinsamen, oder wenn; deS Rabbinen-Scminars, sowie die der Natur der Fundation es bester gefällt, der ungarischen Kultur.! entsprechende Verwaltung deS israelitischen Landesfonds. Ich will nicht sagen, daß alle Orthodoxen so sind, aber i Schließlich bemerke ich nur. Sie mögen sich dahin äußern, cs ist jedenfalls für die Führer charakteristisch, daß sic, als! daß bei der Schulen-Unterstützung die Regierung sich nickt das Rabbinen-Seminarium in Budapest errichtet werden sollte, > durch Protektion oder Parteirücksichtcn leiten laste ^Zustimmung sogleich die Errichtung eines gemeinsamen Seminariums in I links), cS fei nicht maßgebend, ob die Schule einer neologen Wien verlangten, und auch später die Stiftnngsplätze der j oder orthodoxen Gemeinde gehöre, sondern welche Schule Taubstummen lieber in Wien belasten wissen wollten. Da-! einer Unterstützung bedürftig ist, denn wenn unter dem her stammt auch die starke Abneigung gegen ein ungarisches I Titel neolog oder orthodox allerlei Winkelschulen unter- Rabbincn-Seminar. > stützt werden, so entspricht dies nicht der Natur des Landes Und was ist denn der Unterschied zwischen einem solchen; fondS. (Zustimmung.) Erklären wir, daß nur solche Schulen Seminar und den Bestrebungen der Orthodoxen? und ist unterstützt werden, die entweder bereits den gesetzlichen Anwirklich der Geist des Judenthums gegen ein solches Seminar?! fprüchen genügen oder Garantien geben, daß sic durch die Schon im Jahre 1874 habe ich daS geehrte Haus aufmcrk-! Subvention den gesetzlichen Anforderungen entsprechen werden, sam gemacht, daß auch anderwärts, in Preußen, in Breslau, (Zustimmung). Dadurch werden wir endlich die Winkelrchnlcn in Berlin, in Paris, in Wilna, solche Institute sind, und beseitigen, für welche die Lehrer auf dem Markte gekauft werden."

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