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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-02-17 · Heft 7 (17.2.1880) · p. Seite 104

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 7 (17.2.1880)
Date
1880-02-17
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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104 Verwaltungsfitzung der A ch awa, des „Vereins zur Unterstützung hülfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland", hat vor Kurzem stattgefunden und wir sehen uns heute schon veranlaßt, einen vorläufigen Bericht über die Wirksamkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre hier zu veröffentlichen. Wenn wir auch zugestehen, daß Viele, ja die Meisten Nichts thun können, so giebt es doch wieder sehr, sehr Viele, denen Gelegenheit im reichen Maße geboten wäre, die einen oder mehrere Ehrenmitglieder (Beitrag jährlich 6 Mark), einen Jahresbeitrag aus der Gemeinde- oder einer Wohlthätigkeitscaffe, ja zuweilen ein kleines oder größeres Geschenk bei Das Vermögen des Vereins ist trotz der schlechten Zeiten > freudigen oder traurigen Veranlaffungen, ein Legat u. drgl. auch im abgewichenen Jahre wieder beträchtlich gewachsen und! herbeischaffen könnten! Die Gleichgiltigkeit unserer Mitglieder wird annähernd die Summe von 90,000 Mark erreichen. Wir! in dieser Richtung ist sehr zu beklagen. Wir muffen hervordürfen mit Bestimmtheit erwarten, daß es im laufenden Jahre I heben, daß die Achawa das, was ste nach und nach geworden die „Hunderttausend" überschreiten wird. Wichtiger jedoch noch ^st, zumeist der Munificenz der Frankfurter jüdischen Geals diese so erfreuliche Vermehrung des Grundcapitals ist uns meinde und den daselbst mit so aufopfernder Hingebung wirdie stetige Steigerung der Unterstützungssumme. Wir konnten kenden Verwaltungsmitgliedern und Freunden zu verdanken hat. nach den von den Statuten festgestellten Grundsätzen 7200 Mark Es wäre schnöder Undank, wenn wir das nicht anerkennen "gegen 6800 im Vorjahre) als Jahrespensionen zur Verthei- und nicht dahin wirken wollten, daß auch unsererseits von lung bringen, während wir außerdem noch im Laufe des Jahres aus dem Reservefond 440 Mark in unvorhergesehenen Fällen als Unterstützung verabreichten. Es wurden mit der obigen Vertheilungssumme 45 Petenten (zu 60 Theilen) bedacht. Während demnach alleinstehende Personen 1 Theil mit 120 Mark erhielten, haben wir leider Fälle ernstester, ja zuweilen schrecklich trauriger Natur zu verzeichnen. Wir haben Wittwen mit 6—7 unerzogenen Kindern; wir haben Lehrer, die in den besten Lebensjahren (mit 6—9 unerzogenen Kindern) dienstunfähig wurden, welchen also 2—3 Theile zuerkannt werden überall her alles Das geschehe, was möglich ist; daß auch andere kleine und große Gemeinden ihre Schuldigkeit thun, da ja gerade Frankfurt nur aus wohlthätigem Sinne so handelt und weniger als irgend eine andere Gemeinde verpflichtet ist! Die Pensionen und Unterstützungen vertheilen sich, wie der vorjährige Rechenschaftsbericht nachweist, auf fast alle Länder Deutschlands! Es giebt noch viele große und edle reiche und wohlthätige jüdische Gemeinden in Deutschland, in welchen es nur an der richtigen persönlichen Anregung fehlt, um für diese allgemeine Institution, wie es Wohl keine wichmußten. Wir können darum nicht umhin, zu bedauern, daß! tigere unter Deutschlands Juden giebt, einige Theilnahme zu die Bedeutsamkeit der Achawa für die gesammte erregen. deutsche Judenheit noch lange nicht genügend anerkannt wird! In den meisten obigen Fällen wären die Armen der bittersten Noch Preis gegeben, wenn auch vielleicht hie und Großes ist schon geschehen; noch Größeres bleibt zu thun übrig. Wir hoffen, daß die verehrlichen Vorstände jüdischer Geda die ohnehin schwer belasteten kleinen Gemeinden für kurze meinden und Wohlthätigkeitsvereine, daß die Herren Rabbiner J) Zeit geholfen hätten. In vielen Fällen würde die den Lehrer-i und insbesondere die Lehrer fernerhin sich mit regerem Eifer stand stets demüthigende Nothwendigkeit eingetreten sein, die der gemeinsamen Sache annehmen. Mögen Diejenigen unter öffentliche Wohlthätigkeit in Anspruch zu nehmen, diese letzte den Letzteren, welche noch nicht beigetreten sind, nicht länger und stets traurige Zuflucht, die ebenso precär als ungerecht; zögern mit ihrem Eintritt und — Alle sich vereinigen zur ist, weil sie für den Einen und auch für diesen nur für kurze! Hebung der Achawa! (Auskunft ertheilen: der Präsident Zeit Hülfe schafft, während Andere ihrer Verlaffenheit preis-! Herr A. Teblee in Frankfurt, Lehrer I. Blum, Schriftführer, gegeben bleiben. I Lehrer I. Klingenstein in Ober-Ingelheim, sowie alle weiteren Es scheint zwar in der Gesinnung der Lehrer einige! im Rechenschaftsbericht genannten Verwaltungsmitglieder.) Befferung eingetreten zu sein. Als Lehrer und College haben! Wreschen, 30. Januar. Die „Germania" läßt sich wir es freudig zu begrüßen, daß im vorigen Jahre 18 (im! schreiben: Jahre 1878 sogar 21) neue Mitglieder eingetreten sind und „Dem ^kur. Pozn/wird von einem bedauerlichen Exceß sich der Stand derselben auf 212 erhoben hat.! gemeldet, der in der Umgegend vorgekommen ist. Die Knechte Wir sagten jedoch: als Lehrer und College! Als Miteines jüdischen Gutsbesitzers, der seinen Sabbath hält, wurden glied der Verwaltung und wenn wir nur das materielle In-! am vorigen Sonntag mit Getreidefuhren hierher geschickt. Auf tereffe der jetzigen Vereinsmitglieder im Auge hätten, hätten der Rückkehr betranken sich die Leute vor Äerger, verspäteten wir keinen Grund, diesen Zuwachs der activen Mitglieder < sich und schlugen, als sie zur Rede gestellt wurden, Vogt, Verfreudig zu begrüßen! Die activen Mitglieder betrachten sich. leider zumeist nur als Nehmer und nur in den seltensten Fällen i ^binekönnen als Religionslehrer ebenfalls Mitglieder 0 I _ . ' " > werden. Wir haben auch deren bereits eine ziemliche Anzahl, wie activ — d. h. als thätlge Förderer des segensreichen Werkes. | auch bereits Rabbinerwittwen die Wittwenpensionen beziehen.

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