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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-02-24 · Heft 8 (24.2.1880) · p. Seite 116

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 8 (24.2.1880)
Date
1880-02-24
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
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116 ehrlichen Mannes Pflicht ist, für die Wahrung des confcssio- \ an, wo sie uns geboten wird, aus allen Ladern Aber sind nellen Friedens im Volke zu sorgen. Aber, m. H., wir! nicht unter den Anhängern aller übrigen Religionsbekenntnisse sind deshalb gezwungen gewesen, auch wider unfern Willen ebensoviel Menschen, die irregehen, und ist es nicht unsere auf die Arena zu treten und hier als Vertreter für das anheiligste und schönste Aufgabe, daß wir, abgesehen von der gegriffene Judenthum mit einzutreten, weil der Versuch gemacht Zugehörigkeit zu irgend einem Religionsbekenntniffe, mit allen worden ist, und zwar wiederum von Herrn Stöcker, uns nicht ehrenwerthen Männern aller Confessionen und ohne Ansehen unseres Glaubens halber zu bekämpfen, sondern deshalb, weil die Juden auf Grund prähistorischer und anderer Studien, wie Herr Stöcker behauptet, vermöge ihrer Abstammung, vermöge des Blutes, das in ihren Adern wallt, eine ganz andere Race, eine ganz andere Nation seien, als die deutsche Nation. (Sehr richtig! rechts.) Eine solche Insinuation weife ich mit aller Entschiedenheit und voller Entrüstung zurück. (Lebhafter der Partei Hand in Hand dafür eintreten, für die Verbesserung und Versittlichung unseres Volkes zu sorgen? Das, m. H., ist eine wahre Friedensarbeit, die unserm Volke Segen bringen wird, und dazu sind wir bereit, mit Ihnen (nach rechts) Hand in Hand zu gehen, wie wir erwarten, daß Sie unsere Hand nicht zurückstoßen, sondern mit uns gemeinsam an diesem echten Culturwerke arbeiten werden. (Lebhafter, Beifall links.) M. H, wir stehen hier unter Ihnen nicht anhaltender Beifall links. Zischen rechts > als Juden, obwohl wir uns unseres Glaubens durchaus nicht Stöcker: Er sei nicht der Angreifende, sondern befinde schämen, sondern als Ihre deutschen Mitbürger. (Sehr wahr! sich in der Abwehr (Gelächter linkst, er habe nur einen Vorlinks.) Unser Stolz ist es, daß wir geboren find wie Sie; gang charakterisiren und in seiner wahren Gestalt aufdecken nach rechtst, auf unserem deutschen Boden, an den unser wollen, wie den, daß die Berliner Bürgerschaft Männer zu Herz gefeffelt ist. wir sind stolz darauf, in. H., daß wir die-! Vertretern wähle, wie Herrn Straßmann, der als Israelit selbe deutsche Bildung eingesogen haben wie Sie, wir sind j eine Richtung angreife, die auf dem Evangelium fuße. Redner stolz darauf, daß unsere Väter, unsere Brüder und Söhne in constatirt ferner, daß das Semitenrhum von jeher gegen Völker den Reihen der Ihrigen wie Brüder gefochten haben, für■ arischer Race angekämpft habe. Jetzt sei dieser Kampf in eine unseres Vaterlandes Unabhängigkeit zusammen mit ihnen' neue Phase getreten. Das moderne Judenthum kämpfe gegen Schlachten geschlagen und ihr Herzblut vergossen haben! Bei-; die Grundlagen der deutschen Cultur, und er, Redner, habe fall links, Lachen rechts.) Das ist das Band, welches das I durch sein Auftreten auf die durch das Judenthum drohende Volk aneinander fesselt, das ist der große Rechtstitel, auf dem1 Gefahr aufmerksam machen wollen, namentlich auf die Gefahr, wir bestehen: das ist die magna Charta, mit der wir vor die durch das jüdische Großcapital, durch den jüdischen Wucher unser Volk treten, um zu fordern, daß wir behalten dürfen, j unb durch das jüdische Literatenthum drohe, welches unsere was wir bisher schon in unfern eigenen Herzen und in denen Ideale zerstöre. (Lebhafter Beifall rechts und im Centrum, von ungezählten Millionen unserer deutschen Mitbürger besessen Lärm und Widerspruch links.) Die Juden seien in der Minderhaben, daß wir ihre Brüder in der Nation sein sollen. (Sehr. heit, darum müßten sie bescheiden auftreten. Worte wie die gut! links.) M. H., dieses Bewußtsein, daß dies unser Recht der Herren Straßmann und Löwe könnten nur dazu dienen, ist, ist so stark, daß wir jeden Angriff zurückzuweisen ent-! das Verhältniß zwischen Minderheit und Mehrheit zu trüben, schlossen und auch Manns genug sind. Wir treten bescheiden Redner führt aus, daß die Berliner Schuldeputation zu wenig vor das Volk mit dieser Forderung .Widerspruch rechts), aber auf confessionellen Religionsunterricht in der Volksschule halte, das ist unser Recht. Wir sind als kleine Minderheit auf Hierauf erhebt Stöcker Anklagen gegen das in Berliner Toleranz angewiesen und sind deshalb verpflichtet, auch selber j Volksschulen eingeführte Lesebuch und entwickelt dabei Ansichten, Toleranz auszuüben. Aber wenn wir das thun, so müssen j die von rechts mit Beifall, von links theils mit Gelächter, wir auch andererseits von Ihnen verlangen, daß Sie alle theils mit Zischen ausgenommen wurden, und die an dieser unsere Verhältnisse in unbefangenster Weise prüfen und daß Sie Diejenigen, die durch das Vorgeben, für das Christenthum einzutreten, Haß und Unfrieden säen, weit von sich weisen, einerlei zu welcher politischen, einerlei zu welcher religiösen Richtung sie gehören. (Lebhafter Beifall links. Widerspruch rechts.) Dl. H , wir wissen sehr gut, daß an unfern jüdischen Mitbürgern ebenso wie an vielen Mitbürgern anderer Confessionen viele Schlacken haften, und Jeder von uns empfindet Stelle zu kritisiren überflüssig wäre. Ihm antwortet Professor I)r. Hänel: Der Friede, den man so sehnlich wünsche, sei niemals schwerer untergraben worden, als durch die gegenwärtigen Debatten, niemals sei der Fanatismus stärker angefeuert, niemals die Autorität der bestehenden Gesetze mehr mißachtet worden, ohne daß der Minister dagegen reagirt habe. Die Frage der Simultanschule sei noch durchaus nicht klargestellt die volle, heilige Verpflichtung, seine Kräfte dafür einzusetzen, und eine schwere Beunruhigung von dem Volke nicht gehoben, daß wir Diejenigen, die irre gehen, wieder aus den rechten Er sei der Ansicht, die Simultanschule müsse existiren, auch Weg zurückführen. Wir nehmen zu diesem Zweck die Hülfe wenn man sie confessioncll nenne; Niemand solle sagen, daß

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