Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1880)
- Date
- 1880-02-17
- Page
- Seite 106 (sequence 10)
- Language
- German
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106 Ihrer Erlaubniß werde ich die Hauptpunkte dieses Statuten- Entwurfes verlesen. Präsident: Glaubt das g. Haus, daß dies mit dem vorliegenden Gegenstand in Verbindung sei? ^Unruhe. Rufe: Es gehört nicht hierher! Hört!) Victor Istöczh: Ich thue dies hauptsächlich darum, weil ich bei dem bezüglich dieser Frage in unserer Presse herrschenden Geiste hinsichtlich der Verwirklichung des Projektes nicht führungen meines Vorredners bemerken, daß meiner Ueberzeugung nach in jeder Clasie, jeder Nationalität, jeder Confesfion unseres Volkes es schlechte Menschen und brave Menschen giebt. Niemandem darf man seine guten oder seine schlechten Eigenschaften als Merkmal seiner Confession hinstellen. (Zustimmung. )" Der „Pesther Lloyd" bemerkt hierzu: „Für alle Jene, welche einige Kenntniß besitzen von der Geschichte volksthüm aus deren Unterstützung rechnen kann. Ich beabsichtige daher licher Bewegungen, ist es kein Geheimniß, daß der Classenden Entwurf, der nur aus 17 Paragraphen besteht, und daher kampf immer mit dem Kampfe gegen eine Clasie beginnt, die Geduld des Hauses nicht lange in Anspruch nehmen wird, weil das der leichteste und dankbarste Anfang solcher Agitationen auf diesem Wege zur Kenntniß meiner Collegen und des ist. Nie aber ist es geschehen, daß eine Gesellschaft Publikums zu bringen. (Große Heiterkeit. Zur Ordnung!) ^ungestraft eine Classe aus ihrer Mitte ausgeliefert Ich bitte die Lacher, zu Hause ihre Wähler zu fragen, ob sie! hat. Bei uns zu Lande sind solche Gefahren im Augenblicke dies für lächerlich halten?! nicht vorhanden. Der Protest, den das heutige Auftreten Josef Madarüß: Gewiß halten sie dies für lächerlich!>Mczy's von Seite eines so wenig conservativen Abgeordneten, wie Herr JosefMadarüß es ist, undwon Seite des Minister- Präsidenten hervorgerufen hat, beweist zur Genüge, daß man die Gemeingefährlichkeit des Rumer Abgeordneten richtig abgeschätzt, der uns gerade deshalb so bedauernswerth erscheint, weil er, abgesehen von jenem einen überzähligen Rädchen, ein recht sanfter und ganz traitabler Mensch ist. Und dieses eine Rädchen schnurrte heute noch confuser denn sonst: die ,Ldee" ist dieselbe geblieben, aber das Uebel macht Fortschritte. Wie immer hat Herr Jst(czh auch heute eine Anzahl gerade der albernsten Phrasen, welche von Seite deutscher Pamphletisten allergemeinster Sorte aufgebracht worden sind, vorgetragen. Er hat nicht einmal so viel ruhiges Urtheil, um die etwas ernster angelegten Leute seiner Kategorie zu verstehen. Was ihm an Verständniß in dieser Richtung abgeht, ersetzt er dann durch Erfindungen, wie z. B. wenn er von der Macht der „antisemitischen Liga" in Deutschland haarsträubende Sachen erzählt. Er ist wie ein Plagiator der die Autoren nicht versteht, die er abgeschrieben hat. Mehr als alle ernsten Reden hat indesien dem Auftreten Jstüczy's die kostbare Ironie geschadet, mit welchem der Präsident des Hauses ihn gerade bei den Kraftstellen seiner Harangue unterbrach, um ihn geschäftsmäßig einzuladen, „bei dem Gegenstände zu bleiben, oder sich demselben doch ein wenig zu nähern." Die Bemerkung des Präsidenten Szlävy war mit einem so unbeschreiblichen Tone geringschätziger Scherzhaftigkeit gesprochen, daß sie auf allen Bänken des Hauses die lebhafteste Heiterkeit erregte." — Frankreich. Paris, 5. Februar. Die besondere Sammlung zur Abhülfe des Nothstandes unter den armen Pariser Juden in Victor Jstöczy: Ich bitte namentlich den Herrn Abgeordneten Madarüß, besonders seine Wähler zu stagen. (Liest:) „Statuten-Entwurf des Centralvereins des Bundes der ungarländischen Nicht-Juden". (Lärm. Rufe: Das gehört nicht hierher! Zur Ordnung! Zur Ordnung!) Präsident: Bis jetzt habe ich den g. Herrn Abgeordneten gebeten, jetzt aber, da meine Bitte erfolglos war, muß ich fordern, daß er zum Gegenstände spreche, denn ein solcher Statuten Entwurf gehört denn noch nicht zum Gegenstände. (Zustimmung.) Josef Madarüß (in persönlicher Frage): Der Herr Abgeordnete sagte, ich solle unter meinen Wählern die Juden fragen (lebhafte Heiterkeit), Pardon für den Lapsus — nicht die Juden, sondern die Wähler, ob sie nicht einen Verein gegen die Juden zu Stande bringen wollen? Ich gehöre zu Jenen, welche die Motivirung des Herrn Abgeordneten bezüglich des Gegenstandes zu hören wünschten und ich glaube nicht, daß er einen anderen Antrag Vorbringen wolle. Deshalb rief ich dazwischen, als er seinen Antrag inmitten der Erörterung des Gegenstandes zu stellen beabsichtigte. Ich versichere dem Herrn Abgeordneten, daß ich überzeugt bin, nach einer deutlichen Befragung der Wähler meines Bezirkes würden diese das Zustandebringen eines Vereins, wie ihn der Herr Abgeordnete wünscht und aus den von ihm angeführten Motiven mir nicht zur Pflicht machen. (Beifall.) Präsident erklärt, da kein Redner mehr vorgemerkt ist, die Debatte für geschlosien. Minister-Präsident Koloman Tißa: Geehrtes Haus! Da ich im allerersten Stadium der gegenwärtigen Debatte gesprochen, werden mir die Herren Abgeordneten hoffentlich nicht verübeln, wenn ich jetzt, nach Schluß der Debatte, auf das diesem harten Winter trug im December 112,548 Frcs, ein. Vorgebrachte und den seither eingereichten Antrag mit einigen. worunter allerdings 25,000 Frcs. aus der allgemeinen Samm- Worten rcflectire. (Hört-) Zunächst muß ich auf die Aus-' lung des „Figaro" und 15,000 Frcs. von der Familie