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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-03-02 · Heft 9 (2.3.1880) · p. Seite 132

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 9 (2.3.1880)
Date
1880-03-02
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 manches Andere kann uns als gutes Vorbild dienen. Daß I und will dies durch den bekannten Ausspruch Treitschke's in die Juden andrerseits von uns viel gelernt haben und auch! seiner Broschüre gegen die Juden über den Eiertanz im Genoch Einiges von uns lernen können, ist natürlich gleichfallsi schichtsunterricht, wenn er in einer Simultanschule ertheilt zu betonen. Mit Riesenschritten haben sie den Weg durcheilt, j wird, unterstützen. Der Minister sagte: den wir in langer Zeit zurückgelegt haben; in mühevoller! „Gestatten Sie mir. Ihnen ein kurzes Wort eines Arbeit haben sie sich Ergebniffe unseres geistigen Ringens zu Mannes vorzulesen, desien kirchliche und politische Freisinnigkeit eigen gemacht und sind strebsam und leistungsfähig in den Wettkampf auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft einüber allen Zweifel erhaben ist (??) und desien wissenschaftliche Bedeutung gewiß selbst diejenigen Herren nicht bestreiten getreten." Wie sehr wünschten wir, daß der Verfaffer Recht! werden, die an seinem letzten politischen Auftreten vielleicht (! I) hätte, wenn er annimmt, daß in den Kreisen der echten Wissen-1 Anstoß genommen haben, — ich meine Heinrich v. Treitschke. schüft und Kunst keine Borurtheile herrschen, sondern nur nach! (Ah! Ah!) Ja wohl, Heinrich v. Treitschke — ich spreche Dem gefragt werde, was Jemand schaffe. „Alle Verleumden Namen mit sehr gutem Bedacht hier aus. Herr v. Treitschke düngen", sagt er, „welche gegen die Juden als „Fremde" j sagt in der letzten Nummer der preußischen Jahrbücher über erhoben werden, gehen von einer Partei aus, welche nicht diese Frage folgendes, — und meine Herren, wenn Sie irgend begreifen kann, daß man bei treuer Liebe zur Dynastie dennoch die Rechte des Volkes gegenüber den Meinungen gewisier Diener der Krone zu wahren bestrebt und für dasielbe einzutreten bereit sein kann." Er hält aber diesen „Haß für ebenso unfruchtbar als lieblos." Es wird den Gegnern „nie gelingen, ihnen das erkämpfte Recht wieder zu entreißen." Außerdem wollen wir auf Nr. 3 der Königsberger „Reformblätter", deren erste Nummer wir im vorigen Artikel etwas von Herrn v. Treitschke jemals anerkannt haben, dann ist es gewiß der hohe, sittliche Ernst, von dem alle seine literarischen Ausführungen getragen sind (??), und deshalb lege ich seinem jetzigen Dokument, welches er hiermit ausgestellt hat, ein besonderes Gewicht bei." — Fügen wir hier gleich hinzu, was der abgeordnete Knörckc in der Abendsitzung dem Kultusminister hierauf antwortete: j „Der Herr Kultusminister ist so unglücklich gewesen, (oho! eine erwähnten, aufmerksam machen, wo Prengel in einem Auf->im Centrum) sich in seiner Vertheidigung des kirchlich-konfessionellen Wesens auf einen Mann zu beziehen, auf den er sich viel beffer nicht bezogen hätte, wenn dem Herrn Kultusminister gegenwärtig gewesen wäre, daß dieser selbe Mann zu einer anderen Zeit genau das Gegentheil von dem gesagt, was der Herr Kultusminister heute aus einem neuerlichen Aufsatze des betteffenden satz „Profesior v. Treitschke und die christliche Toleranz würdige und einschneidende Kritik über den Schlußartikel Treitschke's ausübt. Er geht den pathetischen Phrasen.Treitschke's hart zu Leibe, und endet mit den Worten: „Sicher hat die Toleranz auch ihr Ende, wie Treitschke meint, schlimm aber ist es um dieselbe bestellt, wenn sie da bereits endet, wo jMannes zur Grundlage seiner Argumentation gemacht hat. Geste eben erst an fangen sollte." Gegen diesen dritten Attikel! statten Sie mir. Ihnen das mit ein paar Motten nachzuweisen, kommt uns soeben noch eine kleine wackere Schttft zu: „Zu-! Herr v. Treitschke, auf den der Herr Kultusminister sich beruft, rückweisung des dtttten judenfeindlichen Attikels u. s. w. von, sagt ganz im Gegensatz zu dem, was der Herr Kultusminister heute aus den Preußischen Jahrbüchern verlas, in einer früheren Schrift: „Wenn nicht durch die kräftige Hand der Staatsgewalt der kirchliche Einfluß auf die Heranwachsende Jugend gebrochen und die Prinzipien der fttedliebenden Duldsamkeit als die Sphäre unserer Jugendbildung ausgebreittt werden, so werden die Deutschen einem „neuen Religionskttege entgegengefühtt werden." Und nun, meine Herren, noch ein anderes Wott, aus dem hervorgeht, daß der Mann, der gegenwättig dem kirchlich-konfessionellen Wesen so lebhaft das Wott redtt, zu einer anderen Zeit sich als ein solcher ausgesprochen hat, der danach geradezu nicht blos unkirchlich, sondern, ich möchte fast sagen unchttstlich erscheint. In einem Attikel seiner histottsch-polittschen Auffätze über die Freiheit sagt Treitschke ein Wott, welches vorzulesen Sie mir schon gestatten müffen, weil dieser Mann uns hier in Dr. S. Meyer (Berlin, 1880, Stuhr)". Der Verfaffer weist besonders die Widersprüche nach, in welche die drei Attikel Treitschke's unter einander gerathen sind. Uebttgens hoffen wir, mit Herrn Treitschke nun fettig zu sein. Der Schttft des Profesior Cohen widmen wir einen besonderen Attikel. Aus der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 11. Februar 1880. Diese Sitzung ist für die Sache des Liberalismus im Allgemeinen und für die Juden im Besonder» zu merkwürdig geworden, als daß wir nicht nach dem stenographischen Berichte einige Einzelheiten nachholen sollten. Zuerst die Aeußerung des Kultusministers v. Puttkamm er, desien Aussprüche durch das Amt, das er bekleidet. einige Bedeutung haben, über Trtttschke. Der Minister erj unseren kirchlichen und Schulstrttttgkttten als Autorität tttitt klärt die Simultanschule für „eine verlorene Sache", | toirb. Er sagt in den bezüglichen Artikeln:

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