Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1880)
- Date
- 1880-01-13
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
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28 8 Procent Diemenrode, Herbede und Willing shausen; i über welche uns die Angaben zu Gebote stehen, anführen, zu 7 Procent Goldberg, Großenglis, Neubranden- Im Herzogthum Braunschweig haben wir 644 Juden aufburg und Windecken; zu 6 Procent Baumbach, Lehmgeführt, und sind davon 23 Soldaten eingetreten; es macht f örde, Linz am Rhein, Neuhof, Sa alfeld, Salzwedel,! dies 31 2 Procent. Allerdings wohnen noch in einzelnen Sontra und Wilsnack; zu 5 Procent Amöneburg,! Ortschaften zersprengt 212 Juden. Zählen wir diese zu den Coesfeld, Genthin, Gütersloh, Hintersteinau,! obigen 644, so ergeben sich immer noch beinahe 3 Procent Kirschberg, Lötzen, Neuruppin, Neustadt-Ebers-! Aus der Provinz Hessen (dem ehemaligen Kurfürstenthum) Walde, Papenburg, Schönlanke, Königs Winter, haben wir zusammen 10,485 Seelen, von welchen 271 Sol- Warmbrunn, Witt stock und Seesen; zu 4 Procent! daten, folglich 22/s Procent. Noch später wurde Oberheffen All enstein, Barchfeld, Bebra, Bergen, Brieg,Inach der allgemeinen Wehrpflicht organisirt, und die jüdische. Bunzlau, Eisleben, Erwitte, Lichenroth, Mer zig, Bevölkerung lieferte dort 11;S Procent. Den vollen Antheil, Münster, Naugard, Netra, Niederaula, Ottweiler, j welchen die jüdische Bevölkerung Deutschlands in der um- R ees, Reichenbach (Schlesien), Reichensachsen, Roden-! fastenden Heeresleistung an diesem Kriege genommen, haben be rg, Romsthal, R oth, Solingen, Trier, Wanfri ed wir hiermit vollständig und zweifellos constatirt. Es ist Jeder- und Wreschen. mann bekannt, wie schwer es noch immer in den deutschen Wir haben bei diesen, wie auch bei den folgenden Be- Staaten den Juden gemacht wird, in irgend eine öffentliche rechnungen die Bruchtheile über den angegebenen Procentsatz Earriere einzutreten und darin voranzukommen. In den hinweggelasten, und eben so gaben die folgenden Ortschaften meisten "deutschen Staaten ist es erst seit kürzester Zeit gemeist einen starken Bruchrheil mehr als 3 Procent ab, nämlich: j setzlich den Juden gewährt, auf ein Staatsamt Anspruch zu Bad Ems, Bielefeld, Bochum, Braunschweig, CölnJ machen; und da es selbst bei der gesetzlichen Erlaubniß doch Eschwege, Görlitz, Großkrotzenburg, Großstrehlitz, immer auf die Verwaltungsbehörden ankommt, wie weit sie Harburg, Hattingen, Herford, Landsberg an der! diesen Ansprüchen gerecht werden wollen und hierin bei den- Warthe, L i e g n i tz, L o s l a u, M ar i e n w er d e r, N e i s s eJ selben in der Regel mehr Abneigung als Billigkeit und Willig- Neunkirchen, Nesselrode, Pfungstadt, Pleschen, keit zu finden ist: so werden wohl noch ziemlich lange Zeiten Potsdam, Rothenburg, Saarlouis, Schmiegel, vorübergehen, bevor auf diesem Gebiete die Gleichberechtigung Schötmar, Schweidnitz, Sieg bürg, Stargardt i. Pr., zur Wirklichkeit geworden sein wird. Ganz besonders findet Steele, Sterbfritz, Stettin, Tauberbischofsheim, dieses aber im Militär statt. Ohne daß hierüber eine ge- Thorn, Unna, Polksmassen, Wollcnstein, Ziegensctzliche Bestimmung stattfand, war es seit den Befreiungshain und Crossen. Dicht an 3 Procent, nur einen sehr kriegen in der preußischen Armee Grundsatz, daß man keinen geringen Bruchtheil weniger, gaben: Aachen, Bonn, Colberg, Juden avanciren, besonders nicht den Offiziersrang erlangen Deutsch-Crone, Dortmund, Dülmen, Ebelsbach, ließ. Erst in den fünfziger Jahren kamen einige wenige Fälle Frankfurt«, d. Oder, Freib ur g (Baden), G elnhausenJ vor, in welchen jüdische Aerzte über den Grad eines Com- Gnesen, Halberstadt, Herleshausen, Hirschberg, pagnic Chirurgius avancirten, und man die als Assistenzärzte Kosten, Krotoschin, Leer. Magdeburg, Mielitsch, ihrer Militärpflicht genügenden, wenn sie als Militärärzte Mut t er st ad t, Myslowitz, Reuß, Neuw ied, Oppeln,! sortdienen wollten, zu Stabsärzten, aber nicht darüber, steigen Rendsburg, Samt er, Schievclbein und Schwerfens, ließ, ebenso daß Einjahrig-Freiwillige Offiziere in der Land- Wer unser Berzcichniß mit einiger Sachkenntniß prüft, wird wehr wurden. In der letzten Zeit wurde man, mit Ausnahme ersehen, daß den hier angeführten Orten sich noch viele der der Garde, hierin liberaler, und besonders können wir hierin in unserem Verzeichniß befindlichen hinzufügen ließen, sobald Bayern als geneigter, Juden regelmäßig im Militärdienst die Seelenzahl aus ihnen angegeben worden wäre. avanciren zu lasten, hervorheben. Aus unserem Verzeichniste Alle diese Orte, sowohl große wie kleine und ländliche > haben wir 86 Aerzte, 25 Lieutenants, 5 Junker (bayrisch) Gemeinden, haben an jüdischer Mannschaft mehr und bis zur 3 Corporale, 11 Sergeanten, 14 Feldwebel, 15 Vicefeldwebel vollen Kriegsstärke, nämlich 3 Proceut der Bevölkerung, ge- (von denen einige Offiziersdienste thaten), 2 Wachtmeister, liefert, und wenn daher die anderen etwas weniger abgegeben, 3 Vice-Wachtmeister, 2 Capitaind'armes und 133 Unteroffiziere so gleicht sich dies im Ganzen mehr als genügend aus. Ja, zu notiren (ohne die Gefreiten). Wir haben in diesem Verwir sehen sogar von der jüdischen Bevölkerung 3 Procent und zeichniß 2531 Soldaten aufgezählt. Es kommen hiernach auf bisweilen mehr als diese aus Provinzen geliefert, welche erst 100 jüdische Militärs etwa über 3 Aerzte, 1 Lieutenant, über seit 1867 der allgemeinen Wehrpflicht unterworfen wurden, 5 Unteroffiziere, Chargirte überhaupt beinahe 12. Wenn also an Reserve und Landwehr nur ein geringes Contingent diese Zahlenverhältniffe nach den im gesammten Militär gestellten. Wir wollen hier einige Beispiele aus Provinzen, wöhnlichen noch nicht ausreichen mögen, so beweisen sie doch