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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-01-20 · Heft 3 (20.1.1880) · p. Seite 44

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 3 (20.1.1880)
Date
1880-01-20
Page
Seite 44 (sequence 12)
Language
German
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44 man einen schon so unglücklichen Theil des russischen Volkes! israelitischen Cultusgemeinde in Wien, welches er noch heute mit der scheußlichsten Schmach brandmarken und sie einer mit Kraft und Erfolg ausübt. Seine Reise nach dem Orient, barbarischen Verfolgung denunciren! Vor solcher Gewissen!osigum in Jerusalem eine Schule zu gründen, ist bekannt. Ein keit und Verlogenheit bleibt man entsetzt stehen. Fürwahr,; außerordentliches Verdienst erwarb sich 'Frankl durch die wenn es noch immer zweifelhaft ist, ob die Entwickelung des Gründung der israelitischen Blindenanstalt in Wien, die ganz Menschengeschlechts bis jetzt zu einer höheren Stufe der Sittsein Werk ist. Für seine Glaubensgenossen besonders find lichkeit geführt habe, so fieht man fich zu dem schmerzlichen; von Bedeutung und dauerndem Werthe seine „Reise nach Eingeständn-ß genöthigt, daß in der heutigen Tagesprefie und; Jerusalem", „Libanon", „Ähnenbilder", „Primator" u. a., besonders in der russischen keine Spur von Sittlichkeit ent-1 welche auch in's Hebräische, einige in moderne Sprachen überhallen ist. Oder stehen etwa Menschen, die mit einem Federsetzt find. Die Theilnahme an dem bevorstehenden Festtage zuge Millionen Mitmenschen der Vernichtung preisgeben, sittlich . des Dichters wird gewiß eine allgemeine sein. — Man schreibt höher, als Menschenfresser, die doch wegen ihrer Uncultur uns aus Dessau vom 4. Jan.: Am 25. Dec. v. I. feierte weniger Verantwortlichkeit tragen, als diese raffinirten Phrasen- Herr M. Wolfssohn, der seit mehr als 30 Jahren das drescher^ Daß fich unter den russischen Nihilisten leider auch, Amt eines ersten Vorstehers der hiesigen israelitischen Cultuseinige Juden befinden, haben wir nie geleugnet, und ist ja, gemeinde bekleidet und durch sein reiches Wissen und seinen so sehr es uns betrübt, doch auch erklärlich. Aber was bis edlen Eifer die schönsten Erfolge erzielte, seinen 7<>. Geburtsjetzt vom Nihilismus wirklich ans Tageslicht gebracht worden, tag. Der Vorstand und die Repräsentanz nahmen diese betrug immer das Nationale von Russen selbst an sich, und be-' legenheit wahr, dem verehrten Greise Anerkennung und Dank schränkte den Antheil von Juden auf ein Minimum. Am | auszusprechen und ihm einen kunstvoll gearbeiteten silbernen lächerlichsten aber ist die Behauptung, daß reiche Juden ihr! Pokal zu überreichen. — Man schreibt uns aus Potsdam Geld zu solchen Zwecken hergeben werden, da irgend ein Sieg vom 5. Jan.: Am 2i). Dec. v. I. waren es 25 Jahre, daß des Nihilismus zu allererst die begüterten Juden treffen und J die hiesige Gemeinde nach dem Gesetze vom 23. Juli 1847 sie vernichten würde. — Solcher Blödsinn einiger Tagesblätter; organisirt wurde. Damals wählte die Repräsentantenversammwürde nun noch nicht viel zu bedeuten haben, wenn nicht Vorlung den Herrn Banquier Samuel Zielenziger zu ihrem gange der letzten Zeit zeigten, daß man auch in maßgebenden Vorsitzenden und erneuete diese Wahl jedes Jahr, da sie unter Kreisen sich den Anschein zu geben suche, an dieses schändliche J der verftändnißoollen und hingebenden Leitung des gedachten Mährchen zu glauben, d. h. daß man die Welt glauben machen; Herrn ihre Verhandlungen stets zu den besten Zielen gelangen will, es sei wirklich erwas daran. Man sucht nach einem! sah. Die Versammlung widmete als ein Zeichen der An- Prügelknaben und findet ihn, wie immer, in den Juden; die I erkennung und Verehrung dem Jubilar ein Exemplar der orthodoxen Russen, die sich an diesen verbrecherischen Unter-! Dor6-Philippson'schen Prachtbibel und vereinigte sich mit dem nehmungen betheiligen, sollen nur die Verführten sein, und man i Vorstande zu einem Festmahle. — Man schreibt uns aus treibt deshalb die Verführer überall aus; man verbannt die! Berlin: Die Gemeinde Schochare Hattob feierte in Juden aus Petersburg, Tula, Wologda, aus Bessarabien, aus ihrem Gotteshause am 3. Jan. d. I. das Fest ihres 25jährigen dem Lande der dänischen Kosaken u. s. w. Man weiß sehr i Bestandes. Der seit 1860 angestellte erste Rabbiner Ur. Nasch6 Wohl, daß diese Gewaltthätigkeit nichts nützen kann, aber man! betonte in seiner Festrede vier Zielpunkte als die Errungenmacht doch der Welt weiß, daß die eigentlichen Förderer desI schäften viertelhundertjähriger Geistesarbeit der Ge- Nihilismus gefunden seien. Bonn, 4. Januar. (Notizen.) Am 3. Februar 1880 wird der Dichter Ludwig August Frankl zu Wien seinen 70. Geburtstag feiern. Es ist zur Feier dieses Tages schon jetzt eine Biographie Frankl's aus dem „Biographischen Lexicon des Kaiserthums Oesterreich" von Wurzbach erschienen, welche uns die unermüdliche Thätigkeit dieses Mannes in! waltungskörper der Gemeinde vollzählig vertreten. — Am literarischer wie in practischer Beziehung und die großen Der-! l. Jan. wurde in Liegnitz das 25jährige Amtsjubiläum dienste, die er sich in der Literatur wie im Leben erworbenj des Rabbiners Herrn Dr. Land sberg feierlich begangen, hat, übersehen läßt. Am 3. Februar 1810 in Chrast bei! In der Synagoge fand ein erhebender Gottesdienst statt, Ehrudim in Böhmen geboren, studirte er Medicin, die er jedoch! wobei dem Jubilar eine höchst anerkennende Adresse seitens meinde: Volle Hingabe an Kaiser und Reich, Einheit der Gesammt-Gemeinde verbunden mit Freiheit innerlicher, religiöser Organisationen, historisches Bewußtsein mit rationeller, fortschreitender Entwicklung, religiös-humanes Wirken mit Pietät für die lebenden und verstorbenen Wohlthäter der Gemeinde. Eine Erinnerungsfeier für die Letzteren beschloß die Predigt. Die Synagoge war überfüllt, der Vernach erlangter Doctorwürde mit der Leier und der Feder vertauschte. 1838 übernahm er das Amt als Secretär der der Gemeinde verlesen und überreicht wurde, und Dr. Landsberg eine ergreifende Predigt hielt. Eine Deputation des

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