Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1880)
- Date
- 1880-01-13
- Page
- Seite 27 (sequence 11)
- Language
- German
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27 thanen bürgerliche und Glaubens-Freiheit verbürgen, zur Thatrabbiner Herr Dr. L. Adler einen mit vielem Beifall auffache gemacht haben werde. — Aus dieser Nachricht geht hergenommenen Vortrag über relizionsphilosophische Fragen, in vor, daß die Mittheilung, die amerikanische Union hätte die welchem er auch über Intoleranz nachdrücklich sprach. — Ter Unabhängigkeit Rumäniens anerkannt, unbegründet war. Eben-; bisherige tüchtig musikalische Cantor der jüdiscben Gemeinde so haben sich neuerdings dieser 'Anerkennung seitens des deutschen Reiches Schwierigkeiten erhoben, und da Frankreich und England; sich engagirt haben, nur mit Deutschland in dieser Angelegenheit vorzugehen, so scheinen die Rumänen noch lange nicht am Ziele j zu sein. In der Sitzung der rumänischen Dcputirtenkammer vom 10. December wurde das erste Naturalisationsgesuch j eines Israeliten, des Di-. Moritz Roth, votirt, und zwar mit 45 Stimmen gegen 21. Man nennt so etwas mit dem Propheten „einen Tropfen am Eimer." Afghanistan. Teheran, im December. Wie von hier gemeldet wird, haben die Rebellen in Herat gleich nachdem sie ihre Stadt für unabhängig von Afghanistan erklärt und Schir Ali's Sohn, Achmed Evub Khan, zu ihrem Könige ausgerufen hatten, an die dortige Judengemeinde die Aufforderung erlaffen, dreihundert Arbeiter beizustellen, welche bei der Befestigung der Stadt mithelfen sollen, und eine Kriegscontribution von 2000 Tomans «etwa 10,000 ff. £. W.) zu entrichten. Viele Juden in Herat, die wie alle Juden Afghanistans und Persiens sehr arm sind, mußten ihre Häuser, Felder und Kostbarkeiten verkaufen, um diese Summe aufbringen zu können. Manche von ihnen, die sich deshalb nach Persien flüchten wollten, wurden an der Grenze angehalten und ins Gefängniß geworfen. In Herat existirt noch heute, wie in vielen anderen Städten Afghanistans und Persiens, ein eigenes Judenviertel mit Thoren, die stet» nach Sonnenuntergang geschloffen werden müssen und erst nach Sonnenaufgang wieder geöffnet werden. Bonn, 28. December. lNotizen.) Aus Cassel schreibt man uns: Gewiß ist es von Jntereffe, zu erfahren, daß von den hier erscheinenden Zeitungen keine einzige auch nur das geringste Judenseindliche bringt, obschon unsre Presse jedem Einflüsse Seitens der Juden fcrnsteht. In dem fast nur aus christlichen Mitgliedern bestehenden „Beamtenverein" hielt auf die Aufforderung des Vorstandes desselben der Land- I e u i l Die devtschen Soldaten jüdischer Religion im deutschfranzösischen Kriege 1870—71. iBcMufv) Gehen wir nun die Ortschaften durch, au» welchen wir beide Angaben besitzen, die der Seelenzahl und die der in das zu Görlitz, A. Wolssohn, der sich um die Herstellung eine» geordneten Gottesdienstes verdient gemacht hat, ist zum Obercantor der Dresdener Gemeinde erwählt wordrn. —. Man schreibt uns aus Berlin: Der Augenarzt und Privatdocent an der Berliner Universität I)r. I. Hirschberg ist zum außerordentlichen Profeffor der Augenheilkunde daselbst ernannt. Professor Hirschberg, ein Schüler de» berühmten A. v. Gräfe, ist längst in den weitesten Kreisen sowohl durch seine glücklich ausgesührten Augenoperationen, als auch durch die Entdeckung neuer Operationsmethoden bekannt. — Ungarische Blätter schreiben: Die Gemeinde Kövesd hat einen großmüthigen israelitischen Einivohner, der es, wie „Ellenör" bemerkt, verdient, daß sein Name im ganzen Lande bekannt werde. Dieser seltene Mann ist der Kövesder Richter Markus Beig; er hat die Steuer der ganzen Gemeinde bezahlt, da Nothsrand herrscht; wenn beffere Zeite n kommen, wird ihm! die Gemeinde den Betrag zurückerstatten. — Man schreibt aus Pest: Eine telegraphische Depesche meldet, daß der Schriftsteller Isidor Heller nach langwierigen Leiden heute in Arco .gestorben ist. Heller wurde am 5. Mai 1810 in Jungbunzlau geboren. In Prag widmete er sich dem schriftstellerischen; Berufe, 1846 erhielt er einen Ruf nach Budapest und übernahm hier die Redaction des „Ungar". Seine Artikel gegen das Ministerium Kossuth, in denen er den Untergang der ungarischen Politik prophezeite, zwangen ihn, Ungarn zu verlassen. Nach kurzem Aufenthalte in Wien zog er nach Frank- : surt und später nach Berlin, wo er bis 1.852 als Corre- , spondent verschiedener Journale wirkte. In Wien gründete er 1859 das Journal „Der Fortschritt" und berheiligte sich . 1864 an der Gründung des „Reuen Fremdenblait". Eine . Gesichtsneuralgie, die ihn zwang, bedeutende Ouantitäten! Morphin zu nehmen, veranlaßte ihn, die Feder niederzulegen. Seitdem lebte er zurückgezogen in sehr gedrückten Verhältnissen. Ter Tod erlöste ihn nach fast fünfzehnjährigen Leiden. — Man schreibt uns aus Brüssel: Am 4. d. fand die Wahl i des Großrabbinen statt. Unter den beiden Candidaten erhielt der Rabbiner Dreifuß von Sedan die Mehrheit der Stimmen. - feto n. Heer eingetretenen So Unten jüdischer Religion, so finden wir sogar einen Platz, Spenge, aus welchem sich 20 Proeent ergeben: dann zu 14 Procent Brünnen und Kattoivitz: zu iO Procent Baumark, Erfurt, Frechen, Mandel. Wangen und Wielichow; zu 9 Procent Bösingseld, .Richelsdorf, Weimersmieden und Wittenberge: zu