Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1880)
- Date
- 1880-01-20
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
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34 die man ihnen bereitet hatte, Eigenschaften, die unter veränderten schwiegen. „Und was sagen Sie nun, meine Gnädigefragte Verhältnissen sich wieder verändern konnten, sondern auch ander Alte sie endlich. Lächelnd erwiederte die Dame: „Bester gestammte, von ihrem Ursprung datirende Racenanlagen. die Graf, Heimann Levy auf der Kanzel!" — Wir haben aber sie niemals loswerden könnten. Und da nun arische Richter noch ein näherliegendes Beispiel. Paulus Cassel verräth uns das Urtheil sprachen, so wurden die Arier zu Geisteshelden, dies in seiner jüngsten Broschüre, indem er (S. 21) sagt: die Semiten sehr beschränkter Natur. Daß dieses selbige „Statt daß es, zumal für Geistliche, eine Freude sein sollte, Volk in seiner Geschichte wiederholt völlige Umgestaltungen Jünger aus Israel neben sich und vor sich zu haben, können erfahren hatte, so daß ihre Volkseigenschasten in den versie das alte Gefühl des Neides und Voruriheils nicht los schiedenen Epochen sehr verschiedenartig, ja entgegengesetzter werden. Ich verweise über diese und ähnliche Gedanken auf Richtung waren, verschlug diesen Hvpothesenmachern und selbst-! einen Aufsatz, den ich vor zehn Jahren gegen einen Angriff genügsamen Richtern nichts. Was will auch die Geschichte deffelben Geistes gerichtet habe." Also „Geistliche neben sich und die durch sie erwiesene Wirklichkeit vor dein Scharfsinn, und vor sich", d. h. getaufte Juden, die christliche Prediger und der Phantasie dieser Art Gelehrten sagen! Jetzt hatte! oder gar Vorgesetzte im Amte geworden! Man ist daher auf man auch vas Charakteristikum für die getauften Juden. Sie! dieser Seite schon ganz kleinlaut geworden, wenn man etwa waren Semiten und blieben es nach, wie vor der Taufe. J von Neander und Stahl spricht, die man noch vor Kurzem Man hatte eine volle Rechtfertigung, wenn man sie nachher! mit Lob überschüttete. — Man könnte aus dieser Erscheinung ebenso behandelte wie vorher; sie kamen mit den Juden in! beweisen wollen, daß der heutige Judenhaß nicht mehr aus einen Topf oder auf einen Scheiterhaufen. Diese Theorie religiösem Fanatismus stamme, da man die getauften Juden hat sich, wie gesagt, in der letzten Zeit recht breit gemacht. {ebenso wie die wirklichen Juden zu verfolgen sich anschickt. Richard Wagner war vielleicht der Erste, der es rund heraus' Haben wir nun aber auch selbst außer der Tradition aus der sagte. Da er nicht blos den Juden Meyerbeer, sondern auch j Kinderstube und der Schule den Neid und die Mißgunst als den als Kind schon getauften Felix Mendelssohn, beiläufig den stärksten Hebel für jenen Haß angegeben, so wäre es doch auch den getauften Ferdinand Hiller u. A. verdrängen und! irrig, den religiösen Fanatismus dabei erloschen zu glauben, beseitigen wollte, weil sie ihm mit ihren Leistungen und ihrem; Man sehe nur, wie die fanatischesten Ultramontanen mit Ruhme im Wege standen, so machte er kurzen Proceß, ver-! „Semiten" und „Semitenthum" um sich werfen. Der Fanaurtheilte sie allesammt als Semiten und vermeinte sie als tismus setzt vielmehr das eigene kirchliche Jntereffe in seinem Juden todtzuschlagen. Glücklicherweise war seine Keule aus blinden Hasse für diesen einen Punkt aus dem Auge, und Pappe. Von den dumpfen Tönen derselben ließen sich einige schwache Geister betäuben; aber es dauerte nicht lange, und die Opern-, wie die Concertsäle hallen noch jetzt von den Compositionen jener Semiten wieder wie früher. Aber dieses Vorbild drang durch; seitdem wird ebenso dem Lord Beaconsfield, wie dem geringsten getauften Dorfjuden sein „Semitenthum" vorgeworfen und jener für das „Unglück" Großbritanniens, will sich auf jede Weise befriedigen. Wehe dem Abbe Mortara, wenn er mehr werden wollte, als ein simpler Abbe, wenn er nach höheren kirchlichen Würden strebte. In früheren Zeiten wäre das gegangen, in der Jetztzeit nicht mehr. Die Brüder Ratisbonne und Andere ihres Gleichen gaben trotz ihres fanatischen Eifers und glänzender Begabung den Beweis hierfür. In der menschlichen Seele laffen sich die Motive wie dieser seines Dorfes erklärt. Es erstreckt sich dies sogar; nicht nach der Schablone trennen und unterscheiden; sie spielen, auf das theologische Gebiet. Der „unbefangene christliche! vor unsren Augen verborgen, immer in einander, bis sie sich Beobachtet der „Vossischen Zeitung" erzählt: „Wie schwer wird es uns, in den getauften Juden, selbst in späteren Generationen, Christen zu erblicken! Ich denke an einen Fall, in welchem in einer großen Stadt ein jüdischer Convertit als evangelischer Prediger wirkte. Er sah dichte Schaaren Andächtiger zu seinen Füßen, welche sich zumeist aus den besten Gesellschaftskreisen zusammensetzten und von seiner Redegabe, seiner Gemüthswärme und dem eindringenden Geist, mit welchem er die Heilswahrheiten der christlichen Religion verkündete, stets erbaut waren. Als ich an einem Sonntage in wirklich gehobener Stimmung die Kirche verließ, bemerkte ich vor mir drei Personen, einen älteren Herrn und einen Officier, der eine Dame führte. Der alte Herr konnte nicht Worte durch ein eclatantes Symptom verrathen. Auch Radicale, die sich für confessionslos ausgeben, stecken voll religiösen Fanatismus, sobald sie auf Juden treffen, und drücken dann mit Einverständniß dem rigorösesten Pietisten die Hand. Unter diesen Umständen kann es nicht auffallen, daß auch getaufte Juden das Wort öffentlich ergreifen, um sich gegen diese Strömung zu wehren. Vielmehr hätte man erwartet, daß dies schon öfter geschehen wäre. Aber den Meisten fehlt es wohl an Muth, gerade auf diesen Punkt ihrer Persönlichkeit die Aufmerksamkeit zu richten. Wir haben daher heute nur zwei solcher Aeußerungen vor uns, und zwar die eine von einem, wie es scheint, kirchlich Indifferenten, die andere von einem bekannten Strenggläubigen, nämlich von genug finden, den Prediger zu rühmen; die beiden Anderen > Ferdinand Hiller und Paulus Caffel. Am intereffantesten ist