Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1880)
- Date
- 1880-01-20
- Page
- Seite 45 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227285-3227289--37762-3306930- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
45 Vorstandes und der Repräsentanten überbrachten ihm einen künstlerisch ausgeführten Pokal, der israelitische Frauenverein einen herrlichen Teppich und die Alliance isr. univ.. um welche sich der Jubilar so viele Verdienste erworben, sandteihm eine Adresse, die in Ausführung und Umschlag ein wahres Meisterwerk zu nennen ist. Am Abend fand ein Festmahl statt, an dem 150 Gäste theilnahmen. — Man macht uns aufmerksam, daß Leopold Dukes am 25. Jan. seinen 70jährigen Geburtstag begeht. Er lebt jetzt in Wien, und wahrlich, man ist dem unermüdlichen Arbeiter auf dem Gebiete der neuhebräischen Literatur die herzlichste Anerken-' nung schuldig. Wir erinnern nur an seine „Ehrensäulen und Denksteine" (1837), „Rabbinische Blumenlese" (1844), „Sprache der Mischna" (1846) und seine zahlreichen späteren Leistungen. Mögen alle Freunde der j-üdischen Literatur dem greisen Forscher und Fördererderselben die Würdigung seiner Verdienste bezeugen! Gothenburg (Schweden), 18. Dec. (Literarische Notizen.) Mit größtem Interesse habe ich in Ihrer geschätzten Zeitung Nr. 45 Ihre Rathschläge, den einstimmigen Gesang und die Responsen betreffend, gelesen. Merkwürdig ist es, daß Sie, Herr Redacteur, bereits vor 41 Jahren (Ä. Z. d. I. II. Jahrg.) gegen das gänzliche Stillschweigen der Gemeinde beim Gottesdienste protestirten. Dies geschah bei Gelegenheit der Königsberger Eingabe zur Verbesserung des I Gottesdienstes, und wirklich, wovor Sie damals gewarnt und j was Sie vorausgesagt, das ist jetzt in allen Einzelheiten eingetroffen. Die Gerneinden sind zum gänzlichen Schweigen verurtheilt und gebracht worden, was allerdings leichter war, als sie wieder zum Sprechen zu bringen. — In unserer hiesigen Synagoge ist es allerdings anders. Seit meinem Antritt als Cantor in der hiesigen, höchst intelligenten Gemeinde (den 8. September 1857) war cs stets mein Bestreben, einstimmigen Wechselgesang mit Orgclbegleitung einzuführcn. Unsere Gemeinde ist daher im Stande, alle Gesänge rauch die minder leichten) mitzusingen, wozu noch die hier eingeführten schönen und sangbaren Psalmen hinzukommen. In den meisten Gemeinden aber, besonders da, wo große Chöre ausgeführt werden, schweigen die Gemeindemitglieder gänzlich. Um dieselbe Zeit, als Sie gegen das Schweigen der Gemeinde austraten, versuchten Sie auch bereits, den Wechselgesang 0n Magdeburg» mit Erfolg einzuführen: ob diese einzige, nützliche und practische Einführung zur Betheiligung am Gottesdienst auch in anderen Gemeinden stattgesundcn, weiß ich nicht. Jedenfalls werden diese Anordnungen nicht viele Synagogen acceptirt haben, da Sie jetzt wieder für sie mahnend auftreten. — Für mich aber sind Ihre tvieder in's Leben gerufenen Rathschläge um so mehr höchst schätzenswerth, als ich gegenwärtig mit der Ausarbeitung eines zweiten Werkes beschäftigt bin, in welchem ich, ganz nach Ihren Wünschen, den einstimmigen Wechselgesang mir Drgelbegleitung in ausführlichster Weise zu geben gedenke. Dieses Werk, betitelt „Baal T'filla oder der practische Vorbeter II. :c.", wird nämlich Folgendes enthalten: 1) Den vollständigen harmonischen Satz zum ersten „Vorbeter", und zwar so bearbeitet, daß die meisten Piecen mit deutscher Uebersetzung des hebräischen Textes versehen sind unv die Musik auch auf dem Clavier gespielt werden kann; also auch für Schule und Haus brauchbar. 2 Neun Chorgesänge und große Aufführungen mit Drgel- und Orchesterbegleirung und Präludien bei außergewöhnlichen Beranlaffungen, z. B. Consirmationen, Trauungen, Beerdigungsfeierlichkeiten, Todtenfeier, Geburtsfesten der Landesfürsten, Grundsteinlegungen und Einweihungen von Synagogen und Installationen geistlicher Beamten, sowie Cantaten :c. ‘ 3) Psalmen (Choräle) für das ganze Jahr für Synagoge; und Haus. S 4) Fundamente der Musik und Harmonielehre :c. :c. — j Die freundliche Aufnahme meines „Vorbeter", welche in 1 14 Zeitungen und Zeitschriften so sehr gelobt wurde, so wie die; Aufmunterungen seitens vieler 'Autoritäten, giebt mir Muth, auch! die zweite Arbeit herauszugeben. Es wird indcffen noch etwas 1 dauern, bis diese vollständig fertig sein tvird. A. Baer. Zknzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncenexpedition von Rudolf flösse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Coln a Rh., Presden, Frankfurt a ll., Halle a S., Hamburg, London, Magdeburg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg i E., Wien, Zürich zu adressiren. Die Stelle ein es NeligionsleHrers, Cantors In der hiesigen Synagogen-Gemeinde ist die Iieligrons- und Schächters der hiesigen Gemeinde wird zum lehrer- und Cantorstclle sofort, spätenstens vom 1. März 1. October er. vacant. Das Gehalt beträgt^. I. ab, mit einem Gehalt von 1200 Mark p. a. zu besetzen. OUO Mark und circa 600 Mark Nebeneinkommen.i Qualificirte Bewerber wollen sich unter Einreichung der Zeug- Ein Cohen wird nicht berücksichtigt. Reisegelder! nisse melden. werden nicht vergütet. Qualificirte Bewerber! . . . . u . /{T, , h-b-n bei der Meldung ihr- Zeugnisse b-izufüg-n) v»'st-md der L>n-gog°n.k°m°.nd° Kosten «Pr°°- P°>°u) Ruuimclsburg: i Pomm., 1. Januar 1880. (202.1 Bewerbern, welche die Befähigung Nachweisen, Knaben bis Der Vorstand der Synagogcn-Äcmein-c:! zur Quarta eines Gymnasii vorzubereiten, würde sich Gelegen- Borehardt. Sabatzky. Oppel. ' Heil zur Mehreinnahme bieten. (B. 230 % $ J