Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 5 (3.2.1880)
- Date
- 1880-02-03
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
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heiligen Namen Gottes nennt. Daher hat es dem Judenthum ] auch nie an Pflegern des irdischen Idealismus gefehlt." „Auf diesem, auch in der Zerstreuung unter die Völker unverlorenen idealen Grunde der Volksseele Israels ruht die, ohne Zweifel edle Gestaltung seines Familienlebens: aus diesem Geist stammt jene Sittlichkeit, Mäßigkeit und Nüchternheit, jener Bildungs-und Schaffensdrang, die fast das ganze Volk beherrschen, während in weiten Kreisen der, dem Namen nach christlichen Bevölkerung sinnliche Genußsucht, Rohheit und sittliche Verkommenheit die Welt der Ideale mehr und mehr zerschlagen. Wir haben kein jüdisches Proletariat, das seine Lebenskräfte in wilder Ungebundenheit vergeudete, keine Trunken- Juden und Christen stehen einander gegenüber, nicht Deutsche und Palästinenser!" Der Verfasser schließt mit der Bemerkung, daß die auflösenden Momente in unsrer Zeit nicht von den Juden ausgegangen, sondern vielmehr inmitten der christlichen Völker auch die Juden ergriffen habe. Er fordert nun die Juden wiederholt auf, gegen die christliche Kirche nicht zu streiten, und schließt: „Kämpfen wir für das heilige Recht der Kirche gegen diese zerstörenden Gewalten, aber nicht gegen das von ihnen auch ergriffene Israel! Sehen wir es auch ferner als das Volk der Wahl an, das der Apostel „um der Väter willen" bolde, und nur vereinzelt die Prostitution in dem Volke, aus} feiern ®run^ Wortes Gottes wollen wir nicht aushören, Israel Duldung, Achtung und Liebe welches jetzt Christenhände Steine Wersen." Diese Anerkennung der sittlichen Momente in der M affe der Juden nehmen wir gern als abermaliges Zeugniß von der Vorurtheilslosigkeit des Verfassers entgegen. Er geht nun Zu erweisen! Und uns komme von ihm Ehrfurcht und Scheu vor den Heiligthümern auch unseres Glaubens entgegen! Möge es alle Kräfte anspannen, um auch die letzten Planken des Ghetto's der Vergangenheit fortzuräumen und seiner vollen mehr auf die Frage ein, ob Das, was Christen und Fuden , Menschen- und Bürgerrechte unter uns sich zu erfteuen: aber trennt, nicht stärker sei, als was sie -int r Er stellt hier dar. ^vge es auch nie, wie es im Kampf der Zeit g-than. den was das Christenthum nach s-m-r Anschauung enthält, und. versuch erneuern, di- Kirche in das Gb-tto der Zukunft zu zwar auf dem Grunddes Neuen Testamentes. Es versteht! drängen! Aus den Reiben der abgesallenen Christenheit rufe stch den selbst, daß wir diese GlaubeuSäußerungen des wahr-fdne verbündeten Streiter zurück!!->->- besten Kraft- Haft begeisterten Mannes Nicht naher zu betrachten haben und Talente laste es nicht im Bundmit Renegaten kämpfen! wollen wir ihm k-in-n Vorwurf daraus machen, daß er dem Bild- ^aun. aber auch dann allein, wird sich erfüllen, was wir, Gewissen rufen: des christlichen Glaubens nicht auch -in solches vom Inhalt Beiden zum Heile. Christen und Juden in' des jüdischen Bekenntnisses gegenüberstellte, daß er sich damit: F^den unter einander fcegnügt, von der „Verwerfung" Christi durch die Juden, vo»! 3„ Viesen Schlußworten'haben wir doch Einiges zu beder „Eigenart des jüdischen Volkes" zu sprechen. Es tlingt met£on. Mch wir wünschen von Herze», daß in di- Kampse dies doch schon anders, als die banale Redensart von „Hartvon Christen gegen die christliche Kirche sich Juden jeder Einnäckigkeit, Verstocktheit". Wenn dichristlichen Theologen in;m;Wlmg schalten. Es versteht sich von selbst, daß auf dem der vorchristlichen Geschichte Israels „da» Vorbild, den i Gebiete wistensebastlick'er Forschung die Differenzpunkte zwischen Typus" für die Bestimmung Israels anerkennen, so müßten ^p-nthum und Christenthum von der -inen wie von der st-, falls sie consequent sem wollten, auch erkennen, daß dem otin Seite besprochen und behandelt werden , auch das jüdischen Stamme d,° Bestimmung gegeben war, den reinen uns Niemand verarge», daß. wo das Judenthum von Glauben d-s -,n,g.-,nz,g-n Gottes unerschütterlich durch all-! christlicher Seite angegriffen wird, wir es vertheidigen müsten, Z-it-n zu tragen, und von der Herrlichkeit Gottes auch nicht, wobei di- Trennungsm-m-ntauch von unserer Seite nicht den geringsten Lheil aus ein anderes Wesen übertragen zu. iguorirt werden können, wie dies der Versaster selbst in dieser lasten. In der Treue, die dieser Stamm einem schon in seiner Schrift auch thut. Aber das liegt doch zu Tag-, daß Die- Vorz-it so unzweideutig h-rvortr-t-nd-n Berufe widmete, liegt Wenigen, welchgegen allpositiv-Religion streiten, ebenso das also^ keine „Verwerfung , keine „Eigenart , sondern die volle Jnbenthum wie das Christenthum zu untergraben suchen. Sind Kraft des gottgegebenen, geschichtlichen Wesens, die höchste vun unter diesen Feinden der positiven Religion auch Juden, Hingebung an Das, was Gott mit ihm gewollt, was die göttliche Weltordnung ihm in den tiefsten Grund seiner Seele eingesenkt. Der Verfasser sagt mit kurzen, schlagenden Worten. welche ihre väterliche Religion verleugnen, was können wir dafür? Wie kann die jüdische Gesammtheit, die doch gleicherweise unter diesen Angriffen leidet, dafür verantwortlich gemacht werden? Doch wohl ebensowenig, wie die gesammte Christenheit für die christliche Ueberzahl dieser Religionsseinde! Sinne kein Volk Israel mehr; es giebt nur noch deutsche Das mache man sich doch endlich klar. Gewiß ist es, daß die und anderen Nationalitäten angehörige Juden! Die Scheideeigentlichen Träger jenes Kampfes gegen das Christenthum wand zwischen uns und ihnen bildet allein der G lau b e! keine Juden waren und sind. Die Voltaire, Bayle, Littr«', „Kein Israelit denkt heute mehr an die Aufrichtung eines jüdischen Reiches; wir haben in politischem